Vom Beleg zur Buchung — von unserer Seite aus
Beleg: Rechnung der Mühle Berger, Empfängerin Harrys Bäckerei, 1.250 € Roggenmehl, zahlbar in 30 Tagen. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Das Mehl geht zu, also steht es im Soll. Bezahlt ist noch nichts — auf der Habenseite wächst die Schuld bei der Mühle. Eine Forderung hat hier die Mühle, nicht Harry: Sie wartet auf das Geld. Wertzugang ins Soll, Werteabgang ins Haben.
Beleg: Quittung von Großhandel Nolte über 60 € Zucker mit dem Vermerk „Betrag dankend bar erhalten“. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Der Zucker geht zu, das Bargeld geht ab. Weil bar bezahlt wurde, entsteht keine Schuld bei Nolte — ein Lieferantenkonto wäre hier falsch, auch wenn ein Lieferantenname auf dem Beleg steht.
Beleg: Rechnung von Großhandel Nolte über 85 € Hefe mit dem Vermerk „zahlbar bis 30. April“. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Derselbe Lieferant wie bei der Zuckerquittung, aber diesmal geht kein Geld hinaus: Die Hefe ist geliefert, die Zahlung steht noch aus. Deshalb steht im Haben die Schuld und nicht die Kasse.
Beleg: Rechnung von Maschinen Ostermeier, Empfängerin Harrys Bäckerei, 3.400 € Brötchenpresse, zahlbar in 14 Tagen. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Die Presse steht in der Backstube — Wertzugang, also Soll. Wer auf sein Geld wartet, ist Ostermeier; in Harrys Büchern ist das eine Schuld. Ob Mehl oder Maschine geliefert wird, ändert am Muster nichts.
Beleg: Rechnung von Harrys Bäckerei an das Café Sonne, 460 € für den alten Kühlschrank, der genau mit 460 € in den Büchern steht, zahlbar in 14 Tagen. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Diesmal hat Harry die Rechnung geschrieben, nicht bekommen — der Kühlschrank geht ab, das Recht auf 460 € geht zu. Wer eine Rechnung verschickt, hat eine Forderung; eine Verbindlichkeit hätte er, wenn er die Rechnung bekommen hätte.
Beleg: Harrys Kontoauszug mit der Zeile „Überweisung Mühle Berger 1.250 €, Rechnung ausgeglichen“. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Das Geld verlässt das Bankkonto — Werteabgang, also Haben. Dafür ist die Schuld bei der Mühle weg, und dieser Abbau steht im Soll. Harry hatte nie eine Forderung gegen die Mühle, sondern eine Schuld bei ihr.
Beleg: Derselbe Vorgang auf dem Kontoauszug der Mühle Berger, Zeile „Gutschrift Harrys Bäckerei 1.250 €“. Welchen Buchungssatz schreibt die Mühle Berger?
Erklärung: Ein Vorgang, zwei Bücher, zwei spiegelbildliche Sätze. Bei der Mühle geht Geld zu (Soll) und die Forderung an Harry geht ab (Haben). Harrys Satz einfach abzuschreiben führt genau in den Fehler, den man vermeiden soll.
Beleg: Harrys Kontoauszug mit der Zeile „Gutschrift Café Sonne 460 €, Rechnung Kühlschrank“. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Das Geld kommt an (Soll), und das Recht auf die 460 € ist damit erloschen (Haben). Der Kühlschrank wurde schon bei der Rechnung ausgebucht — er darf hier nicht noch einmal auftauchen.
Beleg: Derselbe Vorgang in den Büchern des Café Sonne, Kontoauszug mit der Zeile „Überweisung Harrys Bäckerei 460 €“. Welchen Buchungssatz schreibt das Café Sonne?
Erklärung: Das Café hatte die Rechnung bekommen, also eine Schuld. Jetzt geht das Geld ab (Haben) und die Schuld wird kleiner (Soll) — genau der Spiegel von Harrys Satz. Wer hier Harrys Satz übernimmt, bucht aus der falschen Perspektive.
Beleg: Harrys Kontoauszug mit der Zeile „Lastschrift Maschinen Ostermeier 3.400 €“. Die Brötchenpresse steht seit der Rechnung in den Büchern. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Die Presse ist längst gebucht; jetzt wird nur noch bezahlt. Wer sie hier erneut ins Soll setzt, hat eine Maschine zweimal in den Büchern. Bezahlt wird die Schuld, nicht die Maschine.
Beleg: Kassenbeleg mit dem Vermerk „Einlage des Inhabers Harry, 2.500 € aus seinem privaten Sparbuch“. Welchen Buchungssatz schreibt Harrys Bäckerei?
Erklärung: Der Betrieb bekommt Geld (Soll), und die Herkunft ist der Inhaber selbst — das Eigenkapital wächst (Haben). Eine Verbindlichkeit entstünde nur bei einem Fremden, etwa der Bank; Eigenkapital ist keine Schuld gegenüber irgendwem.
Auf der Quittung der Ölmühle Kron über 140 € Rapsöl steht „Betrag dankend bar erhalten“. Harry bucht: Rohstoffe 140 € an Verbindlichkeiten 140 €.
Erklärung: Nein. Das Wort „bar“ entscheidet: Das Geld ist schon aus der Kasse geflossen, eine Schuld bei der Ölmühle gibt es nicht. Richtig ist Rohstoffe 140 € an Kasse 140 €.
Das Restaurant Adler überweist 540 € für eine Rechnung, die Harry ihm im Vormonat geschrieben hat. In Harrys Büchern steht danach: Bank 540 € an Forderungen 540 €.
Erklärung: Ja. Geld geht zu (Soll Bank), die Forderung geht ab (Haben Forderungen). In den Büchern des Restaurants steht spiegelbildlich Verbindlichkeiten 540 € an Bank 540 €.
Auf Harrys Kontoauszug steht eine Lastschrift von Großhandel Nolte über 890 €. In Harrys Büchern gehört dieser Betrag auf die Habenseite des Kontos Bank.
Erklärung: Ja, denn das Geld verlässt Harrys Konto: Werteabgang ins Haben. Der Kontoauszug selbst ist von der Bank geschrieben und zeigt deshalb ihre Sicht — er ist ein Beleg, keine fertige Buchung.
Die Rechnung, die Harry von der MĂĽhle Berger bekommt, ist aus seiner Sicht eine ___.
Erklärung: Dasselbe Blatt Papier ist für die Mühle eine Ausgangsrechnung. Der Beleg wechselt den Namen mit der Seite, von der aus man ihn liest — und mit dem Namen auch der Buchungssatz.
Harrys Kontoauszug einer Woche zeigt drei Zeilen: Gutschrift Feinkost Vogt 620 €, Lastschrift Energieversorger 310 €, Überweisung Ölmühle Kron 740 €. Wie viele Euro bucht Harry in dieser Woche insgesamt im Haben des Kontos Bank?
Erklärung: 310 € + 740 € = 1.050 € verlassen das Konto, also Haben. Die Gutschrift über 620 € ist ein Zugang und steht im Soll — sie wird nicht mitgezählt.