Licht und Sehen — die Sender-Empfänger-Vorstellung
Im Garten steht ein Baum. Wann kannst du ihn sehen?
Erklärung: Sehen funktioniert nur in eine Richtung: Licht muss vom Gegenstand ins Auge gelangen. Der Baum leuchtet nicht selbst — er streut auftreffendes Sonnenlicht, und dieses gestreute Licht empfängt dein Auge. In völliger Dunkelheit gibt es kein Licht, das er streuen könnte, und dein Auge sendet keine Sehstrahlen aus; Licht speichern und später abgeben kann er auch nicht.
Das Auge sendet unsichtbare Sehstrahlen aus, die den Gegenstand abtasten.
Erklärung: Das Auge ist ein reiner Empfänger. Es sendet nichts aus — es fängt Licht ein, das von Gegenständen kommt. Ohne Licht ins Auge sehen wir nichts, egal wie sehr wir uns anstrengen.
In einem absolut dunklen Keller liegt ein weißes Blatt Papier. Was siehst du nach einer Stunde Gewöhnung?
Erklärung: Sehen braucht Licht, das vom Gegenstand ins Auge fällt. In absoluter Dunkelheit gibt es kein Licht zu streuen — auch das beste Auge sieht dann nichts, egal wie lange es sich gewöhnt.
Welcher dieser Körper ist auch in völliger Dunkelheit sichtbar?
Erklärung: Kerze, Sonne und Lampe sind Lichtquellen — sie senden selbst Licht aus und sind deshalb auch im Dunkeln sichtbar. Das weiße Buch ist ein beleuchteter Körper: Ohne einfallendes Licht bleibt es unsichtbar, auch wenn es hell wirkt. Der Spiegel wirft nur fremdes Licht zurück und leuchtet nicht selbst — ohne Licht sieht man auch ihn nicht.
Ein raues Blatt Papier und ein glatter Spiegel werden gleich beleuchtet. Bei welchem hängt es vom Blickwinkel ab, was man sieht?
Erklärung: An rauen Oberflächen wird Licht in alle Richtungen gestreut — deshalb sieht jeder im Raum das Blatt gleich gut. Der glatte Spiegel reflektiert gerichtet, darum hängt es vom Standort ab, was man in ihm sieht.
Wir sehen den Mond, weil er Sonnenlicht zu uns streut — er ist selbst keine Lichtquelle.
Erklärung: Der Mond leuchtet nicht selbst. Er wird von der Sonne beleuchtet und streut einen Teil dieses Lichts zur Erde — genau wie jeder andere beleuchtete Körper.
Damit wir einen Gegenstand sehen, muss Licht von ihm ausgehen und in unser ___ fallen.
Erklärung: Das ist die Sender-Empfänger-Vorstellung: Der Gegenstand (Quelle oder Streuer) ist der Sender, das Auge der Empfänger. Ohne diesen Lichtweg gibt es kein Sehen.
Ein Laserstrahl läuft durch staubfreie Luft und danach durch eine Nebelschwade. Wo siehst du den Strahl von der Seite?
Erklärung: Licht sieht man nicht „von der Seite" — man sieht nur Licht, das ins Auge fällt. In staubfreier Luft läuft der Strahl ungestört weiter, es gelangt kein Licht seitlich ins Auge. Erst die Nebeltröpfchen streuen einen Teil des Strahls ab und machen ihn sichtbar.
Eine Katze kann in absoluter Dunkelheit sehen, weil ihre Augen Licht aussenden.
Erklärung: Auch Katzenaugen sind nur Empfänger — sie nutzen schwaches Restlicht extrem gut aus, und eine Spiegelschicht im Auge wirft es zurück (darum „leuchten" sie im Scheinwerferlicht). In absoluter Dunkelheit sieht auch eine Katze nichts.
Du siehst einen roten Apfel im Sonnenlicht. Was geschieht zuerst?
Erklärung: Die Lichtkette läuft immer von der Quelle über den Gegenstand zum Auge: Zuerst beleuchtet die Sonne den Apfel, dann streut der Apfel dieses Licht, zuletzt empfängt es dein Auge. Das Auge sendet keinen Sehstrahl aus, und der Apfel erzeugt kein eigenes Licht.
In der Sonne liegen frischer weißer Schnee und grauer Asphalt nebeneinander. Was blendet stärker?
Erklärung: Schnee streut fast das gesamte auftreffende Licht in alle Richtungen, der graue Asphalt schluckt einen großen Teil. Je mehr gestreutes Licht ins Auge fällt, desto heller erscheint uns die Fläche — deshalb blendet der Schnee, nicht der Asphalt.
Körper, die selbst Licht aussenden (Sonne, Kerze, Lampe), nennt man ___.
Erklärung: Lichtquellen senden eigenes Licht aus. Alle anderen Körper sehen wir nur als beleuchtete Körper — sie streuen fremdes Licht in unser Auge.
Nachts sieht man Autos schon von Weitem an ihren Scheinwerfern: Hier fällt das Licht direkt von der Quelle ins Auge, ohne Umweg über einen gestreuten Gegenstand.
Erklärung: Richtig — bei Lichtquellen ist der Weg direkt (Sender → Auge). Bei allem anderen braucht es den Umweg über die Streuung an der Oberfläche.
Im dunklen Kinosaal — wann siehst du die Person neben dir?
Erklärung: Ohne Licht keine Sicht. Erst das Licht der hellen Szene beleuchtet die Person; sie streut es in dein Auge. Das Auge sendet nichts aus, und der Mensch ist keine eigene Lichtquelle — bei schwarzer Leinwand nützt auch die beste Gewöhnung nichts.