Nervensystem und Sinne
Welche Ionen sind hauptsĂ€chlich fĂŒr das Ruhepotenzial einer Nervenzelle verantwortlich?
ErklĂ€rung: Im Ruhezustand herrscht eine ungleiche Ionenverteilung: Kâș ist intrazellulĂ€r konzentriert, Naâș extrazellulĂ€r. Die Natrium-Kalium-Pumpe hĂ€lt diesen Gradienten aufrecht und erzeugt das Ruhepotenzial von ca. â70 mV.
Das Ruhepotenzial einer typischen Nervenzelle betrÀgt etwa ___ mV.
ErklĂ€rung: Das Ruhepotenzial liegt bei ca. â70 mV. Es entsteht durch die ungleiche Verteilung von Kâș- und Naâș-Ionen und die selektive PermeabilitĂ€t der Membran, hauptsĂ€chlich fĂŒr Kâș.
Beim Aktionspotenzial öffnen sich zuerst die spannungsgesteuerten NatriumkanĂ€le, was zur Depolarisation fĂŒhrt.
ErklĂ€rung: Richtig. Bei Erreichen des Schwellenwerts (ca. â50 mV) öffnen sich schnelle Naâș-KanĂ€le, Naâș strömt ein und die Membran wird depolarisiert (bis ca. +30 mV). Erst danach öffnen sich Kâș-KanĂ€le zur Repolarisation.
Was versteht man unter dem Alles-oder-Nichts-Prinzip?
ErklĂ€rung: Wird der Schwellenwert erreicht, lĂ€uft das Aktionspotenzial immer in voller StĂ€rke ab. Die ReizstĂ€rke wird nicht ĂŒber die Amplitude, sondern ĂŒber die Frequenz der Aktionspotenziale codiert.
Ordne die Phasen des Aktionspotenzials in der richtigen zeitlichen Reihenfolge.
ErklĂ€rung: Das Aktionspotenzial durchlĂ€uft: Ruhepotenzial â Schwellenwert â Depolarisation (Naâș-Einstrom) â Overshoot (+30 mV) â Repolarisation (Kâș-Ausstrom) â Hyperpolarisation â RĂŒckkehr zum Ruhepotenzial.
Die Weiterleitung des Aktionspotenzials an myelinisierten Nervenfasern heiĂt ___ Erregungsleitung.
ErklĂ€rung: Bei myelinisierten Axonen springt das Aktionspotenzial von Ranvier-SchnĂŒrring zu Ranvier-SchnĂŒrring. Diese saltatorische Erregungsleitung ist viel schneller als die kontinuierliche Leitung bei marklosen Fasern.
Welche Funktion haben die Schwann-Zellen?
ErklĂ€rung: Schwann-Zellen umwickeln periphere Axone mit einer lipidreichen Myelinschicht, die als elektrischer Isolator wirkt. Im ZNS ĂŒbernehmen Oligodendrozyten diese Aufgabe.
Die Leitungsgeschwindigkeit myelinisierter menschlicher Nervenfasern betrÀgt bis zu wie viel m/s?
ErklĂ€rung: Myelinisierte Nervenfasern leiten Signale mit bis zu 120 m/s weiter. Unmyelinisierte Fasern erreichen nur ca. 0,5â2 m/s. Die Myelinscheide ermöglicht saltatorische Leitung und steigert die Geschwindigkeit enorm.
An der Synapse wird das elektrische Signal in ein chemisches Signal umgewandelt.
ErklĂ€rung: Richtig. An der chemischen Synapse löst das eintreffende Aktionspotenzial die Freisetzung von Neurotransmittern aus dem synaptischen Endknöpfchen aus. Diese diffundieren ĂŒber den synaptischen Spalt und binden an Rezeptoren der Postsynapse.
Ordne die Schritte der synaptischen Ăbertragung in der richtigen Reihenfolge.
ErklĂ€rung: Die synaptische Ăbertragung folgt einer festen Kette: elektrisches Signal â CaÂČâș-Einstrom â Exozytose der Vesikel â Transmitterdiffusion â Rezeptorbindung â postsynaptisches Potenzial.
