„Gibt es Gott?“, „Was ist ein gutes Leben?“, „Kann es Frieden zwischen allen Menschen geben?“ — und daneben „Wie hoch ist die Zugspitze?“. Die Kinder unterscheiden große Menschheitsfragen, über die Menschen seit Jahrtausenden nachdenken und verschieden antworten, von Fragen, die man nachschlagen kann; sie ordnen zu, welche Antwort Religionen nach ihrem Glauben geben (Juden, Christen und Muslime glauben, dass Gott die Welt geschaffen hat; viele Religionen kennen die Goldene Regel; „Schalom“ und „Salam“ wünschen Frieden), und erkennen, dass solche Fragen in jeder Kultur und auch von Kindern gestellt werden. Matthews (1980, *Philosophy and the Young Child*) dokumentiert, dass Kinder von sich aus Fragen stellen, mit denen sich Philosophen beschäftigen; Lipman, Sharp und Oscanyan (1980, *Philosophy in the Classroom*) und Martens (1999, *Philosophieren mit Kindern*) begründen, warum solche Fragen im Unterricht offen bleiben und nur die Begründung bewertet wird. Religionen werden beschreibend dargestellt — Lernen *über* Religion, nicht *aus* einer bestimmten (Grimmitt 1987, *Religious Education and Human Development*) —, sodass ein Kind jeder oder keiner Religion dieselbe richtige Antwort gibt. Verhindert werden zwei Fehlschlüsse: eine große Frage sei eine Nachschlagefrage, oder sie sei längst endgültig beantwortet. Die große Frage selbst wird nie geschlossen geprüft. LehrplanPLUS GS Ethik 3/4, 3.2 Merkmale der Religionen in unserer Gesellschaft verstehen (grundlegende Menschheitsfragen wahrnehmen: die Frage nach Gott und dem richtigen Leben, die Sehnsucht nach Frieden und Erlösung; Gemeinsamkeiten der Religionen). Bereitet vor: `ethik.religionsphilosophie` (Ethik 10) und `ethik.meta.argument-und-begruendung`.
Welche große Frage beschäftigt dich manchmal? Warum ist sie so schwer zu beantworten?
✓ Antwort: Ich frage mich, ob das Weltall irgendwo aufhört. Es ist schwer, weil man nicht hinfahren und nachschauen kann, und wenn es aufhört, was ist dann dahinter?
Mila sagt: „Große Fragen sind sinnlos, weil man sie nie ganz beantworten kann.“ Stimmst du ihr zu? Begründe.
âś“ Antwort: Ich finde nicht. Wenn ich darĂĽber nachdenke, was ein gutes Leben ist, merke ich, was mir wichtig ist. Aber Mila hat recht, dass man keine Antwort bekommt, die alle ĂĽberzeugt.