Die Blase durchbrechen
Breaking the Bubble
Wer nur unter seinesgleichen aufwächst, hält seine Scheibe der Welt für die ganze. Bloßes Nebeneinander ändert daran wenig; Kontakt wirkt auf Augenhöhe, auf ein gemeinsames Ziel hin und sichtbar vom Haus getragen. Darauf baut das Einbettungsprogramm: gestaffeltes Schulgeld und Stipendien als Boden, kein sichtbares Oben und Unten im Haus, feste Münchner Partnerschaften, wechselseitige Einsätze und gemeinsame Projekte statt Wohltätigkeits-Ausflügen, und die Stadt selbst als Lernort.
Die letzte Sorge betrifft die Kinder, die zu uns kommen. Wer nur unter
seinesgleichen aufwächst, hält seinen Ausschnitt der Welt für das
Ganze. Was ein Kind Tag fĂĽr Tag um sich sieht, wird sein MaĂź fĂĽr
„normal“: wer im Raum ist, wer nicht, und was das angeblich bedeutet.
Ein Erwachsener, der nie eine Beziehung zu einem Menschen hatte, dessen
Leben ganz anders verläuft, ist um etwas Wesentliches ärmer, an
Urteilskraft ebenso wie an Mitgefühl. Gefährlich ist eine
Die bequeme Antwort wäre: ein paar Stipendien, ein Besuch mit Foto, das Wort „Vielfalt“ auf der Website. Die Forschung zum Kontakt zwischen Gruppen ist da unbequem präzise. Kontakt wirkt fast immer ein wenig, denn Allports vier Bedingungen sind ein Regler und kein Schalter (Pettigrew und Tropp 2006). Wie der Regler steht, entscheidet aber über die Größe der Wirkung, und eine ungünstige Einstellung kann sie sogar umkehren. Bloßes Nebeneinander verändert wenig, und eine kleine, erkennbare Stipendiaten-Minderheit in einer wohlhabenden Schule kann die Abstände sogar vergrößern.
Kontakt wirkt, wenn er auf
Die Blase öffnet sich aber nur von außen, denn eine ausgewählte
Gemeinschaft wird von innen nie breit genug. Fido geht deshalb feste
Die Rollen aus Ein Tag bei Fido reichen mit den Jahren über das Haus hinaus: Aus ihnen werden Einsätze in der Stadt, mit einem echten Beitrag, der danach gemeinsam besprochen wird. In gemeinsamen Projekten arbeiten Kinder beider Seiten auf ein Ziel hin, das keiner allein erreicht, ohne Gastgeber-Gefälle und ausdrücklich nicht als Nachhilfe von oben. Mit den Jahren wird die Stadt selbst zum Lernort: Münchens Viertel, Werkstätten und Institutionen sind reguläre Unterrichtsorte, an denen gearbeitet wird. Was wir uns dabei verbieten, hat einen Namen: die Wohltätigkeits-Erzählung. „Unsere Kinder helfen den Ärmeren“ lehrt genau die Lektion, die wir vermeiden wollen.
Zuletzt die Kultur, denn die Begegnung allein entscheidet noch nicht, was sie bedeutet. Eine Schule, die auswählt, ist in Gefahr, Absolventen hervorzubringen, die ihre Bildung für einen Beweis persönlicher Überlegenheit halten. Wir machen es deshalb zum Maßstab: Ein Kind, das Fido verlässt und auf andere herabsieht, ist unser Misserfolg, ganz gleich, was seine Zeugnisse sagen.
Ein Labor beginnt allerdings nicht mit einer eigenen Schule. Wie sieht der erste Schritt aus, ein Pilot an einer Schule, die nicht unsere ist?
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