Kanalisation und Klärwerk
Du ziehst in München den Stöpsel aus der Badewanne. Wohin fließt das Wasser zuerst?
Erklärung: Jeder Abfluss im Haus mündet in ein Rohr, das unter der Straße in die Kanalisation führt. Kein Abfluss endet einfach im Boden oder direkt im Fluss.
Unter den Straßen einer Stadt liegen zwei getrennte Wassernetze — eines bringt sauberes Wasser, eines holt das benutzte ab.
Erklärung: Die Trinkwasserleitung und der Abwasserkanal liegen getrennt unter der Straße. Sauberes und benutztes Wasser berühren sich in der Stadt nie — genau das schützt das Trinkwasser.
In welcher Reihenfolge durchläuft das Schmutzwasser das Klärwerk?
Erklärung: Erst wird Grobes mechanisch entfernt (Rechen, Sandfang), dann fressen Bakterien den gelösten Schmutz, zuletzt setzt sich im Nachklärbecken alles Übrige ab. Vom Groben zum Feinen.
Was bleibt am Rechen ganz am Anfang des Klärwerks hängen?
Erklärung: Der Rechen ist ein grobes Gitter — er fängt nur, was groß genug ist. Gelöste Stoffe schwimmen hindurch; um sie kümmern sich später die Bakterien.
Was reinigt das Wasser im großen Belebungsbecken des Klärwerks?
Erklärung: Im Belebungsbecken fressen Bakterien den gelösten Schmutz — dieselbe Arbeit, die sie in der Natur in Flüssen und Böden tun, nur auf engem Raum und mit viel eingeblasener Luft.
Am Ende des Klärwerks fließt das gereinigte Wasser zurück in die Wasserhähne der Stadt.
Erklärung: Das gereinigte Wasser fließt in den Fluss, nicht ins Trinkwassernetz. Trinkwasser kommt aus dem geschützten Grundwasser — die beiden Netze sind nirgends verbunden.
Wohin fließt das gereinigte Wasser aus dem Münchner Klärwerk Gut Marienhof?
Erklärung: Der Fluss ist der Empfänger des gereinigten Wassers. Einen See unter der Stadt gibt es nicht, und ins Trinkwassernetz führt vom Klärwerk kein einziges Rohr.
Das Schmutzwasser fließt fast überall ohne Pumpen zum Klärwerk, weil die Kanäle leicht ___ verlegt sind.
Erklärung: Auch das zweite Netz nutzt die Schwerkraft. Die Kanäle haben ein leichtes Gefälle, sodass das Wasser von selbst zum tiefer gelegenen Klärwerk fließt.
Lisa schĂĽttet Farbwasser vom Pinselwaschen ins Klo und sagt, jetzt sei es weg. Wo landet das Farbwasser wirklich zuerst?
Erklärung: „Weg" ist ein Ort — der Kanal. Alles, was in den Abfluss geht, reist durch die Kanalisation zum Klärwerk und macht dort Arbeit. Verschwinden kann es nicht.
Ein Papierschiffchen, das in den Gulli fällt, kann Stunden später am Rechen des Klärwerks hängen bleiben.
Erklärung: Der Gulli ist ein Eingang in die Kanalisation, und alle Kanäle führen zum Klärwerk. Was hineinfällt, kommt dort an — und Grobes bleibt am Rechen hängen.
Was darf in den Abfluss?
Erklärung: Feuchttücher zerfallen nicht — sie verknoten sich zu Zöpfen und verstopfen Pumpen. Öl klebt die Rohre zu. Nur Wasser (und Klopapier im Klo) gehört in den Abfluss; alles andere in den Müll.
Das unterirdische Netz aus Rohren, das alles benutzte Wasser der Stadt sammelt, heiĂźt ___.
Erklärung: Die Kanalisation ist das zweite Netz unter der Straße — in München über 2400 Kilometer lang. Sie sammelt das benutzte Wasser und bringt es zum Klärwerk.