Aktiv und Passiv
Welcher Satz steht im Passiv?
Erklärung: Das Vorgangspassiv wird mit einer Form von "werden" + Partizip II gebildet ("wird gepflanzt"). Der Handelnde (das Agens) kann mit "von" angeschlossen werden. "hat gepflanzt" und "ist gewachsen" sind Perfekt-Formen im Aktiv – ein Partizip II allein macht noch kein Passiv.
Forme ins Passiv um und lasse das Agens nicht verschwinden – "Der Mechaniker repariert das Auto." → "Das Auto wird ___ Mechaniker repariert."
Erklärung: Beim Umformen wird der Handelnde (das Agens) mit "von" + Dativ angeschlossen: "vom Mechaniker". Lässt man die von-Angabe weg, ist der Satz trotzdem richtig – er sagt dann nur nicht mehr, wer gehandelt hat.
Welcher Satz ist ein Zustandspassiv (nicht ein Vorgangspassiv)?
Erklärung: Das Zustandspassiv ("sein" + Partizip II – "ist geschlossen") beschreibt das Ergebnis eines Vorgangs, einen Zustand. Das Vorgangspassiv ("werden" + Partizip II – "wird geschlossen") beschreibt den Vorgang selbst. Beide unterscheiden sich nur im Hilfsverb. "Die Tür schließt sich" ist ein reflexives Aktiv, kein Passiv.
Die Umformung ins Passiv ist richtig: "Die Lehrerin lobt den Schüler." → "Der Schüler wird von der Lehrerin gelobt."
Erklärung: Richtig. Das Akkusativobjekt des Aktivsatzes ("den Schüler") wird zum Subjekt des Passivsatzes ("Der Schüler"). Das Subjekt des Aktivsatzes ("Die Lehrerin") wird zum Agens mit "von".
Vervollständige das Vorgangspassiv im Perfekt: "Das Haus ___ 1920 gebaut worden."
Erklärung: Perfekt Passiv = "sein" + Partizip II + "worden": "Das Haus ist 1920 gebaut worden." "wurde gebaut" wäre Präteritum. Und "ist gebaut geworden" ist falsch – beim Passiv heißt das Partizip von "werden" "worden", nicht "geworden".
Welche Formulierung passt am besten in eine sachliche Bedienungsanleitung?
Erklärung: In Bedienungsanleitungen ist der Vorgang wichtiger als der Handelnde – das Passiv erlaubt, das Agens wegzulassen: "Die Schraube wird angezogen." Wer sie anzieht, ist egal. "Ich ziehe …" und "du ziehst mal …" rücken dagegen eine Person in den Vordergrund und klingen nicht sachlich.
Der Satz "Mir wird geholfen" ist korrektes Passiv, obwohl es kein Subjekt im Nominativ gibt.
Erklärung: Richtig. "helfen" steht mit dem Dativ ("jemandem helfen"), daher gibt es kein Akkusativobjekt, das zum Subjekt werden könnte. Es entsteht ein subjektloses (unpersönliches) Passiv: "Mir wird geholfen." Das Dativobjekt bleibt im Dativ.
"Das Tor wurde in der 80. Minute von Lea geschossen." Wer hat das Tor geschossen?
Erklärung: Lea – obwohl der Satz im Passiv steht. Die von-Angabe "von Lea" trägt die Schützin. Versteckt wäre sie erst, wenn man "von Lea" streicht: "Das Tor wurde in der 80. Minute geschossen." Ob ein Satz den Handelnden nennt, hängt also nicht an Aktiv oder Passiv, sondern daran, ob er ihn hinschreibt. "Das Tor" ist das Subjekt, aber es hat nichts getan – mit ihm ist etwas passiert.
Der Satz "Beim Abwasch ist Mamas Lieblingstasse kaputtgegangen." nennt, wer die Tasse kaputt gemacht hat.
Erklärung: Falsch. Es ist ein Aktivsatz – sein Subjekt ist aber die Tasse selbst. Wer beim Abwasch gestanden hat, erfährt man nicht. Auch Aktivsätze können den Verursacher auslassen, etwa mit Verben wie "kaputtgehen", "zerbrechen" oder "verloren gehen".
Welcher Satz lässt offen, wer gehandelt hat?
Erklärung: Im ersten Satz ist aus dem Verb "absagen" das Nomen "die Absage" geworden. Für den Chorleiter gibt es in diesem Satz keinen Platz mehr – wer abgesagt hat, bleibt offen. Diesen Nominalstil findet man oft in Mitteilungen und Nachrichten. Der Aktivsatz und der Passivsatz mit "vom Chorleiter" nennen den Handelnden beide.