Welche Rechtsform passt zu diesem Risiko?
Lena repariert allein Fahrräder, braucht 2.300 € Startkapital, hat kein Geld für Notar und Stammkapital und will so einfach wie möglich anfangen. Welche Rechtsform passt zu dieser Gründung?
Erklärung: Eine Person, wenig Kapital, kleines Risiko: Das Einzelunternehmen ist die Form mit dem geringsten Gründungsaufwand — eine Gewerbeanmeldung genügt. Eine GbR bräuchte mindestens zwei Gesellschafter, eine GmbH 25.000 € Stammkapital (Stand 2026).
Drei Freundinnen bieten gemeinsam Nachhilfe an. Jede legt 300 € ein, es gibt keinen Notartermin und keinen Eintrag im Handelsregister. Welche Rechtsform passt zu dieser Gründung?
Erklärung: Sobald sich mehrere zu einem gemeinsamen Zweck zusammentun, entsteht ohne weiteres Zutun eine GbR. Ein Einzelunternehmen kann nur einer Person gehören; eine UG entsteht erst durch Notar und Eintrag ins Handelsregister.
Zwei Gründerinnen betreiben einen Foodtruck mit Gasgrill an Bord — bei einem Unfall kann hoher Schaden entstehen. Sie haben 30.000 € zur Verfügung und wollen auf keinen Fall ihr privates Erspartes riskieren. Welche Rechtsform passt zu dieser Gründung?
Erklärung: Hohes Schadensrisiko plus genug Kapital: Die GmbH begrenzt die Haftung auf das Vermögen der Gesellschaft, und die 25.000 € Stammkapital (Stand 2026) sind vorhanden. Bei GbR und Einzelunternehmen haftet das Privatvermögen mit.
Zwei Gründer wollen eine App verkaufen. Sie wollen ihre Haftung begrenzen, haben aber zusammen nur 2.000 € und bekommen keinen Kredit. Welche Rechtsform passt zu dieser Gründung?
Erklärung: Die UG (haftungsbeschränkt) ist ab 1 € Stammkapital zu gründen (Stand 2026) und haftet trotzdem nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Für eine GmbH fehlen die 25.000 €, und eine GbR würde die Haftung gerade nicht begrenzen.
Mia verkauft in den Ferien allein selbstgemachte Armbänder auf Märkten, Materialeinsatz 60 €, niemand kann dabei zu Schaden kommen. Welche Rechtsform passt zu dieser Gründung?
Erklärung: Bei 60 € Einsatz und ohne Schadensrisiko wäre der Aufwand einer UG oder GmbH — Notar, Handelsregister, Jahresabschluss — teurer als das ganze Geschäft. Haftung ist hier keine Entscheidungsgröße.
Ein Gründer will allein eine Kletterhalle betreiben: 200.000 € Kapitalbedarf, die Bank finanziert mit, und bei einem Sturz kann ein sehr hoher Schaden entstehen. Welche Rechtsform passt zu dieser Gründung?
Erklärung: Auch eine einzelne Person kann eine GmbH gründen. Bei diesem Schadensrisiko ist die Haftungsbegrenzung der ausschlaggebende Punkt; das Stammkapital von 25.000 € (Stand 2026) ist bei 200.000 € Kapitalbedarf kein Hindernis.
Lenas Werkstatt läuft als Einzelunternehmen. Sie schuldet einem Lieferanten 8.000 €, im Betrieb sind aber nur noch 1.500 €. Privat hat Lena 6.000 € gespart. Wie viel von Lenas privatem Geld kann der Lieferant holen?
Erklärung: Beim Einzelunternehmen gibt es keine Trennung der Vermögen: Lena haftet auch mit ihrem privaten Ersparten. Nach den 1.500 € aus dem Betrieb fehlen noch 6.500 €, und davon holt sich der Lieferant die 6.000 €, die Lena privat hat.
Die Foodtruck-GmbH schuldet 60.000 € und besitzt noch 20.000 €. Beide Gesellschafterinnen haben ihre Stammeinlage vollständig eingezahlt; jede hat privat 30.000 € gespart. Wie viel von diesem privaten Geld kann die Gläubigerin holen?
