Nationalsozialismus – Machtübernahme und Machtausbau
Was geschah am 30. Januar 1933?
Erklärung: Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Hitler zum Reichskanzler — auf Drängen konservativer Politiker um Franz von Papen, die glaubten, Hitler kontrollieren zu können. Dies war der Beginn der NS-Diktatur. Das Ermächtigungsgesetz folgte erst am 23. März 1933.
Das 'Ermächtigungsgesetz' vom 23. März 1933 erlaubte der Regierung, Gesetze ohne Zustimmung des ___ zu erlassen.
Erklärung: Das 'Ermächtigungsgesetz' (offiziell: 'Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich') hob die Gewaltenteilung auf: Die Regierung konnte nun allein Gesetze erlassen, sogar verfassungsändernde. Nur die SPD stimmte dagegen; die KPD war bereits verboten.
Ab 1933 mussten sich Vereine, Zeitungen und Landesregierungen der NSDAP unterordnen; wer sich widersetzte, wurde verboten oder abgesetzt. Wie nennt man diesen Vorgang?
Erklärung: 'Gleichschaltung' ist ein Grundlegender Begriff. Die Nationalsozialisten brachten systematisch alle Bereiche des öffentlichen Lebens unter ihre Kontrolle: Parteien, Gewerkschaften, Vereine, Medien, Justiz, Verwaltung. Die 'Machtübertragung' bezeichnet dagegen Hitlers Ernennung zum Kanzler, die 'Entnazifizierung' gehört in die Zeit nach 1945.
Der Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 wurde von den Nationalsozialisten als Vorwand genutzt, um Grundrechte außer Kraft zu setzen.
Erklärung: Richtig! Nach dem Reichstagsbrand erließ Hindenburg die 'Verordnung zum Schutz von Volk und Staat' (Reichstagsbrandverordnung): Grundrechte wie Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und Unverletzlichkeit der Wohnung wurden außer Kraft gesetzt — dauerhaft. Tausende politische Gegner wurden verhaftet.
Welche Partei war die einzige im Reichstag, die gegen das 'Ermächtigungsgesetz' stimmte?
Erklärung: Die SPD stimmte geschlossen mit Nein — obwohl SA-Männer den Saal bedrohend umstellten. Otto Wels hielt eine mutige Rede für Demokratie und Menschenrechte. Die KPD-Abgeordneten waren bereits verhaftet oder geflohen. Alle anderen Parteien stimmten zu.
Am 2. August 1934 vereinigte Hitler die Ämter des Reichskanzlers und des ___ in seiner Person als 'Führer und Reichskanzler'.
Erklärung: Nach dem Tod Hindenburgs am 2. August 1934 übernahm Hitler auch das Amt des Reichspräsidenten. Die Reichswehr wurde auf ihn persönlich vereidigt. Damit war die Machtkonzentration vollständig — Hitler war unumschränkter Diktator.
Welche Maßnahme gehörte zur 'Gleichschaltung'?
Erklärung: Die Gleichschaltung erfasste alles: Zerschlagung der Gewerkschaften (Mai 1933), Parteienverbot (Juli 1933), Reichsstatthalter in den Ländern, Entlassung jüdischer und politisch unliebsamer Beamter, Kontrolle der Medien. Frauenwahlrecht (1918) und Versailler Vertrag (1919) gehören in die Weimarer Zeit.
Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 konnten alle Parteien frei und ohne Einschüchterung Wahlkampf führen.
Erklärung: Falsch! Nach dem Reichstagsbrand waren die Grundrechte außer Kraft gesetzt: KPD-Abgeordnete waren verhaftet, die SA terrorisierte politische Gegner, die Presse der Opposition war behindert. Die Nationalsozialisten kamen nicht allein durch freie Wahlen an die Macht — die 'legale Revolution' war eine Fassade.
In einem alten Schulbuch steht: „Hitler ergriff am 30. Januar 1933 die Macht.“ Was macht diese Formulierung ungenau?
Erklärung: Historiker bevorzugen heute 'Machtübertragung' oder 'Machtübernahme': Hindenburg ernannte Hitler, konservative Eliten (Papen, Hugenberg, Industrie) halfen ihm an die Macht. 'Machtergreifung' verschleiert die Mitverantwortung dieser Steigbügelhalter. Eine Direktwahl des Kanzlers gab es nicht, und die NSDAP war 1933 die stärkste Partei im Reichstag.
Die Terrororganisation der NSDAP, die politische Gegner einschüchterte und verfolgte, war die ___ (Sturmabteilung).
Erklärung: Die SA (Sturmabteilung) war die paramilitärische Schlägertruppe der NSDAP. Sie terrorisierte politische Gegner, organisierte Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte und war an Pogromen beteiligt. Nach dem 'Röhm-Putsch' 1934 wurde sie von der SS als wichtigste NS-Organisation abgelöst.
Was war der 'Röhm-Putsch' (30. Juni 1934)?
Erklärung: In der 'Nacht der langen Messer' (30. Juni – 2. Juli 1934) ließ Hitler SA-Chef Ernst Röhm und über 80 weitere Personen ermorden — angeblich wegen eines geplanten Putsches. In Wahrheit beseitigte Hitler innerparteiliche Rivalen und Kritiker. Der angebliche Putsch der SA war ein Vorwand — die Propaganda-Bezeichnung 'Röhm-Putsch' kehrt Täter und Opfer um. Das Militär und die Justiz schwiegen.
Ab Juli 1933 war die NSDAP die einzige zugelassene Partei in Deutschland. Welches demokratische Prinzip war damit beseitigt?
Erklärung: Das Parteienverbot beseitigte den politischen Pluralismus — den Wettbewerb mehrerer Parteien. Die Gleichschaltung zerstörte daneben auch weitere Grundprinzipien: Gewaltenteilung (Ermächtigungsgesetz), Meinungsfreiheit (Presselenkung), Rechtsstaatlichkeit (willkürliche Verhaftungen). Deutschland wurde zum totalitären Staat.
Mit dem 'Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums' (April 1933) wurden jüdische und politisch unliebsame ___ aus dem Staatsdienst entlassen.
Erklärung: Dieses Gesetz war eines der ersten antisemitischen Gesetze: Jüdische Richter, Lehrer, Beamte und Professoren verloren ihre Stellen. Es war der Beginn der systematischen Entrechtung und Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung aus dem Berufsleben.
Franz von Papen und andere konservative Politiker glaubten, Hitler als Kanzler kontrollieren zu können.
Erklärung: Richtig! Papen prahlte: 'In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht.' Die Konservativen meinten, Hitler als Marionette nutzen zu können. Das war eine katastrophale Fehleinschätzung — innerhalb weniger Monate hatte Hitler alle Macht an sich gerissen.
Was geschah am 1. April 1933?
Erklärung: Am 1. April 1933 rief die NSDAP zum Boykott jüdischer Geschäfte auf: SA-Männer stellten sich vor die Eingänge und hielten Schilder hoch wie 'Deutsche, kauft nicht bei Juden!'. Es war ein frühes Signal der systematischen Ausgrenzung und Verfolgung. Die Bücherverbrennungen folgten am 10. Mai 1933, die Nürnberger Gesetze erst 1935.