Populationsökologie
Was beschreibt das exponentielle Wachstumsmodell einer Population?
ErklĂ€rung: Exponentielles Wachstum (J-Kurve) tritt auf, wenn Ressourcen unbegrenzt sind: dN/dt = r Ă N. Die Population verdoppelt sich in regelmĂ€Ăigen ZeitabstĂ€nden. In der Natur kommt dies nur kurzfristig vor, z. B. nach Besiedlung eines neuen Lebensraums.
Die maximale PopulationsgröĂe, die ein Lebensraum dauerhaft tragen kann, nennt man ___.
ErklĂ€rung: Die KapazitĂ€tsgrenze (K) wird durch die verfĂŒgbaren Ressourcen (Nahrung, Raum, NistplĂ€tze) bestimmt. Bei AnnĂ€herung an K verlangsamt sich das Wachstum und die Population stabilisiert sich (logistisches Wachstum, S-Kurve).
Beim logistischen Wachstum nĂ€hert sich die PopulationsgröĂe asymptotisch der KapazitĂ€tsgrenze K.
ErklĂ€rung: Richtig. Das logistische Wachstumsmodell (S-Kurve) beschreibt: dN/dt = r Ă N Ă (K-N)/K. Anfangs wĂ€chst die Population fast exponentiell, dann verlangsamt sich das Wachstum zunehmend und die PopulationsgröĂe nĂ€hert sich asymptotisch K an.
Was sind dichteabhÀngige Faktoren der Populationsregulation?
ErklĂ€rung: DichteabhĂ€ngige Faktoren (intraspezifische Konkurrenz, Krankheiten, PrĂ€dation, Parasiten) wirken stĂ€rker bei hoher Populationsdichte und regulieren die Population um die KapazitĂ€tsgrenze. DichteunabhĂ€ngige Faktoren (Frost, DĂŒrre) wirken unabhĂ€ngig von N.
Ordne die Phasen des logistischen Populationswachstums.
ErklÀrung: Die logistische Wachstumskurve (S-Kurve) zeigt vier Phasen: Anfangs ist das Wachstum wegen geringer Individuenzahl langsam, beschleunigt dann exponentiell, wird durch zunehmende Konkurrenz gebremst und pendelt sich nahe der KapazitÀtsgrenze ein.
Das Konkurrenzausschlussprinzip von Gause besagt, dass zwei Arten mit identischer ökologischer ___ nicht dauerhaft koexistieren können.
ErklÀrung: Nach dem Konkurrenzausschlussprinzip verdrÀngt die konkurrenzstÀrkere Art die andere, wenn beide exakt dieselbe ökologische Nische besetzen. Koexistenz ist nur durch Nischendifferenzierung möglich (unterschiedliche Ressourcennutzung).
Welches Modell beschreibt die typischen Schwankungen von RĂ€uber- und Beutepopulationen?
ErklÀrung: Die Lotka-Volterra-Regeln beschreiben die periodischen Schwankungen von RÀuber- und Beutepopulationen: Die Beutepopulation steigt zuerst, die RÀuberpopulation folgt zeitversetzt. Es entstehen gegenlÀufige Schwingungen um einen Mittelwert.
In einer RĂ€uber-Beute-Beziehung nach Lotka-Volterra erreicht die RĂ€uberpopulation ihr Maximum zeitgleich mit der Beutepopulation.
ErklÀrung: Falsch. Die RÀuberpopulation folgt der Beutepopulation zeitversetzt: Wenn die Beute zunimmt, vermehren sich die RÀuber mit Verzögerung. Das RÀubermaximum liegt zeitlich nach dem Beutemaximum. Die Schwankungen sind phasenverschoben.
Wie viele Lotka-Volterra-Regeln gibt es?
ErklĂ€rung: Es gibt drei Lotka-Volterra-Regeln: 1. Periodische Schwankungen der PopulationsgröĂen, 2. Konstanz der zeitlichen Mittelwerte, 3. Störung der Mittelwerte (wird eine Population dezimiert, erholt sich die Beute schneller als der RĂ€uber).
Ordne die Lotka-Volterra-Regeln nach ihrer Nummer.
ErklĂ€rung: Die drei Lotka-Volterra-Regeln sind: 1. Periodische Populationsschwankungen, 2. Konstanz der Mittelwerte, 3. Störung der Mittelwerte (die dritte Regel ist wichtig fĂŒr das VerstĂ€ndnis von Pestizideinsatz in der Landwirtschaft).
