Sorbet und Eis â Zucker gegen Frost
FĂŒr ein leichteres Erdbeersorbet lĂ€sst du die HĂ€lfte des Zuckers weg. Wie ist es am nĂ€chsten Tag?
ErklĂ€rung: Zucker senkt den Gefrierpunkt und hĂ€lt einen Teil des Wassers flĂŒssig â das macht Sorbet weich und portionierbar. Mit halbem Zucker friert viel mehr Wasser zu Kristallen: ein Eisblock. Wasser friert auch ohne Zucker, nur hart.
Dein Mangosorbet ist nach einer Nacht im Gefrierschrank noch weich und klebrig. Was Ànderst du beim nÀchsten Mal?
ErklÀrung: Zu viel Zucker senkt den Gefrierpunkt so weit, dass im Gefrierschrank zu wenig Wasser gefriert. Weniger Zucker oder mehr Frucht bringt die Masse ins Gleichgewicht. Zucker ist kein Bindemittel, und mehr Zeit friert bei gleicher Temperatur nicht mehr Wasser.
In deinem Sorbet bei â16 °C ist noch ein Teil des Wassers flĂŒssig.
ErklĂ€rung: Bei â16 °C ist in Speiseeis nur etwa 72 % des Wassers gefroren (Goff, University of Guelph). Der flĂŒssige Rest, in dem der Zucker gelöst ist, macht Eis und Sorbet löffelbar.
Dein Zitronensorbet hat 15 % Zitronensaft, dein Erdbeersorbet 15 % Erdbeeren. Welches darf in Deutschland âSorbetâ heiĂen?
ErklĂ€rung: Nach den LeitsĂ€tzen fĂŒr Speiseeis braucht ein Sorbet mindestens 25 % Frucht â Fruchtsaft zĂ€hlt mit. Bei sauren FrĂŒchten mit mindestens 2,5 % SĂ€ure wie der Zitrone genĂŒgen 15 %. Das Erdbeersorbet mĂŒsste also mehr Frucht bekommen.
Du rĂŒhrst einen Schuss Sahne ins Mangosorbet, damit es cremiger wird. Es darf weiter âSorbetâ heiĂen.
ErklĂ€rung: Ein Sorbet enthĂ€lt nach den LeitsĂ€tzen fĂŒr Speiseeis keine Milch und keine Milchbestandteile. Mit Sahne ist es ein anderes Eis â das Etikett muss es dann anders nennen.
Du rĂŒhrst 1000 g Erdbeersorbet an und willst es nach den LeitsĂ€tzen âSorbetâ nennen. Wie viele Gramm Erdbeeren mĂŒssen mindestens hinein? (nur die Zahl)
ErklĂ€rung: Mindestens 25 % Frucht: 25 % von 1000 g sind 250 g. Erdbeeren zĂ€hlen nicht zu den sauren FrĂŒchten, fĂŒr die 15 % genĂŒgen.
Dieselbe Sorbetmasse friert einmal gerĂŒhrt in der Eismaschine, einmal still im Gefrierfach. Welches Sorbet wird zarter?
ErklĂ€rung: Beim RĂŒhren entstehen viele kleine Kristalle, und etwas Luft kommt hinein; still gefroren wachsen wenige groĂe Kristalle â das Sorbet wird körnig wie ein GranitĂ© (Goff & Hartel). Ohne Maschine hilft es, die Masse im Gefrierfach immer wieder durchzurĂŒhren.
Du schmeckst die flĂŒssige Sorbetmasse ab, sie ist genau richtig sĂŒĂ. Wie schmeckt das gefrorene Sorbet?
ErklĂ€rung: Kalt schmecken wir SĂŒĂes schwĂ€cher â die SĂŒĂwahrnehmung der Zunge hĂ€ngt von der Temperatur ab (Talavera et al. 2005). Darum darf die Masse vor dem Gefrieren eine Spur zu sĂŒĂ schmecken.
Selbstgemachtes Sorbet aus dem â18 °C kalten Gefrierschrank lĂ€sst sich oft erst nach ein paar Minuten bei Raumtemperatur gut portionieren.
ErklĂ€rung: Im Gefrierschrank ist das Sorbet kĂ€lter und hĂ€rter, als es beim Servieren sein soll. Ein paar Minuten Antauen machen es wieder löffelbar â darum plant ein guter Ablaufplan fĂŒr das Dessert Antauzeit ein.
Du machst zwei Sorbets: eins aus sehr reifen Bananen, eins aus Zitronensaft. Wo gibst du mehr Zucker dazu?
ErklĂ€rung: FĂŒrs Gefrieren zĂ€hlt der ganze gelöste Zucker â auch der aus der Frucht. Reife Banane bringt viel davon mit, Zitronensaft kaum. Darum braucht das Zitronensorbet mehr zugegebenen Zucker, um gleich weich zu werden.
Dein Erdbeereis hat 20 % Erdbeeren. Als âFruchteisâ darf es so heiĂen, als âSorbetâ noch nicht.
ErklĂ€rung: Die LeitsĂ€tze fĂŒr Speiseeis verlangen fĂŒr Fruchteis mindestens 20 % Frucht, fĂŒr ein Sorbet mindestens 25 % â und beim Sorbet zusĂ€tzlich keine Milch.
Ein angetautes und wieder eingefrorenes Sorbet wird genauso glatt wie vorher.
ErklĂ€rung: Beim Antauen schmelzen die kleinen Kristalle, beim Wiedereinfrieren wachsen die ĂŒbrigen zu groĂen â das Sorbet wird grob und eisig (Goff & Hartel). Portioniere darum zĂŒgig und stelle den Rest gleich zurĂŒck.
Ob du die Sorbetmasse vorher im KĂŒhlschrank durchkĂŒhlst oder lauwarm in die Eismaschine gibst, macht fĂŒr die Kristalle keinen Unterschied.
ErklĂ€rung: Eine vorgekĂŒhlte Masse gefriert in der Maschine schneller, und schnell gefroren bleiben die Kristalle klein (Goff & Hartel). Lauwarm dauert es lĂ€nger, die Kristalle wachsen, das Sorbet wird gröber.