Athen ist nicht heute — direkt und ausschließend vs. repräsentativ
In Athen versammeln sich die Bürger und stimmen selbst über einen Kriegszug ab. In Deutschland stimmt der Bundestag über ein Gesetz ab. Welcher Unterschied zeigt sich hier?
Erklärung: Athen war eine direkte Demokratie, unsere ist eine repräsentative Demokratie — wir wählen Abgeordnete, die im Parlament für uns entscheiden.
Was hatten die athenische und die heutige deutsche Demokratie wirklich gemeinsam?
Erklärung: Die echte Gemeinsamkeit ist die Mitbestimmung der Bürger statt der Herrschaft eines Alleinherrschers. Wer darf und wie entschieden wird, unterscheidet sich stark.
Ein Schüler sagt: „Die athenische Demokratie ist einfach unsere Demokratie, nur früher.“ Hat er recht?
Erklärung: Falsch. Athen war direkt und ausschließend und verloste Ämter; unsere Demokratie ist repräsentativ und schließt alle Erwachsenen ein. Das sind zwei verschiedene Arten von Demokratie.
Welche Szene gehört in den heutigen Bundestag, nicht nach Athen?
Erklärung: Repräsentation — wir wählen Vertreter. Athen kannte die Versammlung aller Bürger und das Los.
Heute dürfen in Deutschland auch Frauen wählen — in Athen durften sie es nicht.
Erklärung: Das Frauenwahlrecht gibt es in Deutschland seit 1918. Das Wort Demokratie blieb, wer dazugehört, hat sich geändert.
Eine Stadt mit 80 Millionen Einwohnern will nach athenischem Vorbild regiert werden. Was wäre das größte Problem?
Erklärung: Direkte Versammlungsdemokratie passt zur kleinen Polis. Große Staaten lösen das Problem durch Repräsentation.
Ein Gericht mit 501 ausgelosten Laienrichtern wie in Athen gibt es heute in Deutschland.
Erklärung: Heute urteilen ausgebildete Berufsrichter, teils mit wenigen Schöffen. In Athen bildeten Hunderte geloste Bürger das Gericht — ohne Juristen.
Was hat sich zwischen Athen und heute am wenigsten verändert?
Erklärung: Die Grundidee verbindet beide; Kreis der Berechtigten und Verfahren sind grundverschieden.