Bioethik
Was ist Bioethik?
Erklärung: Bioethik befasst sich mit moralischen Fragen, die durch Fortschritte in Biologie und Medizin entstehen: Gentechnik, Klonen, Sterbehilfe, Organspende, Tierversuche, Impfpflicht. Sie verbindet naturwissenschaftliches Wissen mit ethischer Urteilsbildung.
Bei der ethischen Bewertung einer biotechnologischen Maßnahme müssen ___ und Risiken gegeneinander abgewogen werden.
Erklärung: Eine fundierte bioethische Bewertung erfordert: 1) Sachkenntnis (Was ist technisch möglich?), 2) Abwägung (Welche Chancen und Risiken bestehen?), 3) Urteilsbildung (Welche Werte sind betroffen?).
Naturwissenschaftliche Erkenntnisse allein können ethische Fragen beantworten.
Erklärung: Falsch. Naturwissenschaften beschreiben, was ist und was möglich ist. Ethik fragt, was sein soll. Ob Gentechnik eingesetzt werden soll, ist keine rein wissenschaftliche, sondern eine gesellschaftliche Wertentscheidung.
Welches ethische Prinzip fordert, dass die Würde jedes Menschen unantastbar ist?
Erklärung: Artikel 1 GG: 'Die Würde des Menschen ist unantastbar.' Dieses Prinzip setzt der Forschung Grenzen: Kein Mensch darf als bloßes Mittel zum Zweck verwendet werden, egal wie groß der wissenschaftliche Nutzen wäre.
Welche ethischen Positionen stehen sich in der Debatte um Embryonenforschung gegenüber?
Erklärung: Kernfrage: Ab wann hat ein Embryo Menschenwürde? Vertreter des Lebensschutzes sagen: ab der Befruchtung. Befürworter der Forschung argumentieren: Die Chance, schwere Krankheiten zu heilen, rechtfertigt Forschung an frühen Embryonen.
Das ___ Prinzip fordert, dass mögliche Schäden durch Forschung und Technologie im Voraus bedacht und minimiert werden müssen.
Erklärung: Das Vorsorgeprinzip (Precautionary Principle) besagt: Wenn eine Handlung Risiken für Gesundheit oder Umwelt birgt, sollten vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, auch wenn die wissenschaftliche Beweislage noch unsicher ist.
Die Entscheidung, ob man sich impfen lässt, betrifft nur die eigene Gesundheit.
Erklärung: Falsch. Impfungen schützen nicht nur den Geimpften, sondern auch andere (Herdenimmunität). Ungeimpfte gefährden Menschen, die sich nicht impfen können (Säuglinge, Immunschwache). Daher hat die Impfentscheidung eine gesellschaftliche Dimension.
Was ist ein ethisches Dilemma?
Erklärung: Beispiel: Präimplantationsdiagnostik — das Recht auf ein gesundes Kind vs. der Schutz jedes Embryos. Beide Positionen sind moralisch begründbar. Ein Dilemma erfordert eine bewusste Entscheidung mit Begründung.
Wie sieht ein systematischer Prozess der ethischen Entscheidungsfindung aus?
Erklärung: Systematische Entscheidungsfindung: 1) Sachebene klären (Was sind die Fakten?), 2) Werte erkennen (Welche Prinzipien stehen in Konflikt?), 3) Optionen benennen, 4) Konsequenzen abwägen, 5) begründet urteilen und reflektieren.
In der Gentechnik-Debatte argumentieren Befürworter mit dem ___ für die Menschheit, z. B. Heilung von Erbkrankheiten, während Kritiker vor unkontrollierbaren Risiken warnen.
Erklärung: Die Nutzen-Risiko-Abwägung ist zentral: Befürworter betonen den medizinischen und landwirtschaftlichen Nutzen. Kritiker warnen vor ökologischen Risiken, sozialer Ungleichheit und dem Missbrauchspotenzial ('Designerbabys').
Das Embryonenschutzgesetz in Deutschland verbietet das Klonen von Menschen und die Veränderung der Keimbahn.
Erklärung: Richtig. Das deutsche Embryonenschutzgesetz (1990) verbietet: Klonen von Menschen, Keimbahntherapie, Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken. PID ist seit 2011 unter strengen Auflagen erlaubt.
Eine Firma meldet ein Patent auf ein natürlich vorkommendes menschliches Gen an, das bei Brustkrebs eine Rolle spielt. Welche Folge wird in der Debatte als ethisches Problem genannt?
Erklärung: So geschah es beim BRCA1-Patent der Firma Myriad; der Oberste Gerichtshof der USA hob es 2013 auf. Strittig ist, ob natürliche Lebensbausteine „besitzbar" sein dürfen und ob Patente Diagnose und Forschung blockieren.
Welche Rolle spielt die informierte Einwilligung (Informed Consent) in der medizinischen Ethik?
Erklärung: Informed Consent ist ein Grundprinzip der medizinischen Ethik: Kein Eingriff ohne Aufklärung und freiwillige Zustimmung. Dies gilt auch für genetische Tests, Forschungsteilnahme und Impfungen.
Die Abkürzung GVO steht für 'Gentechnisch ___ Organismus'.
Erklärung: GVO (oder GMO im Englischen) sind Organismen, deren Erbgut durch gentechnische Verfahren verändert wurde. In der EU müssen GVO-Lebensmittel gekennzeichnet werden.
Welches Argument sprechen Kritiker gegen die 'grüne Gentechnik' (Pflanzengentechnik) aus?
Erklärung: Kritiker warnen vor: unkontrollierter Ausbreitung transgener Pflanzen, Monopolisierung des Saatgutmarktes (z. B. durch Monsanto/Bayer), Verlust der Biodiversität und möglichen Gesundheitsrisiken bei langfristigem Konsum.