Einen Fehler zugeben und wiedergutmachen

Owning a mistake and putting it right

Alltag und Selbstständigkeit Klasse 8 12 Aufgaben
AlltagskompetenzVerbindlichkeitKommunikationKerncurriculum

Nach einem gebrochenen Versprechen entscheidet nicht der Fehler, sondern das, was danach passiert, ob eine Zusammenarbeit weitergeht. Schülerinnen und Schüler lernen die vier Teile einer echten Wiedergutmachung: benennen, was schiefgelaufen ist, ohne Nebensätze („ich habe es vergessen", nicht „es ist untergegangen"); den Schaden bei der anderen Person anerkennen; etwas Konkretes anbieten, das den Schaden verkleinert; und benennen, was man ändert, damit es nicht wieder passiert. Dazu die zwei häufigsten Fehlformen und warum sie nicht wirken: die Entschuldigung mit „aber", die die Schuld verschiebt, und die Übertreibung („ich bin so ein Idiot"), die die andere Person in die Rolle drängt, einen zu trösten. Ausdrücklich Teil des Themas ist, dass eine Wiedergutmachung eine *Handlung* enthält und nicht nur einen Satz — und dass niemand verpflichtet ist, sie anzunehmen.

Können & Üben

Rechtzeitig absagen

Schweigt, wenn etwas nicht kommt.

Sagt Bescheid, wenn jemand darauf drängt.

Sagt Bescheid, sobald danach gefragt wird, mit brauchbarem Vorschlag.

Meldet sich von selbst, sobald das FrĂĽhzeichen da ist, und bringt einen neuen Termin mit.

Erkennt das Muster im eigenen Zusagen und korrigiert es, statt öfter abzusagen.

Voraussetzungen (1)

Leicht
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Welche Formulierung ĂĽbernimmt wirklich die Verantwortung?

  • â—Ź „Ich habe es vergessen."
  • â—‹ „Es ist irgendwie untergegangen."
  • â—‹ „Es hat sich leider nicht ergeben."
Ein handelndes Ich statt einer Sache, die von selbst passiert. Passive Formulierungen verstecken genau die Person, um die es geht.
Wahr / Falsch #2 18s â–¶ Testen

Ein Fehler wiegt weniger schwer, wenn er sofort und von selbst gemeldet wird.

âś“ Wahr
Ja — selbst gemeldet erspart der anderen Person die Entdeckung und zeigt, dass man den eigenen Stand kennt.
Multiple Choice #3 20s â–¶ Testen

Ben hat das Fahrrad seines Freundes kaputt gemacht. Was gehört zuerst?

  • â—Ź Es ihm sagen, bevor er es selbst sieht
  • â—‹ Es heimlich reparieren lassen
  • â—‹ Warten, ob es ihm auffällt
Die eigene Meldung ist der Unterschied zwischen einem Missgeschick und einer Vertrauensfrage. Reparieren kommt danach.
Mittel
Multiple Choice #1 22s â–¶ Testen

Was fehlt bei „Tut mir leid, aber ich hatte echt viel zu tun"?

  • â—Ź Nach dem „aber" steht eine Rechtfertigung statt der Anerkennung des Schadens
  • â—‹ Es ist zu kurz
  • â—‹ Es fehlt eine Anrede
Das „aber" nimmt zurück, was davor stand. Der Satz endet bei den eigenen Umständen statt bei der anderen Person.
Multiple Choice #2 22s â–¶ Testen

Jonas hat das Material vergessen, die Gruppe hat eine Stunde verloren. Was ist ein konkretes Angebot?

  • â—Ź „Ich mache den Teil, der ĂĽbrig ist, heute Abend allein fertig."
  • â—‹ „Ich werde in Zukunft besser aufpassen."
  • â—‹ „Sorry, echt blöd."
Eine Wiedergutmachung enthält eine Handlung, die den Schaden verkleinert. Vorsätze und Bedauern tun das nicht.
Wahr / Falsch #3 20s â–¶ Testen

„Ich bin so ein Idiot, ich mache immer alles falsch" ist eine gute Entschuldigung.

âś“ Falsch
Nein — sie dreht das Gespräch um die eigenen Gefühle und zwingt die andere Person zu trösten. Der Schaden kommt darin gar nicht vor.
Multiple Choice #4 22s â–¶ Testen

Was ist der vierte Teil einer Wiedergutmachung, den fast alle weglassen?

  • â—Ź Zu sagen, was man konkret ändert, damit es nicht wieder passiert
  • â—‹ Sich noch einmal zu entschuldigen
  • â—‹ Zu erklären, wie es dazu kam
Ohne Änderung ist es eine Ankündigung derselben Sache beim nächsten Mal. „Ich trage es ab jetzt sofort in den Kalender ein" ist überprüfbar.
Multiple Choice #5 22s â–¶ Testen

Mia entschuldigt sich, und die andere Person bleibt ärgerlich. Was ist richtig?

  • â—Ź Das aushalten — eine Entschuldigung muss nicht angenommen werden
  • â—‹ Noch einmal erklären, warum es passiert ist
  • â—‹ Beleidigt sein, sie hat sich ja entschuldigt
Eine Wiedergutmachung ist ein Angebot, kein Anspruch auf Vergebung. Der Ärger der anderen Person gehört ihr.
Multiple Choice #6 20s â–¶ Testen

Welcher Satz erkennt den Schaden bei der anderen Person an?

  • â—Ź „Du hast wegen mir eine Stunde verloren."
  • â—‹ „Es war ein stressiger Tag."
  • â—‹ „So schlimm war es doch nicht."
Anerkennen heiĂźt, den Schaden aus Sicht der anderen Person zu benennen. Alles andere redet ĂĽber einen selbst.
Multiple Choice #7 22s â–¶ Testen

Lea hat denselben Fehler zum dritten Mal gemacht und sich jedes Mal entschuldigt. Was fehlt?

  • â—Ź Eine Ă„nderung am System, nicht eine weitere Entschuldigung
  • â—‹ Eine ausfĂĽhrlichere Entschuldigung
  • â—‹ Mehr Reue
Beim dritten Mal ist die Entschuldigung ohne Änderung wertlos geworden. Was zählt, ist der Kalendereintrag, die Erinnerung, der feste Platz.
Wahr / Falsch #8 18s â–¶ Testen

Wer einen Fehler zugibt, verliert Ansehen.

âś“ Falsch
Meistens nicht — verloren geht Ansehen durch Vertuschen. Ein zugegebener und behobener Fehler stärkt eher das Vertrauen.
Multiple Choice #9 22s â–¶ Testen

Was ist bei einer Wiedergutmachung wichtiger als das GefĂĽhl?

  • â—Ź Die Handlung, die den Schaden verkleinert
  • â—‹ Dass es einem wirklich leidtut
  • â—‹ Dass man es gut formuliert
Die andere Person hat etwas verloren. Nur eine Handlung gibt davon etwas zurück — Gefühl und Formulierung tun das nicht.