Was der Start kostet, bevor der erste Euro hereinkommt
Lena richtet ihre Fahrradwerkstatt ein: Werkzeugsatz 900 €, Ersatzteile für den Anfang 300 €, Kaution für die Garage 600 €. Die Garagenmiete beträgt 250 € im Monat, und in den ersten zwei Monaten kommt noch nichts herein. Wie hoch ist der Kapitalbedarf vor der Eröffnung?
Erklärung: 900 € + 300 € + 600 € = 1.800 € für die Anschaffungen, dazu 2 × 250 € = 500 € Miete für die Monate ohne Einnahmen: 2.300 €. Wer nur die Anschaffungen zählt, steht im zweiten Monat ohne Geld für die Miete da.
Für einen Eisstand fallen an: gebrauchter Wagen 4.000 €, Kühltruhe 1.200 €, erste Zutaten 400 €, Standgebühr für den ersten Monat 300 €. Alles ist vor dem ersten Verkaufstag zu bezahlen. Wie hoch ist der Kapitalbedarf vor der Eröffnung?
Erklärung: 4.000 € + 1.200 € + 400 € + 300 € = 5.900 €. Die Standgebühr gehört dazu: Sie ist fällig, bevor die erste Kugel verkauft ist.
Tim rechnet für seinen Turnbeutel-Shop: Nähmaschine 350 €, Stoff 150 €, Verpackung und Porto im Voraus 50 €. Im ersten Monat erwartet er 400 € Umsatz. Wie hoch ist der Kapitalbedarf vor der Eröffnung?
Erklärung: 350 € + 150 € + 50 € = 550 €. Der erwartete Umsatz senkt den Kapitalbedarf nicht: Er kommt später, und er kommt vielleicht gar nicht. Bezahlt werden müssen Maschine, Stoff und Porto trotzdem vorher.
Zwei Gründerinnen planen einen Foodtruck: Fahrzeug 18.000 €, Umbau 6.500 €, erste Zutaten 800 €, Kaution für den Stellplatz 1.200 €. Wie hoch ist der Kapitalbedarf vor der Eröffnung?
Erklärung: 18.000 € + 6.500 € + 800 € + 1.200 € = 26.500 €. Auch die Kaution ist Geld, das die Gründerinnen vorher aufbringen müssen, obwohl sie es später zurückbekommen.
Lena hat bei der Bank 2.000 € zu 6 % Zinsen im Jahr aufgenommen; getilgt wird erst am Ende der Laufzeit. Im ersten Jahr macht die Werkstatt keinen Gewinn. Wie viel muss Lena in diesem Jahr an die Bank zahlen?
Erklärung: 6 % von 2.000 € sind 120 €, und die sind fällig, ob die Werkstatt läuft oder nicht. Genau das ist der Preis eines Kredits: Er bringt Geld, aber keinen Ertrag, und er fragt nicht nach dem Gewinn.
Statt des Kredits beteiligt sich Lenas Onkel mit 2.000 € an der Werkstatt. Im ersten Jahr macht die Werkstatt keinen Gewinn. Wie viel muss Lena in diesem Jahr an ihren Onkel zahlen?
Erklärung: Nichts. Der Onkel hat keinen Anspruch auf Zinsen, sondern auf einen Anteil am Gewinn — und den gibt es dieses Jahr nicht. Dafür trägt er das Risiko mit.
Im zweiten Jahr macht Lenas Werkstatt 4.000 € Gewinn. Der Onkel ist mit der Hälfte des Eigenkapitals beteiligt und bekommt entsprechend die Hälfte des Gewinns. Wie viel bekommt der Onkel in diesem Jahr?
Erklärung: Die Hälfte von 4.000 € sind 2.000 €. Wer sich beteiligt, will keinen festen Zins, sondern einen Anteil — im guten Jahr ist das deutlich mehr als jeder Zinssatz.
Im zweiten Jahr macht Lenas Werkstatt 4.000 € Gewinn. Lena hat sich für den Kredit über 2.000 € zu 6 % entschieden. Wie viel bekommt die Bank aus diesem Gewinn?
