WasserstoffbrĂŒckenbindung und Anomalie des Wassers
Was ist eine WasserstoffbrĂŒckenbindung?
ErklĂ€rung: WasserstoffbrĂŒcken (H-BrĂŒcken) sind die stĂ€rksten zwischenmolekularen KrĂ€fte. Sie wirken zwischen MolekĂŒlen, nicht innerhalb eines MolekĂŒls â zum Beispiel zwischen den HâO-MolekĂŒlen einer FlĂŒssigkeit. Voraussetzung: ein stark polarisiertes HâX mit X = N, O oder F.
Eine WasserstoffbrĂŒckenbindung ist stĂ€rker als eine normale kovalente Bindung.
ErklĂ€rung: Falsch. H-BrĂŒcken sind etwa 5â30 kJ/mol stark â das ist viel stĂ€rker als andere zwischenmolekulare KrĂ€fte (Van-der-Waals 0,1â10 kJ/mol), aber etwa 10Ă schwĂ€cher als eine kovalente Bindung (~400 kJ/mol). Sie sind also Anziehungen zwischen MolekĂŒlen, nicht in ihnen.
Methan (CHâ, 16 g/mol), Ammoniak (NHâ, 17 g/mol) und Wasser (HâO, 18 g/mol) sind fast gleich schwer. Welche Reihe ordnet sie nach steigender Siedetemperatur?
ErklĂ€rung: Methan siedet bei â161 °C, Ammoniak bei â33 °C, Wasser bei 100 °C. WasserstoffbrĂŒcken bilden sich nur, wenn H an einem stark elektronegativen Atom (N, O, F) sitzt: Methan hat zwar die meisten H-Atome, kann aber keine BrĂŒcken bilden, weil C kaum elektronegativ ist. NHâ bildet schwĂ€chere BrĂŒcken, HâO mit zwei H und zwei freien Elektronenpaaren ein dichtes Netzwerk. Die Molmasse erklĂ€rt den Unterschied nicht.
Eis hat eine geringere Dichte als flĂŒssiges Wasser. Diese Besonderheit nennt man die ___ des Wassers.
ErklĂ€rung: Die Dichteanomalie zeigt sich auch in flĂŒssigem Wasser â bei 4 °C ist es am dichtesten, danach dehnt es sich beim AbkĂŒhlen wieder aus, und beim Gefrieren springt das Volumen um etwa 9 % nach oben. Deshalb schwimmt Eis und Seen frieren nur an der OberflĂ€che zu â Lebensraum fĂŒr Fische auch im Winter.
Ein Kunststoffbecher wird randvoll mit Wasser gefĂŒllt und offen ins Gefrierfach gestellt. Wie sieht das Eis am nĂ€chsten Tag aus?
ErklĂ€rung: Beim Gefrieren halten die WasserstoffbrĂŒcken jedes MolekĂŒl in einem offenen, sechseckigen Gitter mit HohlrĂ€umen fest. Eis braucht deshalb etwa 9 % mehr Platz als das flĂŒssige Wasser (Dichte 0,917 statt 1,000 g/cmÂł) und wölbt sich ĂŒber den Rand. Die Masse bleibt gleich, das Volumen nicht â und anders als die meisten Stoffe schrumpft Wasser beim Erstarren nicht.
Warum sind Wassertropfen rund?
ErklĂ€rung: Im Inneren wird jedes HâO-MolekĂŒl in alle Richtungen gleich stark angezogen. An der OberflĂ€che fehlen die Nachbarn nach oben, sodass die Anziehung nach innen ĂŒberwiegt. Das System minimiert seine OberflĂ€che â Kugelform. Daher "tanzt" auch ein WasserlĂ€ufer auf der OberflĂ€che.
Wasser kann WasserstoffbrĂŒcken auch zu Alkoholen (R-OH) bilden â deshalb sind kurzkettige Alkohole gut wasserlöslich.
ErklĂ€rung: Richtig. Die OH-Gruppe in Methanol oder Ethanol verhĂ€lt sich fast wie das O-H in Wasser: Sie kann sowohl als Donor als auch als Akzeptor von H-BrĂŒcken auftreten. Deshalb mischen sich Methanol, Ethanol und Wasser in jedem VerhĂ€ltnis. Bei lĂ€ngeren Alkoholen ĂŒberwiegt der unpolare Kohlenwasserstoffrest und die Mischbarkeit sinkt.
Welche der folgenden Substanzen kann KEINE WasserstoffbrĂŒcken bilden?
ErklĂ€rung: H-BrĂŒcken brauchen HâN, HâO oder HâF. CHâ hat nur CâH-Bindungen â Kohlenstoff ist zu wenig elektronegativ, um die Bindung ausreichend zu polarisieren. Deshalb siedet Methan bei â162 °C, obwohl es Ă€hnlich schwer ist wie Wasser.
Die ungewöhnlich hohe WĂ€rmekapazitĂ€t des Wassers macht Meere und Seen zu Klima-___ â sie speichern viel WĂ€rme und geben sie langsam wieder ab.
ErklĂ€rung: Wasser hat eine spezifische WĂ€rmekapazitĂ€t von 4,18 kJ/(kg·K) â eine der höchsten aller Stoffe. Grund: Beim ErwĂ€rmen steckt ein groĂer Teil der zugefĂŒhrten Energie zunĂ€chst im Brechen von H-BrĂŒcken, statt direkt in Bewegungsenergie. Ozeane glĂ€tten so die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen.