Kristalle und Gitterstrukturen
Was ist das gemeinsame Kennzeichen aller Kristalle?
ErklĂ€rung: Ein Kristall ist Materie mit Fernordnung: Wenn man weiĂ, wo ein Teilchen steht, weiĂ man (in alle Richtungen) auch, wo alle anderen stehen. Diese geordnete Struktur erklĂ€rt typische Kristalleigenschaften â gerade FlĂ€chen, scharfe Schmelzpunkte, Spaltbarkeit.
Die kleinste sich wiederholende Einheit eines Kristallgitters heiĂt ___.
ErklÀrung: Die Elementarzelle ist der "Baustein des Bauplans": Wenn man sie unendlich oft in alle drei Raumrichtungen aneinanderlegt, entsteht der ganze Kristall. Bekannte Elementarzellen sind kubisch primitiv, kubisch flÀchenzentriert (NaCl, Cu) und kubisch raumzentriert (Fe).
Welche Bindungsart liegt im Kochsalz-Gitter (NaCl) vor?
ErklĂ€rung: Im NaCl-Kristall sitzt jedes Naâș von 6 Clâ» umgeben (und umgekehrt) â eine kubisch flĂ€chenzentrierte Anordnung. Die Coulomb-Anziehung zwischen entgegengesetzten Ladungen hĂ€lt das Gitter zusammen. Daraus folgen typische Salzeigenschaften: hart, spröde, hoher Schmelzpunkt.
Ein groĂer Steinsalzkristall bekommt mit Spatel und Hammer einen leichten Schlag. Was passiert?
ErklĂ€rung: Salzkristalle sind hart, weil sich die Ionen im Gitter stark anziehen â aber spröde: Der Schlag verschiebt eine Ionenschicht um einen Platz, plötzlich sitzen Naâș neben Naâș und Clâ» neben Clâ». Die gleichnamigen Ladungen stoĂen sich ab, und der Kristall spaltet entlang einer Gitterebene â darum entstehen glatte FlĂ€chen statt KrĂŒmel. Metalle dagegen verbiegen sich.
Welche Aussage trifft auf den Diamant zu?
ErklĂ€rung: Im Diamantgitter ist jedes Kohlenstoffatom Mittelpunkt eines Tetraeders aus vier weiteren C-Atomen. Diese durchgehende Vernetzung macht den Diamant zum hĂ€rtesten natĂŒrlichen Stoff â es gibt keine Schwachstelle, an der das Gitter leicht bricht.
Wie unterscheidet sich Graphit von Diamant â bei gleicher chemischer Zusammensetzung (reiner Kohlenstoff)?
ErklĂ€rung: Diamant und Graphit sind Modifikationen ("Allotrope") desselben Elements Kohlenstoff. Innerhalb einer Graphitschicht (sechseckiges Wabenmuster) sind die CâC-Bindungen sehr stark, aber zwischen den Schichten herrschen nur schwache Van-der-Waals-KrĂ€fte â die Schichten gleiten leicht ab, weshalb Graphit als Bleistiftmine taugt.
In einem Metallkristall sitzen die Atome wie in einem Salz auf GitterplĂ€tzen, aber die AuĂenelektronen sind frei beweglich.
ErklĂ€rung: Richtig â das Elektronengasmodell. Die AtomrĂŒmpfe (positiv geladen, weil sie AuĂenelektronen abgegeben haben) bilden ein dichtgepacktes Gitter; das "Elektronengas" hĂ€lt sie zusammen. Daraus folgen die typischen Metalleigenschaften: elektrisch leitfĂ€hig, verformbar, glĂ€nzend.
Warum lassen sich Metalle verformen, Salzkristalle aber nicht?
ErklĂ€rung: Das ist der entscheidende Unterschied. Beim Metall flieĂt das Elektronengas um die verschobenen AtomrĂŒmpfe herum â die Bindung bleibt erhalten. Beim Salz sind die Vorzeichen fest an die Ionen gebunden, jede Verschiebung um einen halben Gitterabstand stoppt die Anziehung.
Eis (festes Wasser) ist ein ___-Kristall, dessen Bausteine durch WasserstoffbrĂŒcken zusammengehalten werden.
ErklĂ€rung: In einem MolekĂŒlkristall sitzen ganze MolekĂŒle (hier HâO) auf den GitterplĂ€tzen. Die WasserstoffbrĂŒcken im Eisgitter sind richtungsabhĂ€ngig und fĂŒhren zu einer sehr offenen, sechseckigen Struktur â deshalb ist Eis weniger dicht als flĂŒssiges Wasser und schwimmt oben.
Was bedeutet die "Koordinationszahl" eines Teilchens im Kristall?
ErklĂ€rung: Beispiele: Im NaCl-Gitter hat jedes Naâș die Koordinationszahl 6 (sechs Clâ»-Nachbarn auf WĂŒrfelmitten). Im CsCl-Gitter ist sie 8. In dichtester Kugelpackung (z. B. Cu, Au) hat jedes Atom 12 Nachbarn â die maximale Koordinationszahl fĂŒr gleich groĂe Kugeln.
Schmelzen eines Kristalls bedeutet, dass die geordnete Fernstruktur zusammenbricht und die Teilchen frei beweglich werden.
ErklĂ€rung: Richtig. Beim Schmelzpunkt liefert die WĂ€rme genau die Energie, die nötig ist, um die Gitterbindungen aufzuheben. Wie hoch dieser Punkt liegt, hĂ€ngt davon ab, wie stark die GitterkrĂ€fte sind: Salz (NaCl) schmilzt erst bei 801 °C, Eis bei 0 °C, Trockeneis (COâ) verdampft sogar direkt aus dem festen Zustand.