Die Fortpflanzungsstrategie, bei der viele Nachkommen mit geringer elterlicher FĂŒrsorge produziert werden, nennt man ___-Strategie.
ErklÀrung: r-Strategen (z. B. Fische, Insekten) produzieren viele Nachkommen bei geringem Elternaufwand. K-Strategen (z. B. Elefanten, Menschen) investieren viel in wenige Nachkommen. Die Begriffe leiten sich aus der logistischen Gleichung ab (r = Wachstumsrate, K = KapazitÀtsgrenze).
Was beschreibt die ökologische Nische einer Art?
ErklĂ€rung: Die ökologische Nische ist ein abstraktes Konzept (kein Ort), das alle abiotischen und biotischen AnsprĂŒche einer Art umfasst: Temperaturbereich, Nahrung, NistplĂ€tze, AktivitĂ€tszeit, Feinde. Man unterscheidet Fundamentalnische (potenziell) und Realnische (tatsĂ€chlich).
Intraspezifische Konkurrenz findet zwischen Individuen verschiedener Arten statt.
ErklÀrung: Falsch. Intraspezifische Konkurrenz (innerartlich) findet zwischen Individuen derselben Art statt und ist oft intensiver, da sie identische Ressourcen benötigen. Interspezifische Konkurrenz (zwischenartlich) findet zwischen verschiedenen Arten statt.
Eine Bakterienpopulation verdoppelt sich alle 20 Minuten. Wie viele Zellen entstehen aus einer einzigen Zelle nach 3 Stunden (= 9 Verdopplungen)?
ErklĂ€rung: Bei exponentiellem Wachstum mit Verdopplung: N = Nâ Ă 2^n. Nach 3 Stunden (180 min / 20 min = 9 Generationen): N = 1 Ă 2âč = 512 Zellen. Dies verdeutlicht die enorme Geschwindigkeit exponentiellen Wachstums.
Wenn zwei Arten durch Konkurrenz ihre Nischen verengen und unterschiedliche Ressourcen nutzen, spricht man von Nischen___.
ErklÀrung: Nischendifferenzierung (auch Einnischung) ermöglicht die Koexistenz konkurrierender Arten. Beispiel: Verschiedene Darwinfinken-Arten haben unterschiedliche Schnabelformen entwickelt, um verschiedene Nahrungsquellen zu nutzen und Konkurrenz zu vermeiden.
Welcher ökologische Faktor ist dichteunabhÀngig?
ErklĂ€rung: DichteunabhĂ€ngige Faktoren wie KĂ€lteeinbrĂŒche, DĂŒrren oder Ăberschwemmungen wirken unabhĂ€ngig von der PopulationsgröĂe. Sie können Populationen stark dezimieren, regulieren sie aber nicht um einen Gleichgewichtswert wie dichteabhĂ€ngige Faktoren.
Ordne die Beziehungen zwischen Organismen von negativ bis positiv fĂŒr beide Partner.
ErklĂ€rung: Ăkologische Beziehungen variieren von beidseitig negativ (Konkurrenz) ĂŒber einseitig vorteilhaft (Parasitismus, Kommensalismus) bis beidseitig vorteilhaft (Mutualismus/Symbiose). Diese Klassifikation hilft bei der Analyse von Ăkosystemen.
In einer Population mit 100 Individuen werden in einem Jahr 30 Geburten und 10 TodesfÀlle gezÀhlt. Wie hoch ist die Wachstumsrate r (pro Kopf, in Prozent)?
ErklÀrung: Die Wachstumsrate r = (Geburten - TodesfÀlle) / N = (30 - 10) / 100 = 0,2 = 20 %. Dies bedeutet, die Population wÀchst um 20 % pro Jahr. Bei exponentiellem Wachstum wÀre N nach einem Jahr 120.
K-Strategen sind typischerweise kurzlebig und produzieren viele Nachkommen.
ErklÀrung: Falsch. K-Strategen (z. B. Elefanten, Wale, Menschen) sind langlebig, werden spÀt geschlechtsreif, haben wenige Nachkommen und investieren viel in deren Aufzucht. Diese Strategie ist in stabilen LebensrÀumen nahe der KapazitÀtsgrenze vorteilhaft.