Erklärung: Die Bank bekommt ihre 120 € Zinsen, mehr nicht — der Rest des Gewinns bleibt bei Lena. Im schlechten Jahr war der Kredit teurer als die Beteiligung, im guten Jahr ist er deutlich billiger.
Für den Ausbau ihrer Werkstatt braucht Lena 7.500 € von außen. Die Bank verlangt dafür 6 % Zinsen im Jahr; der Onkel würde stattdessen 7.500 € einlegen und dafür die Hälfte des Gewinns bekommen. Im ersten Jahr beträgt der Gewinn vor Zinsen 600 €. Wie viel bleibt Lena bei der Bankvariante?
Erklärung: 6 % von 7.500 € sind 450 € Zinsen; 600 € − 450 € = 150 € bleiben Lena. Beim Onkel blieben ihr 300 €, also die Hälfte von 600 €. In einem mageren Jahr ist die Beteiligung günstiger — bei hohem Gewinn dreht sich das um.
Als die Kreditsumme von 2.000 € auf Lenas Geschäftskonto eingeht, hat die Werkstatt in diesem Monat einen Ertrag von 2.000 € erzielt.
Erklärung: Nein. Die Werkstatt hat 2.000 € mehr auf dem Konto und 2.000 € mehr Schulden — verdient hat sie nichts. Ertrag entsteht erst, wenn eine Leistung verkauft wird.
Ein Kiosk am Sportplatz braucht vor der Eröffnung: Verkaufshütte 3.400 €, Kühlschrank 700 €, erste Ware 450 €, Kaution für den Platz 900 €. Wie hoch ist der Kapitalbedarf in Euro?
Erklärung: 3.400 + 700 + 450 + 900 = 5.450. Der Kapitalbedarf ist die Summe alles dessen, was vor dem ersten Umsatz bezahlt sein muss.
Die Gründerinnen des Foodtrucks nehmen einen Kredit über 9.000 € zu 5 % Zinsen im Jahr auf. Wie viel Zinsen fallen im ersten Jahr an (in Euro)?
Erklärung: 5 % von 9.000 € sind 450 €. Diese 450 € sind fällig, unabhängig davon, wie viele Portionen der Truck verkauft.
Ein Kredit über 6.000 € wird in vier Jahren in gleich hohen jährlichen Raten getilgt. Wie hoch ist die jährliche Tilgung in Euro?
Erklärung: 6.000 € ÷ 4 = 1.500 € pro Jahr. Die Tilgung kommt zu den Zinsen hinzu: Der Kredit kostet also nicht nur Zinsen, er muss auch zurückgezahlt werden.
Zwei Jahre später will Lena ihre Werkstatt zu einem Laden ausbauen; der Kapitalbedarf dafür beträgt 12.000 €. Sie bringt 4.500 € Erspartes selbst ein. Wie viel Geld muss sie sich von außen leihen (in Euro)?
Erklärung: 12.000 € − 4.500 € = 7.500 €. Das Ersparte ist Eigenkapital und will nicht zurückgezahlt werden; die 7.500 € sind Fremdkapital und wollen es sehr wohl.
Ein Kredit über 5.000 € läuft drei Jahre zu 4 % Zinsen im Jahr; getilgt wird erst am Ende der drei Jahre. Wie viel Zinsen zahlt die Gründerin insgesamt (in Euro)?
Erklärung: 4 % von 5.000 € sind 200 € im Jahr, in drei Jahren 600 €. Weil erst am Ende getilgt wird, bleibt die Zinslast in allen drei Jahren gleich hoch.
Der Foodtruck macht im ersten Jahr 3.200 € Gewinn, bevor die Zinsen abgezogen sind. Der Kredit über 20.000 € kostet 6 % Zinsen im Jahr. Wie viel Gewinn bleibt nach den Zinsen (in Euro)?
Erklärung: 6 % von 20.000 € sind 1.200 € Zinsen; 3.200 € − 1.200 € = 2.000 €. Der Kredit schneidet auch dann ab, wenn das Jahr gut war — er nimmt nur einen festen Betrag, keinen Anteil.