Die Auswahl
The Selection
Fido wählt aus – auf zwei Achsen: Familienmittel (Schulgeld und die leiseren Filter darum) und Passung zum Modell. Weder „alle sind willkommen“ noch „Auswahl ist neutral“ hält stand, also folgen aus der Auswahl bindende Verpflichtungen: nach Einkommen gestaffeltes Schulgeld (Sonderungsverbot), ein strukturell finanzierter und öffentlich berichteter Stipendien-Topf, als solche unsichtbare Stipendiaten, keine Spender-Privilegien und Aufnahme nach Passung statt Rangliste.
Fido wählt aus, auf zwei Achsen. Die erste ist das
Die zweite Achse ist die
Zwei naheliegende Auswege führen nicht weiter. Der erste wäre der Satz „Bei uns ist jedes Kind willkommen“. Aber wer Schulgeld nimmt und einen Probetag veranstaltet, wählt aus, und der Satz wäre falsch. Der zweite wäre, Auswahl für harmlos zu erklären, so wie ein Konservatorium eben auswählt. Das stimmt und reicht nicht: Ein Konservatorium behauptet nicht, der Ort zu sein, an dem Kinder denken lernen. Eine Schule behauptet genau das, und darum braucht ihre Auswahl eine Rechtfertigung.
Beim Geld heißt das zuerst: Das Schulgeld richtet sich nach dem Familieneinkommen laut Steuerbescheid, mit Ermäßigungen für Geschwister und mit Freiplätzen. Das verlangt das Sonderungsverbot: Eine Privatschule darf kein Kind wegen der wirtschaftlichen Lage seiner Eltern ausschließen. Für eine Schule mit Ganztag gilt in Bayern ein einheitliches Schulgeld bis etwa 250 Euro im Monat als unbedenklich, jährlich an die Preise angepasst. Fidos oberste Stufe wird darüber liegen, und dann muss die Schule nachweisen, dass keine Familie durch die Schulkosten unter den Regelbedarf der Grundsicherung fällt.
Die Beträge der Staffel stehen noch nicht fest. Sie werden mit dem Genehmigungsantrag eingereicht und im Genehmigungsbescheid verbindlich. Was pädagogisch zählt, deckt das Schulgeld; gesondert bezahlt werden nur das Mittagessen, freiwillige Spät- und Ferienbetreuung und ein angemessenes Materialgeld. Kautionen oder Pflichtdarlehen gibt es nicht.
Dazu kommt von Jahr eins an ein fest finanzierter
Bei der Passung heißt es: Die Aufnahme beginnt mit einem verpflichtenden Konzept-Abend und einem Familiengespräch. Am Probetag erlebt das Kind die Umgebung, und die Lernbegleitung sieht, wie es mit Material, Übungsblock und freier Wahl umgeht. Es gibt keinen Schulreife-Test und keine Rangliste; Geschwister haben bei gleicher Passung Vorrang. Mit „Schule für Hochbegabte“ werben wir nicht, und wen wir aufnehmen, dem schulden wir das Fundament ganz.
Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind willkommen, wenn die nötigen Hilfen gesichert sind, etwa eine Schulbegleitung. Das wird vor der Aufnahme im Einzelfall geprüft. In der Aufbauphase reicht die Kapazität für intensive Unterstützung realistisch für ein bis zwei Kinder je Gruppe; das erfahren Familien vor der Aufnahme. Wo das Modell einem Kind nicht dient, sagen wir es der Familie im Aufnahmegespräch, statt das Kind aufzunehmen und es ringen zu sehen.
Deshalb wird über die Passung einmal entschieden, bei der Aufnahme. Gerät ein Kind, das schon bei uns ist, in eine schwere Zeit (eine Krankheit in der Familie, eine seelische Krise, ein Verhalten, das „zu viel“ geworden ist), dann ist das kein spät entdeckter Passungsfehler. Die Schule bleibt an der Seite der Eltern und der Fachleute. Eine Trennung gibt es nur als letztes Mittel, nachdem ein dokumentierter Förderplan ernsthaft versucht wurde. Wie viele Kinder unterm Jahr gehen und warum, zählen wir im jährlichen Bericht.
Und trotzdem bleibt wahr: Wir werden kein Querschnitt Münchens sein. Auch mit Stipendien und Staffelung findet zu uns nur, wer den Weg hierher überhaupt sucht. Für eine Schule, die nicht für alle da ist, stellt sich damit die härtere Frage: Ist die Welt mit ihr besser als ohne sie?