Die Alles-gelb-Falle — wenn Markieren nichts mehr zeigt
Nina hat in ihrem Sachtext über Zugvögel fast jede Zeile gelb markiert. Sie hat den Text damit besonders gründlich bearbeitet.
Erklärung: Falsch! Wenn fast alles gelb ist, zeigt die Farbe dir nichts mehr. Markieren ist ein Auswahl-Werkzeug, kein Fleiß-Zeichen - sein Wert kommt aus dem, was du NICHT markierst.
Ein Kind hat einen Sachtext komplett gelb markiert (Version A), ein anderes Kind nur vier Schlüsselwörter (Version B). Welche Version hilft beim Lernen für die Probe mehr?
Erklärung: Version B zeigt dir auf einen Blick, worum es geht: zwei Zugvögel, zwei große Entfernungen, der Nistplatz. Version A sieht komplett gleich aus wie eine Seite ohne jede Farbe.
Wenn eine ganze Seite gelb markiert ist, zeigt dir die Farbe ___ mehr darĂĽber, was auf der Seite wichtig war.
Erklärung: Genau - eine komplett gelbe Seite trägt keine Information mehr, weil keine Auswahl getroffen wurde. Farbe zeigt nur dann etwas, wenn sie selten ist.
Jana markiert in einem Absatz über Biber nur „Biber", „Dämme" und „Nagetier" und kann den Absatz damit nacherzählen. Ali markiert zwanzig Wörter, darunter viele kleine wie „und" und „dann". Janas Markierung zeigt die genauere Auswahl.
Erklärung: Richtig! Eine gute Markierung ist eine seltene Markierung: Je weniger Gelb auf der Seite ist (solange die wichtigsten Wörter dabei sind), desto genauer war die Auswahl.
Ein Absatz hat 60 Wörter. Welche Anzahl markierter Wörter hilft beim Wiederholen am meisten?
Erklärung: Markieren heißt auswählen. Bei 40 oder 60 Wörtern zeigt die Farbe nicht mehr, was wichtig ist.
Leo markiert einen Absatz ĂĽber Wale ganz gelb und sagt, jetzt weiĂź er, was wichtig ist. Er hat recht.
Erklärung: Ganz gelb ist wie gar nicht markiert — er hat nichts ausgewählt.
Satz: „Der Maulwurf gräbt mit seinen kräftigen Schaufelhänden lange Gänge.“ Welche Markierung ist am besten?
Erklärung: Drei Wörter tragen die Aussage. Füllwörter und alles zusammen zeigen nichts.
Wer weniger markiert, muss vorher mehr ĂĽber den Text nachdenken.
Erklärung: Richtig. Erst wer die Kernaussage kennt, kann wenige passende Wörter auswählen — das Nachdenken ist der Lerneffekt.