Huygens-Prinzip und Beugung
Was besagt das Huygenssche Prinzip?
ErklĂ€rung: Das ist die Modellvorstellung aus der Wellenwanne â aus vielen kreisförmigen Elementarwellen setzt sich die neue Front zusammen. Mit genau dieser Konstruktion lassen sich Reflexion, Brechung und Beugung erklĂ€ren.
Wellenfronten sind geometrische Ărter gleichphasiger SchwingungszustĂ€nde; die Wellenstrahlen stehen ___ auf den Wellenfronten.
ErklĂ€rung: Wellenstrahlen (Wellennormalen) geben die Ausbreitungsrichtung an und stehen stets senkrecht zur Front â bei einer Kreiswelle zeigen sie radial nach auĂen, bei einer geraden Front alle parallel.
Die Elementarwellen des Huygensschen Prinzips sind einzeln messbare Wellen, die man mit einem Detektor nacheinander nachweisen kann.
ErklĂ€rung: Die Elementarwellen sind ein Konstruktionswerkzeug des Modells â beobachtbar ist nur ihre Ăberlagerung, die neue Wellenfront. Das Modell ist trotzdem nicht beliebig, denn es sagt Reflexion, Brechung und Beugung korrekt voraus.
Mikrowellen treffen schrÀg auf eine Metallwand. Was beobachtet man?
ErklĂ€rung: An Metall gilt das Reflexionsgesetz α' = α â im Versuch findet der EmpfĂ€nger das Maximum genau unter dem Ausfallswinkel, der dem Einfallswinkel entspricht. Papier, Holz und Kunststoff durchdringen Mikrowellen dagegen fast ungeschwĂ€cht.
Eine gerade Wasserwelle lÀuft schrÀg aus tiefem Wasser in flaches Wasser, wo sie langsamer ist. Wie lÀuft sie im flachen Wasser weiter?
ErklĂ€rung: Nach Huygens wĂ€chst jede Elementarwelle mit der örtlichen Geschwindigkeit. Der Teil der Front, der zuerst ins flache Wasser kommt, hat dort kleinere Elementarwellen als der Teil, der noch im tiefen Wasser lĂ€uft â die EinhĂŒllende kippt, die Welle knickt zum Lot hin ab: sin α / sin ÎČ = câ/câ. Eine bloĂe Verlangsamung ohne Knick gibt es nur bei senkrechtem Einfall.
Das Eindringen von Wellen in den geometrischen Schattenraum hinter Hindernissen und Ăffnungen nennt man ___.
ErklĂ€rung: Beugung folgt direkt aus dem Huygensschen Prinzip â die Punkte der Front in der Ăffnung wirken als Elementarwellenzentren, deren Wellen sich auch seitlich ausbreiten.
Wann dringt eine Welle hinter einem Spalt deutlich in den geometrischen Schattenraum ein?
ErklĂ€rung: Eine enge Ăffnung wirkt wie ein einzelnes Elementarwellenzentrum â dahinter breitet sich fast eine Kreiswelle aus. Bei einer weiten Ăffnung ĂŒberlagern sich viele Zentren zu einer nahezu geraden Front, die Beugung bleibt auf die RĂ€nder beschrĂ€nkt.
Beugung tritt nur bei Licht auf, nicht aber bei Schall- oder Wasserwellen.
ErklĂ€rung: Beugung ist eine Eigenschaft jeder wellenartigen Ausbreitung â in der Wellenwanne, bei Schall, bei Mikrowellen und bei Licht. Unterschiedlich ist nur, wie stark sie auffĂ€llt, denn das hĂ€ngt vom VerhĂ€ltnis der WellenlĂ€nge zur GröĂe von Ăffnung oder Hindernis ab.
Eine Person steht hinter einem Baum mit dickem Stamm und ruft. Man hört sie, sieht sie aber nicht. Warum?
ErklĂ€rung: Der Stammdurchmesser liegt in der GröĂenordnung der SchallwellenlĂ€nge â der Schall lĂ€uft um das Hindernis herum in den Schattenraum. FĂŒr Licht (λ um 10â»â· m) ist der Baum riesig, es bleibt beim geometrischen Schatten.
Eine gerade Wasserwelle trifft auf eine sehr enge Ăffnung. Welche Form haben die Wellenfronten dahinter?
ErklĂ€rung: Die enge Ăffnung lĂ€sst praktisch nur ein einziges Elementarwellenzentrum ĂŒbrig â genau die Aufgabe aus der Quelle, die man mit der Huygens-Konstruktion zeichnet. Hinter einer weiten Ăffnung bliebe die Front dagegen fast gerade.
Der geometrische Strahlengang beschreibt den Verlauf einer Welle an Ăffnungen und Hindernissen immer korrekt.
ErklĂ€rung: Genau an Ăffnungen und Hindernissen versagt das Strahlenmodell â die Welle dringt durch Beugung in den geometrischen Schattenraum ein. Das Strahlenmodell ist nur eine NĂ€herung fĂŒr den Fall, dass alle Abmessungen viel gröĂer als die WellenlĂ€nge sind.
Welche Materialien schirmen Mikrowellen im Versuch ab?
ErklĂ€rung: Nichtleiter wie Papier, Styropor, Holz und Kunststoff durchdringen Mikrowellen bei geringer Dicke fast ungeschwĂ€cht. In Metallen regen die Wellen die freien Elektronen zu Schwingungen an â deren SekundĂ€rwelle löscht die Welle dahinter aus, das Metall schirmt ab.
In der Wellenwanne tauchen viele Stifte an einem geraden Balken gleichzeitig ins Wasser. Was sieht man in einigem Abstand vom Balken?
ErklĂ€rung: Jeder Stift erzeugt eine kreisförmige Elementarwelle. Weil alle gleichzeitig starten, ĂŒberlagern sie sich zu einer gemeinsamen geraden Front â ihrer EinhĂŒllenden. Genau das ist das Huygenssche Prinzip, in der Wellenwanne direkt sichtbar gemacht. Die einzelnen Kreiswellen sieht man nur dicht am Balken; ausgelöscht werden sie nicht.
Mikrowellen (λ â 3 cm) und Licht (λ â 0,0005 mm) treffen nacheinander auf denselben 5 cm breiten Spalt. Was beobachtet man?
ErklĂ€rung: Entscheidend ist das VerhĂ€ltnis von Spaltbreite zu WellenlĂ€nge. FĂŒr die Mikrowellen ist der Spalt nur wenige WellenlĂ€ngen breit â starke Beugung; fĂŒr das Licht ist er hunderttausendfach breiter als λ, der Schattenraum bleibt dunkel.