Erklärung: Nichts. Die GmbH haftet nur mit ihrem eigenen Vermögen. Wer seine Einlage voll eingezahlt hat, hat seine Pflicht erfüllt — die restlichen 40.000 € bleiben beim Gläubiger als Verlust.
Die Nachhilfe-GbR der drei Freundinnen schuldet einem Lieferanten 3.000 €; in der Kasse der GbR sind noch 300 €. Anna hat privat 4.000 € gespart. Wie viel von Annas privatem Geld kann der Lieferant holen?
Erklärung: In der GbR haften die Gesellschafterinnen als Gesamtschuldnerinnen (§ 721 BGB, Stand 2026): Der Lieferant darf sich die vollen restlichen 2.700 € bei einer einzigen holen. Ein Drittel — 900 € — schuldet Anna im Innenverhältnis; nach außen schuldet sie alles. Sie kann sich das Geld anschließend bei den beiden anderen zurückholen — das Risiko dafür trägt aber sie.
Die App-UG schuldet 15.000 € und besitzt noch 500 €. Das Stammkapital von 1 € ist eingezahlt. Jeder der beiden Gründer hat privat 8.000 € gespart. Wie viel von diesem privaten Geld kann die Gläubigerin holen?
Erklärung: Die UG (haftungsbeschränkt) haftet wie die GmbH nur mit dem Gesellschaftsvermögen — trotz des winzigen Stammkapitals von 1 € (Stand 2026). Deshalb sind Geschäftspartner bei einer UG vorsichtig und verlangen oft eine private Bürgschaft.
Lena fĂĽhrt ihre Fahrradwerkstatt als Einzelunternehmen. Ihr privates Sparbuch ist damit vor den Schulden des Betriebs sicher.
Erklärung: Nein. Beim Einzelunternehmen haftet die Inhaberin unbeschränkt, also auch mit dem Sparbuch, dem Auto und allem anderen Privatvermögen.
Zwei Gründerinnen wollen eine Hundetagesstätte eröffnen und haben zusammen 8.000 €. Damit können sie eine GmbH gründen.
Erklärung: Nein. Eine GmbH braucht 25.000 € Stammkapital, von denen bei der Anmeldung mindestens die Hälfte eingezahlt sein muss (Stand 2026). Mit 8.000 € bleibt ihnen die UG (haftungsbeschränkt).
Die beiden App-Gründer haben zusammen 2.000 €. Damit können sie eine UG (haftungsbeschränkt) gründen.
Erklärung: Ja. Für die UG genügt ein Stammkapital ab 1 € (Stand 2026). Sie muss dafür ein Viertel ihres Jahresgewinns zurücklegen, bis 25.000 € erreicht sind.
Eine GmbH wird mit dem gesetzlichen Mindeststammkapital gegründet. Bei der Anmeldung muss davon mindestens die Hälfte eingezahlt sein (Stand 2026). Wie viele Euro sind das?
Erklärung: Das Mindeststammkapital beträgt 25.000 €, die Hälfte davon 12.500 € (Stand 2026). Der Rest bleibt als Einzahlungspflicht bestehen und kann später eingefordert werden.
Die App-UG macht im ersten Jahr 4.000 € Gewinn. Sie muss davon ein Viertel als gesetzliche Rücklage einbehalten (Stand 2026). Wie viele Euro sind das?
Erklärung: Ein Viertel von 4.000 € sind 1.000 €. So spart sich die UG Jahr für Jahr in Richtung der 25.000 € einer GmbH — das ist der Preis dafür, mit 1 € starten zu dürfen.
Lena führt ihre Werkstatt als Einzelunternehmen. Für die 8.000 € Schulden des Betriebs haftet sie deshalb auch mit ihrem ___ Vermögen.
Erklärung: Beim Einzelunternehmen und in der GbR reicht die Haftung ins Privatvermögen hinein; bei UG und GmbH endet sie am Vermögen der Gesellschaft.