Donator-Akzeptor-Konzept

Donor–Acceptor Concept

Chemie Klasse 11 9 Aufgaben
Donator-AkzeptorProtonenĂŒbertragungElektronenĂŒbertragungKerncurriculum

SĂ€ure-Base- und Redoxreaktionen folgen demselben Donator-Akzeptor-Muster: Ein Donator gibt ein Teilchen ab, ein Akzeptor nimmt es auf, und beide bilden korrespondierende Paare. Der Unterschied liegt nur im ĂŒbertragenen Teilchen — bei SĂ€ure-Base wandern Protonen, bei Redox Elektronen. Damit werden zwei zunĂ€chst getrennt gelernte Reaktionstypen zu einer gemeinsamen Denkfigur auf höherer Abstraktionsstufe zusammengefĂŒhrt. Dasselbe Konzept trat in Klasse 9 bereits als „ProtonenĂŒbergang" bzw. „ElektronenĂŒbergang" auf.

Leicht
LĂŒckentext #1 15s ▶ Testen

Eine SĂ€ure nach BrĂžnsted ist ein ___-Donator.

✓ Antwort: Protonen
SĂ€ure → Base + Hâș. Da Hâș ein nacktes Proton ist, heißt der Vorgang ProtonenĂŒbergang. BrĂžnsted definierte SĂ€uren also funktional: nicht wie Arrhenius ĂŒber die Bildung von H₃Oâș, sondern ĂŒber den Mechanismus des Hâș-Übergangs.
Mittel
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

Was beschreibt das Donator-Akzeptor-Konzept?

  • ● Den gemeinsamen Mechanismus von SĂ€ure-Base- und Redoxreaktionen — bei beiden ĂŒbertrĂ€gt ein Donator etwas (Proton bzw. Elektron) auf einen Akzeptor.
  • ○ Die Bewegung von Atomen in einem Kristallgitter.
  • ○ Den Aufbau von Atomen.
  • ○ Die PolaritĂ€t von Bindungen.
Das Donator-Akzeptor-Schema vereinheitlicht zwei sehr Ă€hnliche Reaktionsklassen: SĂ€ure-Base-Reaktion = ProtonenĂŒbergang (Hâș-Donator → Hâș-Akzeptor); Redoxreaktion = ElektronenĂŒbergang (e⁻-Donator → e⁻-Akzeptor). Beide brauchen je zwei Reaktionspartner; beide bilden korrespondierende Paare.
Multiple Choice #2 20s ▶ Testen

Magnesiumband in Kupfersulfatlösung: Mg + CuÂČâș → MgÂČâș + Cu. Welches Teilchen ist der Elektronen-Donator?

  • ○ CuÂČâș
  • ● Mg
  • ○ Cu
Der Elektronen-Donator gibt Elektronen ab: Mg wird zu MgÂČâș, es gibt zwei Elektronen ab und wird dabei oxidiert – es ist das Reduktionsmittel. CuÂČâș nimmt diese Elektronen auf; es ist der Akzeptor (Oxidationsmittel) und wird zu Cu reduziert. Cu ist ein Produkt. Wie bei SĂ€ure und Base bilden Donator und Akzeptor ein Paar: Ohne Abgabe keine Aufnahme.
Multiple Choice #3 30s ▶ Testen

Bei der Reaktion HCl + NH₃ → NH₄âș + Cl⁻ — wer ist der Protonen-Donator, wer der Akzeptor?

  • ● HCl ist der Protonen-Donator (SĂ€ure), NH₃ ist der Akzeptor (Base).
  • ○ HCl ist der Akzeptor, NH₃ der Donator.
  • ○ Beide sind Donatoren.
  • ○ Beide sind Akzeptoren.
HCl → Hâș + Cl⁻ (gibt Hâș ab). NH₃ + Hâș → NH₄âș (nimmt Hâș auf). Korrespondierende Paare HCl/Cl⁻ (SĂ€ure 1 / Base 1) und NH₄âș/NH₃ (SĂ€ure 2 / Base 2). Auf einer Seite der Reaktion steht jeweils die SĂ€ure, auf der anderen ihre konjugierte Base.
Wahr / Falsch #4 25s ▶ Testen

Bei einer Redoxreaktion mĂŒssen die abgegebenen und aufgenommenen Elektronen in der Gesamtbilanz gleich viele sein.

