SĂ€ure-Base-Titration und pH-Berechnung

Acid–Base Titration and pH Calculation

Chemie Klasse 9 10 Aufgaben
TitrationpH-WertNeutralisationKerncurriculum

Wie viel SĂ€ure steckt in einer unbekannten SalzsĂ€ure? Die Kinder tropfen Natronlauge bekannter Konzentration zu, bis der Indikator umschlĂ€gt, und rechnen ĂŒber n = c · V auf die gesuchte Konzentration zurĂŒck — der Äquivalenzpunkt ist der Moment gleicher Stoffmengen. Dazu kommt der pH-Wert als Zehnerpotenz-Skala: pH 3 heißt hundertmal mehr H₃Oâș als pH 5, nicht „etwas saurer". Gegen die Fehlvorstellung, der pH-Wert sei eine lineare SĂ€uremenge, arbeitet jede Aufgabe mit Zehnerschritten. Verbindet Chemie mit den Potenzen der Mathematik; bereitet SĂ€ure-Base-Gleichgewichte und Titrationskurven der Oberstufe vor.

Leicht
LĂŒckentext #1 15s ▶ Testen

Indikatoren sind Stoffe, die ihre ___ in AbhÀngigkeit vom pH-Wert Àndern.

✓ Antwort: Farbe
Bekannte Indikatoren und Umschlagsbereiche: Methylorange (3,1–4,4 rot→gelb), Lackmus (5–8), Bromthymolblau (6,0–7,6 gelb→blau), Phenolphthalein (8,2–10,0 farblos→pink). Universalindikator zeigt einen ganzen Farbverlauf von rot ĂŒber grĂŒn nach blau.
Mittel
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Eine Chemikerin will wissen, wie viel SÀure ein Apfelsaft enthÀlt. Welches Vorgehen ist eine Titration?

  • ○ Universalindikator zugeben und die Farbe mit der Skala vergleichen
  • ● Natronlauge aus der BĂŒrette zutropfen bis zum Farbumschlag
  • ○ Den Saft eindampfen und den festen RĂŒckstand wiegen
Bei einer Titration gibt man aus der BĂŒrette eine Maßlösung bekannter Konzentration zu, bis die SĂ€ure gerade neutralisiert ist (Farbumschlag des Indikators). Aus dem verbrauchten Volumen berechnet man die Stoffmenge der SĂ€ure. Die Indikatorfarbe allein zeigt nur, wie sauer der Saft ist (pH), nicht wie viel SĂ€ure er enthĂ€lt. Eindampfen und Wiegen ist eine andere Methode (Gravimetrie).
LĂŒckentext #2 15s ▶ Testen

Der Punkt, an dem genau gleiche Stoffmengen SĂ€ure und Base reagiert haben, heißt ___.

✓ Antwort: Äquivalenzpunkt
Am Äquivalenzpunkt gilt n(Hâș) = n(OH⁻). Bei einer starken SĂ€ure und starken Base liegt er bei pH = 7, bei schwachen SĂ€uren oder Basen kann er deutlich davon abweichen. Der Indikator schlĂ€gt idealerweise *am* Äquivalenzpunkt um.
Multiple Choice #3 25s ▶ Testen

Wie ist der pH-Wert definiert?

  • ● pH = −log c(H₃Oâș), also der negative dekadische Logarithmus der Oxonium-Ionen-Konzentration (in mol/L).
  • ○ pH ist der Anteil an SĂ€ure in Prozent.
  • ○ pH ist die Temperatur einer SĂ€ure.
  • ○ pH ist die Anzahl der H-Atome in einem MolekĂŒl.
Der pH-Wert komprimiert die enorme Spannweite möglicher H₃Oâș-Konzentrationen (von ~10 mol/L bis 10⁻Âč⁔ mol/L) auf eine handliche Skala von ca. 0–14. Saure Lösungen: pH < 7. Neutral: pH = 7. Basisch: pH > 7. Eine pH-Stufe entspricht einem Faktor 10 in der Konzentration.
Zahleneingabe #4 30s ▶ Testen

Berechne den pH-Wert einer SalzsÀure-Lösung mit c(HCl) = 0,01 mol/L. Hinweis: HCl ist eine starke SÀure, dissoziiert vollstÀndig.

