Der Betrieb ist nicht sein Inhaber
Am 2. März wird Harrys Bäckerei gegründet. Harry hat auf seinem privaten Sparkonto 24.000 € und in seiner Geldbörse 300 €; eingezahlt hat er davon noch nichts. Wie viel Geld gehört an diesem Tag der Bäckerei?
Erklärung: Die Bäckerei ist an ihrem ersten Tag eine eigene Rechtsperson ohne einen Cent. Harrys Sparkonto und seine Geldbörse gehören Harry, nicht ihr — sie bekommt erst etwas, wenn er einzahlt.
Am 3. März überweist Harry 15.000 € von seinem privaten Sparkonto auf das Geschäftskonto der Bäckerei. Wie viel Geld gehört danach der Bäckerei?
Erklärung: Bei der Bäckerei angekommen sind genau 15.000 €. Die übrigen 9.000 € liegen weiterhin privat — sie sind Harrys Geld, nicht das der Bäckerei.
Harry hat 15.000 € in die Bäckerei eingelegt. Wie viel muss die Bäckerei ihm davon zurückzahlen?
Erklärung: Eine Einlage ist keine Ausleihe. Es gibt keinen Rückzahlungstermin und keine Verbindlichkeit. Was Harry hat, ist ein Anspruch auf das, was am Ende übrig bleibt — das Eigenkapital.
Auf dem Geschäftskonto der Bäckerei liegen 7.500 €, auf Harrys privatem Girokonto 2.400 €. Wie viel Geld gehört der Bäckerei?
Erklärung: Zwei Konten, zwei Eigentümer. Dass derselbe Mensch über beide verfügen kann, macht die 2.400 € nicht zu Geld der Bäckerei.
In der Ladenkasse der Bäckerei liegen 3.600 €. Harry nimmt 1.300 € heraus und bezahlt damit seine private Stromrechnung. Wie viel Geld gehört danach der Bäckerei?
Erklärung: Das Geld hat den Betrieb verlassen und ist privat geworden. Die Bäckerei hat 1.300 € weniger — obwohl derselbe Mensch beide Kassen in der Hand hält.
Im ersten Jahr erwirtschaftet die Bäckerei 16.400 € Gewinn. Harry hat sich im selben Jahr 9.000 € auf sein privates Konto überwiesen. Wie viel Geld ist dadurch zusätzlich auf Harrys privatem Konto?
Erklärung: Auf Harrys Konto liegt nur, was er entnommen hat: 9.000 €. Die restlichen 7.400 € Gewinn liegen im Betrieb und erhöhen dort sein Eigenkapital — sie sind sein Anspruch, aber nicht sein Geld auf dem Konto.
Ein Handwerker hat der Bäckerei 260 € für eine Ofenreparatur berechnet und dem Nachbarn 140 € für eine andere Reparatur. Harry überweist die 260 € von seinem privaten Girokonto. Wie viel schuldet die Bäckerei danach dem Handwerker?
Erklärung: Die Rechnung der Bäckerei ist bezahlt — von wessen Konto das Geld kam, ist dem Handwerker egal. Die Bäckerei schuldet jetzt allerdings Harry 260 €. Die Rechnung des Nachbarn ging die Bäckerei nie etwas an.
Harry kauft am Samstag ein Fahrrad für 900 € auf Rechnung — ein Geschenk für seine Tochter. Wer schuldet dem Fahrradhändler die 900 €?
Erklärung: Der Kauf ist privat; die Bäckerei war an diesem Geschäft nicht beteiligt und der Vorgang taucht in ihren Büchern nicht auf. Eine Schuld entsteht mit dem Kauf, nicht erst mit der Zahlung.
Die Bäckerei kauft eine Kühlvitrine für 4.800 € auf Rechnung, zahlbar in 30 Tagen. Wer schuldet dem Händler die 4.800 €?
Erklärung: Bestellt und erhalten hat die Bäckerei, also schuldet sie. Harry haftet als Inhaber zwar mit, aber in den Büchern steht die Schuld beim Betrieb — und sie steht dort ab dem Kauftag.
Ein Rohrbruch verdirbt im Lager der Bäckerei Mehl von der Mühle Berger und Zucker im Wert von 700 €. Wessen Verlust ist das?
Erklärung: Das Mehl gehörte der Bäckerei, also trifft der Schaden sie. Die Mühle Berger hat ihr Mehl längst verkauft und bezahlt bekommen. Der Verlust mindert das Eigenkapital der Bäckerei — und damit mittelbar auch Harrys Anspruch.
Die Bäckerei liefert der Schulkantine Brötchen für 340 € auf Rechnung. Wer hat nach dieser Lieferung eine Forderung über 340 €?
Erklärung: Wer geliefert und noch kein Geld bekommen hat, hat die Forderung. Aus der Sicht der Kantine sieht derselbe Vorgang genau umgekehrt aus — deshalb wird immer festgelegt, aus wessen Sicht geschrieben wird: aus der des eigenen Betriebs.
Harry kauft für 9.200 € einen Gebrauchtwagen, den er nur privat fährt, und bezahlt ihn von seinem privaten Konto. Der Wagen gehört zum Vermögen der Bäckerei.
Erklärung: Nein. Gekauft, bezahlt und genutzt wird der Wagen privat. In den Büchern der Bäckerei steht davon nichts.
Harry gewinnt 5.400 € im Lotto und legt das Geld auf sein privates Sparkonto. Das Vermögen der Bäckerei steigt dadurch um 5.400 €.
Erklärung: Nein. Reicher geworden ist Harry, nicht die Bäckerei. Erst wenn er das Geld einlegt, gehört es dem Betrieb.
Die Ladenmiete für Juli über 1.900 € ist noch nicht überwiesen. Diese Schuld gehört in die Bücher der Bäckerei.
Erklärung: Ja. Den Mietvertrag über den Laden hat der Betrieb, also ist es seine Schuld — auch wenn Harry sie am Ende zu spüren bekommt.
Harry kauft für seine Wohnung eine Waschmaschine und bezahlt sie privat. In den Büchern der Bäckerei steht von diesem Kauf ___.
Erklärung: Die Bäckerei war nicht beteiligt. Aufgeschrieben wird nur, was den Betrieb betrifft — und zwar aus seiner Sicht.
Am 1. Juni hat die Bäckerei 8.400 € auf dem Geschäftskonto. Am 5. Juni legt Harry 3.100 € privates Geld ein, am 20. Juni entnimmt er 1.500 € für private Zwecke. Wie viel Geld gehört am 30. Juni der Bäckerei (in Euro)?
Erklärung: 8.400 € + 3.100 € − 1.500 € = 10.000 €. Die Einlage bringt privates Geld in den Betrieb, die Entnahme holt betriebliches Geld heraus — die Grenze wird zweimal überquert, in verschiedene Richtungen.