✓ Wahr
Richtig. Elektronen "schweben" nicht frei — was der eine Partner abgibt, nimmt der andere auf. Genau diese Kopplung ergibt den Begriff Redox (Reduktion + Oxidation als unzertrennliches Paar). Beim Aufstellen der Reaktionsgleichung multipliziert man Teilgleichungen, bis die Elektronenzahl auf beiden Seiten passt.
Multiple Choice #5 25s ▶ Testen

Welche Reaktion ist KEINE Donator-Akzeptor-Reaktion?

  • ● Schmelzen von Eis: H₂O(s) → H₂O(l).
  • ○ HCl + H₂O → H₃Oâș + Cl⁻.
  • ○ 2 Na + Cl₂ → 2 NaCl.
  • ○ Zn + 2 Hâș → ZnÂČâș + H₂.
Schmelzen ist ein physikalischer Vorgang — keine Bindungen zwischen den Atomen brechen auf, kein Proton oder Elektron wird ĂŒbertragen. Die ĂŒbrigen Beispiele sind klassische Donator-Akzeptor-Reaktionen — eine SĂ€ure-Base- und zwei Redoxreaktionen.
Multiple Choice #6 30s ▶ Testen

WofĂŒr ist das Donator-Akzeptor-Konzept besonders nĂŒtzlich?

  • ● Es zeigt die strukturelle Ähnlichkeit zwischen sehr verschiedenen Reaktionstypen und erleichtert das Aufstellen und Verstehen von Reaktionsgleichungen.
  • ○ Es ist nur fĂŒr die Klausur wichtig.
  • ○ Es erlaubt nur quantitative Berechnungen.
  • ○ Es ersetzt das Periodensystem.
Statt zwei separate Theorien fĂŒr SĂ€ure-Base- und Redoxreaktionen zu lernen, erkennt man dieselbe Logik wieder: zwei Partner, ein ĂŒbertragenes Teilchen, korrespondierende Paare. Das spart Lernaufwand und erlaubt es, weitere Reaktionsklassen (Komplexbildung, Lewis-SĂ€ure-Base) im selben Schema zu beschreiben.
Schwer
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Welche Oxidationszahl hat das Stickstoff-Atom im Ammoniak-MolekĂŒl NH₃?

  • ○ +III
  • ○ 0
  • ● −III
FĂŒr Oxidationszahlen tut man so, als wĂ€ren alle Bindungen ionisch: Die Bindungselektronen gehören dem elektronegativeren Partner. Stickstoff ist elektronegativer als Wasserstoff, also erhĂ€lt jedes H +I, und weil das MolekĂŒl neutral ist, bleibt fĂŒr N −III. Das ist eine formale Ladung, keine echte – ein neutrales MolekĂŒl heißt nicht, dass jedes Atom 0 hat, und Oxidationszahlen können auch negativ sein.
LĂŒckentext #2 20s ▶ Testen

Eine Substanz, die je nach Reaktionspartner als SĂ€ure ODER als Base wirken kann (z. B. H₂O), nennt man ___.

✓ Antwort: Ampholyt
Wasser ist das Standardbeispiel: H₂O + HCl → H₃Oâș + Cl⁻ (H₂O wirkt als Base) und H₂O + NH₃ → OH⁻ + NH₄âș (H₂O wirkt als SĂ€ure). Auch HCO₃⁻, HSO₄⁻, H₂PO₄⁻ und AminosĂ€uren sind Ampholyte. Analog gibt es Substanzen, die sowohl Oxidations- als auch Reduktionsmittel sein können — z. B. H₂O₂.