Das Steuerpult wächst
The control panel grows
Die drei exekutiven Funktionen — Hemmung (Impulse bremsen), Arbeitsgedächtnis (im Kopf behalten) und kognitive Flexibilität (umschalten) — wachsen zwischen drei und sechs Jahren besonders schnell. Trainieren lassen sie sich nicht durch Drill, sondern durch Spiele mit Regeln, Warten und Rollenwechsel.
Hinter der Stirn deines Kindes sitzt das, was Fachleute die exekutiven Funktionen nennen — die Steuerzentrale des präfrontalen Kortex, die beim Kleinkind noch kaum in Betrieb war (siehe „Das unreife Steuerpult"). Zwischen drei und sechs wächst sie schnell. Drei Hebel gehören dazu: Hemmung (einen Impuls bremsen), Arbeitsgedächtnis (im Kopf behalten, was jetzt gilt) und Flexibilität (zwischen Regeln umschalten).
Der Sprung ist messbar. In einem Sortierspiel („erst nach Farbe, jetzt nach Form") bleiben die meisten Dreijährigen bei der alten Regel hängen, während die meisten Fünfjährigen mühelos umschalten (Zelazo, 2006). Diese wachsende Selbststeuerung sagt später Gesundheit, Bildung und Wohlergehen voraus — als Zusammenhang, wohlgemerkt, nicht als bewiesener Hebel, den man beliebig umlegen könnte (Moffitt u. a., 2011).
Das Beste: Der Wirkstoff ist gratis und steht längst in deinem Wohnzimmer. „Ich sehe was, was du nicht siehst", Memory, „Kommando Pimperle", Rollenspiel — überall muss ein Kind einen Impuls bremsen, eine Regel behalten und umschalten. Ehrlich bleibt: Reine Trainingsprogramme für die exekutiven Funktionen übertragen sich meist nur eng auf die geübte Aufgabe (Kassai u. a., 2019). Was hilft, ist echtes, reiches Spiel — nicht die App mit dem Gehirn im Logo.