Was zurĂĽckflieĂźt
What Flows Back
Die richtige Frage ist nicht, ob eine auswählende Schule vollkommen gerecht ist – keine ist es –, sondern ob das ganze System mit ihr besser dasteht als ohne sie. Damit die Rechnung aufgeht, muss zurückfließen: offen lizenzierter Lehrplan und Software, veröffentlichte Methoden samt Fehlern, Ergebnisse korrekt zugeschrieben (Zuwachs statt Endstand) und jährliche Rechenschaft in klaren Zahlen.
„Ist eine Schule, die auswählt, gerecht?“ ist die falsche Frage. An diesem Maßstab gemessen scheitert jede Schule, auch jede staatliche, denn keine erreicht alle Kinder gleich. Die richtige Frage ist härter und beantwortbar: Steht das ganze System mit uns besser da als ohne uns? Ohne uns gehen die Familien, die wir aufgenommen hätten, an die Schulen, die es schon gibt. Und das Labor bleibt ungebaut, sodass niemand von ihm lernen kann.
Mit uns wird der Ansatz gebaut und im laufenden Betrieb erprobt, und
Lehrplan, Software und Methoden sind
Das Konto hat auch eine Kostenseite, und sie gehört in die Rechnung. Eine Schule, die Familien aus der ganzen Stadt anzieht, lässt nicht das Nachbarschaftsnetz wachsen, das eine Sprengelschule wachsen lässt. Die Eltern, die am genauesten auf Qualität achten, hören meist auf, eine Schule besser machen zu wollen, sobald sie sie verlassen haben. Und jede erfahrene Lehrkraft, die wir einstellen, fehlt einer staatlichen Schule. Nichts davon spricht gegen das Bauen, aber all das muss der Netto-Beitrag überwiegen.
Damit das keine Behauptung bleibt, ist die Offenheit als Bauweise festgelegt. Der Lehrplan als Wissensnetz, die Lernsoftware samt ihrer Mastery-Engine, die das Üben steuert, und die Methoden dahinter sind offen lizenziert. Eine öffentliche Schule, eine andere Gründung, eine Familie am Küchentisch können nehmen, was wir entwickeln, ganz oder in Teilen, ohne uns zu fragen. Eine Schule, die einen besseren Weg findet, Lesen oder Mathematik zu unterrichten, und ihn hinter der eigenen Tür behält, verfehlt ihren Zweck. Dazu gehören auch die Fehler: Was in den Pilotprojekten nicht funktioniert hat, schreiben wir genauso auf wie das, was sich bewährt hat.
Und es gehört dazu, die eigenen Ergebnisse richtig zuzuordnen. Eine Schule, die auswählt, bekommt Kinder, deren Familien vorlesen, ermutigen und Fragen ernst nehmen. Wenn diese Kinder später glänzen, geht ein großer Teil davon auf die Familie zurück. Die Schlagzeile „Seht, was unsere Schule aus ihnen gemacht hat“ werden wir nicht schreiben. Wir messen und berichten den Zuwachs, also wie weit jedes Kind von seinem eigenen Startpunkt kommt, und nicht bloß Endstände.
Jedes Jahr legen wir außerdem öffentlich Rechenschaft ab: Anteil der Stipendien, Kosten pro Kind, was zurückgeflossen ist. Wir berichten in Zahlen, auch in Jahren, in denen die Zahlen gegen uns sprechen. Lizenzen und Berichte beantworten aber eine Frage nicht: Was macht eine ausgewählte Gemeinschaft mit den Kindern selbst, die in ihr aufwachsen?