Katalyse und Reaktionsbedingungen
Ozonabbau in der StratosphĂ€re: (1) Cl + Oâ â ClO + Oâ, (2) ClO + O â Cl + Oâ. Welches Teilchen wirkt als Katalysator?
ErklĂ€rung: Ein Katalysator wird in einem Schritt verbraucht und im nĂ€chsten unverĂ€ndert zurĂŒckgebildet â er taucht in der Gesamtgleichung Oâ + O â 2 Oâ nicht auf. Das trifft auf das Chlor-Atom zu: Es öffnet einen Weg mit niedrigerer Aktivierungsenergie und kann so Tausende OzonmolekĂŒle abbauen. ClO ist nur ein Zwischenprodukt (entsteht und verschwindet wieder), Oâ ist ein Produkt.
Die Mindestenergie, die zwei Teilchen beim StoĂ mitbringen mĂŒssen, damit eine Reaktion ablĂ€uft, heiĂt ___.
ErklĂ€rung: Diese Energie braucht es, um alte Bindungen zu lockern, bevor neue sich bilden. Im Energiediagramm ist sie der "Berg" zwischen Edukten und Produkten. Symbol Eâ. Eine niedrige Aktivierungsenergie bedeutet eine schnelle Reaktion bereits bei Raumtemperatur, eine hohe nur bei groĂer Hitze.
Welche Faktoren beeinflussen die Reaktionsgeschwindigkeit?
ErklĂ€rung: "Faktoren der Reaktionsgeschwindigkeit" ist ein zentrales Schulthema. Faustregel (RGT-Regel): 10 °C mehr â doppelte bis dreifache Geschwindigkeit. Höhere Konzentration â mehr StöĂe. GröĂere OberflĂ€che (z. B. zermahlen) â mehr BerĂŒhrungspunkte. Katalysator â niedrigere Aktivierungsenergie.
Eine Erhöhung der Temperatur um 10 °C verdoppelt bis verdreifacht meist die Reaktionsgeschwindigkeit.
ErklĂ€rung: Richtig â die "RGT-Regel" (Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel), auch van-'t-Hoff-Regel genannt. Höhere Temperatur bedeutet, dass mehr Teilchen die Aktivierungsenergie ĂŒberwinden â der Anteil der erfolgreichen StöĂe wĂ€chst ĂŒberproportional. Daher kocht man Speisen, kĂŒhlt Lebensmittel und betreibt groĂtechnische Synthesen oft bei erhöhter Temperatur.
Welcher Katalysator arbeitet heterogen?
ErklĂ€rung: Heterogen heiĂt: Katalysator und Edukte liegen in verschiedenen Phasen. Bei der Ammoniaksynthese (Haber-Bosch) reagieren die Gase Nâ und Hâ an der OberflĂ€che von festem Eisen â das lĂ€sst sich leicht abtrennen. Das NO im Gasgemisch (altes Bleikammerverfahren) ist dagegen selbst ein Gas, also homogen, obwohl es um eine Gasreaktion geht; ebenso die gelöste SĂ€ure in der Lösung.
Spezielle Biokatalysatoren in Lebewesen heiĂen ___.
ErklĂ€rung: Enzyme sind hochspezifische Proteine, die Reaktionen oft millionenfach beschleunigen. Beispiele: Amylase im Speichel (spaltet StĂ€rke), Pepsin im Magen (spaltet EiweiĂ), Katalase (zersetzt HâOâ). Sie arbeiten nach dem SchlĂŒssel-Schloss-Prinzip am aktiven Zentrum und sind temperatur- und pH-empfindlich.
Was bewirkt ein Katalysator NICHT?
ErklĂ€rung: Ein Katalysator verkĂŒrzt die Zeit, bis sich das Gleichgewicht einstellt â aber er Ă€ndert nicht, *wo* dieses Gleichgewicht liegt. Will man die Produktausbeute erhöhen, muss man Druck, Temperatur oder Konzentration Ă€ndern (Prinzip von Le Chatelier).
Im Auto-Katalysator wandelt ein Pt/Pd/Rh-Edelmetall-TrÀger schÀdliche Abgase um. Welche Reaktionen laufen dort ab?
ErklĂ€rung: Der "Drei-Wege-Katalysator" wandelt drei Schadstoffklassen gleichzeitig um â daher der Name. Die Edelmetalle wirken heterogen, die Reaktionen finden an der OberflĂ€che statt. Voraussetzung: λ â 1 (stöchiometrisches Luft-Kraftstoff-Gemisch). Bleihaltige Kraftstoffe vergiften den Katalysator und sind deshalb verboten.
Die Zerkleinerung eines festen Edukts auf Pulver erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit, weil mehr OberflĂ€che fĂŒr den Reaktionspartner zugĂ€nglich ist.
ErklĂ€rung: Richtig. Reaktionen zwischen verschiedenen Phasen finden an GrenzflĂ€chen statt. Ein WĂŒrfel von 1 cm KantenlĂ€nge hat 6 cmÂČ OberflĂ€che; zermahlt man ihn in 1 mmÂł-WĂŒrfel, hat das gleiche Volumen 60 cmÂČ OberflĂ€che. Daher Mehlstaub-Explosionen in MĂŒhlen oder die feinpulvrigen Eduktformen in der Pharmaindustrie.