Zwei, die zählen: Folsäure und Jod
The two that count: folic acid and iodine
Nur zwei Nahrungsergänzungen sind in Deutschland Standard: Folsäure (400 µg, ab Kinderwunsch bis etwa Woche 12) und Jod (etwa 100–150 µg). Alles andere im Vitaminregal ist bedingt — bei nachgewiesenem Mangel oder Risiko —, nicht Routine.
Das ganze Regal lässt sich auf zwei Dosen eindampfen. Folsäure, 400 µg pro Tag, schon ab dem Kinderwunsch bis etwa zur 12. Woche, senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte deutlich. Der Haken sitzt in der Zeit: Das Neuralrohr schließt sich sehr früh, oft bevor viele überhaupt von der Schwangerschaft wissen — deshalb der frühe Start (USPSTF; NHS). Dazu kommt Jod, rund 100–150 µg, das die deutsche Linie ergänzt, weil hier viele ohnehin knapp versorgt sind (Gesund ins Leben/DGE).
Alles andere ist bedingt, nicht Routine. Eisen erst bei nachgewiesenem Mangel — sonst schadet es eher, als dass es nützt. DHA nur, wenn du kaum Fisch isst. Magnesium, Kalzium, Multivitamin-Cocktails: ohne konkreten Grund kein Gewinn (Verbraucherzentrale). Die teuren Kombi-Dosen packen die zwei günstigen Wirkstoffe in eine Hülle aus lauter Dingen, die du meist nicht brauchst.
Kurz: Das Vitaminregal ist zum größten Teil Marketing auf zwei Cent-Artikeln. Wenn eine Blutuntersuchung in der Vorsorge einen echten Mangel zeigt, ergänzt ihn deine Ärztin gezielt — das ist der Weg, nicht die bunte Dose auf Verdacht.