Was bewirkt ein exzitatorisches postsynaptisches Potenzial (EPSP)?
ErklĂ€rung: EPSPs depolarisieren die Postsynapse (z. B. durch Naâș-Einstrom). Mehrere EPSPs können sich rĂ€umlich und zeitlich summieren, um den Schwellenwert zu erreichen. IPSPs wirken entgegengesetzt (hemmend).
Der Neurotransmitter, der an der motorischen Endplatte die Muskelkontraktion auslöst, heiĂt ___.
ErklĂ€rung: Acetylcholin (ACh) ist der Neurotransmitter an der neuromuskulĂ€ren Synapse. Es bindet an nicotinische Rezeptoren der Muskelfaser und löst die Kontraktion aus. Die Acetylcholinesterase baut ACh anschlieĂend ab.
Wie breit ist der synaptische Spalt ungefÀhr (in nm)?
ErklĂ€rung: Der synaptische Spalt ist ca. 20â30 nm breit. Diese geringe Distanz ermöglicht eine schnelle Diffusion der Neurotransmitter von der PrĂ€- zur Postsynapse.
Welche Aussage zur RefraktÀrzeit ist korrekt?
ErklĂ€rung: Die absolute RefraktĂ€rzeit (ca. 1â2 ms) entsteht durch inaktivierte Naâș-KanĂ€le. Sie sichert die UnidirektionalitĂ€t der Erregungsleitung und begrenzt die maximale Feuerrate.
StĂ€bchen in der Netzhaut sind fĂŒr das Farbsehen verantwortlich.
ErklĂ€rung: Falsch. StĂ€bchen sind lichtempfindlich und ermöglichen das Sehen bei DĂ€mmerung (skotopisches Sehen), unterscheiden aber keine Farben. Zapfen (drei Typen: rot, grĂŒn, blau) sind fĂŒr das Farbsehen (photopisches Sehen) zustĂ€ndig.
Ordne die Strukturen des Auges in der Reihenfolge, in der Licht sie durchquert.
ErklĂ€rung: Licht tritt durch die Hornhaut ein, passiert die Pupille (Blende), wird von der Linse gebĂŒndelt, durchquert den Glaskörper und trifft auf die Netzhaut, wo Photorezeptoren das Licht in Nervenimpulse umwandeln.
Die Verrechnung mehrerer gleichzeitig eintreffender EPSPs an verschiedenen Synapsen einer Nervenzelle nennt man ___ Summation.
ErklĂ€rung: Bei der rĂ€umlichen Summation werden EPSPs von verschiedenen prĂ€synaptischen Neuronen am AxonhĂŒgel addiert. Bei der zeitlichen Summation treffen schnell aufeinanderfolgende EPSPs derselben Synapse ein.
Bei welchem Membranpotenzial (in mV) liegt ungefĂ€hr der Schwellenwert fĂŒr die Auslösung eines Aktionspotenzials?
ErklĂ€rung: Der Schwellenwert liegt bei ca. â50 mV (variiert je nach Zelltyp zwischen â55 und â40 mV). Wird dieser Wert durch Summation von EPSPs erreicht, öffnen sich spannungsgesteuerte Naâș-KanĂ€le und ein Aktionspotenzial wird ausgelöst.
Was geschieht mit Neurotransmittern nach ihrer Wirkung im synaptischen Spalt?
ErklĂ€rung: Neurotransmitter werden nach der SignalĂŒbertragung inaktiviert: durch enzymatischen Abbau (z. B. Acetylcholinesterase) oder Wiederaufnahme (Reuptake) in die PrĂ€synapse. So wird das Signal beendet und die Synapse kann erneut aktiviert werden.
Die Natrium-Kalium-Pumpe transportiert 3 Naâș nach auĂen und 2 Kâș nach innen und verbraucht dabei ATP.
ErklĂ€rung: Richtig. Die Naâș/Kâș-ATPase ist ein aktiver Transporter, der pro ATP-MolekĂŒl 3 Naâș aus der Zelle und 2 Kâș in die Zelle pumpt. Dadurch wird das Ruhepotenzial aufrechterhalten.