Wir leben von der Natur
We live from nature
Wird ein Bach verschmutzt, werden die Fische krank — und dann findet der Reiher kein Futter mehr; fehlen im Obstgarten die Bienen, wachsen im Herbst weniger Äpfel; versickert Altöl, kann man irgendwann das Brunnenwasser nicht mehr trinken. Die Kinder bestimmen in solchen Ketten das nächste Glied, verfolgen Mehl, Atemluft oder ein Baumwoll-T-Shirt zurück bis zu seinem Ursprung in der Natur und nennen die Bedingungen, ohne die kein Leben geht: saubere Luft, reines Wasser, unbelasteter Boden, eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Grotzer und Basca (2003, Journal of Biological Education 38, 16–29) zeigen, dass Kinder Ökosysteme in kurzen Dominoketten denken, die nach einem Schritt abbrechen; wer die indirekten Folgen ausdrücklich übt, versteht sie deutlich besser. Kahn (1999, *The Human Relationship with Nature*) fand, dass Kinder Umweltschäden moralisch ernst nehmen, sobald sie sehen, dass sie am Ende auch Menschen treffen. Die einstufige Frage „Wen trifft das?“ übt `ethik.gs.mensch-und-umwelt`; hier geht es um die Kette dahinter. Was man zuerst schützen sollte, bleibt offen und wird begründet (Martens 1999; Lipman et al. 1980): jede Position zählt, bewertet wird das Begründen. LehrplanPLUS GS Ethik 3/4, 4.1 Den Menschen als Teil der Natur erkennen (Abhängigkeit des Menschen von der Natur; Bedingungen einer intakten Umwelt; schädliche Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und schließlich den Menschen). Bereitet vor: `ethik.gs.umwelt-ueber-generationen`, `hsu.grade4.nahrungsketten-wald` und später `ethik.umwelt-und-tierethik`.
Ein Bach wird verschmutzt, viele Fische werden krank und sterben. Was folgt daraus als Nächstes?
In einem Obstgarten gibt es kaum noch Bienen. Was folgt daraus im Herbst?
In einen Badesee flieĂźt schmutziges Wasser aus einem Rohr. Was folgt daraus fĂĽr die Menschen?
Lea isst zum FrĂĽhstĂĽck ein Brot. Woher kommt am Anfang das Mehl dafĂĽr?
Wenn in einem Wald eine Tierart verschwindet, merken das die anderen Tiere und Pflanzen nicht.
Schmutzige Luft schadet nicht nur Bäumen und Tieren, sondern auch den Menschen, die sie einatmen.
Menschen in der Stadt brauchen keine Natur, weil sie alles im Supermarkt kaufen können.
Ein Bauer spritzt am Feldrand Gift gegen Wildkräuter, die Blumen dort verschwinden. Was folgt daraus als Nächstes?
Am Rand eines Dorfes läuft Altöl in den Boden. Was folgt daraus für die Menschen?
An einem steilen Hang werden alle Bäume gefällt. Was folgt daraus beim nächsten starken Regen?
Beim Atmen brauchst du Sauerstoff. Woher kommt er am Anfang?
Ahmeds T-Shirt ist aus Baumwolle. Woher kommt sie am Anfang?
Damit gesundes GemĂĽse wachsen kann, braucht es Sonne, sauberes Wasser und einen unbelasteten ___.
Denk dir selbst eine Kette aus: Etwas in der Natur wird beschädigt. Wen trifft es zuerst, wen danach — und wie trifft es am Ende die Menschen?
Eure Gemeinde kann nur eines tun: den Bach säubern oder eine Wiese für Bienen anlegen. Was würdest du wählen? Begründe mit den Folgen für Tiere, Pflanzen und Menschen.