✓ Antwort: 2
HCl + H₂O → H₃Oâș + Cl⁻ (vollstĂ€ndig). Daher c(H₃Oâș) = 0,01 mol/L = 10⁻ÂČ mol/L. pH = −log(10⁻ÂČ) = 2. Faustregel fĂŒr starke einprotonige SĂ€uren: pH = −log c(SĂ€ure).
Multiple Choice #5 30s ▶ Testen

Was passiert bei einer Neutralisationsreaktion zwischen HCl und NaOH?

  • ● H₃Oâș + OH⁻ → 2 H₂O. Es entsteht Wasser; Naâș und Cl⁻ bleiben in Lösung — beim Eindampfen kristallisiert NaCl aus.
  • ○ HCl + NaOH → HNa + ClOH
  • ○ HCl und NaOH heben sich gegenseitig auf, sodass nichts entsteht.
  • ○ Es entsteht Chlorgas (Cl₂).
Die ionische Schreibweise zeigt das Wesentliche: nur die H₃Oâș- und OH⁻-Ionen reagieren, die "Zuschauer-Ionen" Naâș und Cl⁻ schwimmen unverĂ€ndert weiter. Wird das Wasser anschließend abgedampft, erhĂ€lt man kristallines Natriumchlorid — daher der Name "Salz" fĂŒr das Reaktionsprodukt einer Neutralisation.
Wahr / Falsch #6 25s ▶ Testen

Eine Lösung mit pH = 3 enthĂ€lt 100-mal mehr H₃Oâș-Ionen als eine Lösung mit pH = 5.

✓ Wahr
Richtig. Die pH-Skala ist logarithmisch — eine Differenz von 2 Einheiten bedeutet einen Faktor 10ÂČ = 100. c(H₃Oâș) bei pH 3 = 10⁻³ mol/L, bei pH 5 = 10⁻⁔ mol/L. Genau diese Hebelwirkung macht selbst kleine pH-Änderungen biologisch dramatisch (z. B. MagensĂ€ure pH 1, Blut pH 7,4).
Schwer
Zahleneingabe #1 35s ▶ Testen

Welchen pH-Wert hat eine Natronlauge mit c(NaOH) = 0,001 mol/L? (NaOH dissoziiert vollstĂ€ndig, T = 25 °C, K_w = 10⁻Âč⁎)

✓ Antwort: 11
c(OH⁻) = 0,001 mol/L = 10⁻³ mol/L → pOH = 3. Bei 25 °C gilt pH + pOH = 14, also pH = 14 − 3 = 11. Alternative: c(H₃Oâș) = K_w / c(OH⁻) = 10⁻Âč⁎ / 10⁻³ = 10⁻ÂčÂč → pH = 11.
Multiple Choice #2 45s ▶ Testen

Beim Titrieren von 25 mL einer SalzsĂ€ure mit c(HCl) = ? gegen NaOH-Maßlösung (c = 0,1 mol/L) werden 20 mL bis zum Äquivalenzpunkt verbraucht. Wie groß ist c(HCl)?

  • ● 0,08 mol/L
  • ○ 0,1 mol/L
  • ○ 0,125 mol/L
  • ○ 0,2 mol/L
n(NaOH) = 0,020 L · 0,1 mol/L = 0,002 mol. Im Äquivalenzpunkt gilt n(HCl) = n(NaOH) = 0,002 mol. Daher c(HCl) = n / V = 0,002 mol / 0,025 L = 0,08 mol/L.
Multiple Choice #3 30s ▶ Testen

Welcher Indikator ist fĂŒr die Titration einer starken SĂ€ure mit einer starken Base am besten geeignet?

  • ● Bromthymolblau — schlĂ€gt nahe pH 7 um, also genau am Äquivalenzpunkt.
  • ○ Methylorange (Umschlag bei pH 3,5).
  • ○ Phenolphthalein (Umschlag bei pH 9).
  • ○ Universalindikator nach Augenmaß.
Der Indikator sollte im Umschlagsbereich des Äquivalenzpunkts liegen. Bei einer starken SĂ€ure + starker Base ist das pH 7 → Bromthymolblau (gelb→blau). Bei einer schwachen SĂ€ure + starken Base liegt der Äquivalenzpunkt im Basischen → Phenolphthalein wĂ€re dann passend.