Die deutschen Küsten an Nord- und Ostsee sind ein Naturraum, den das Wasser täglich umbaut. An der Nordsee heben und senken die Gezeiten zweimal am Tag den Meeresspiegel und legen das Wattenmeer frei — ein Weltnaturerbe zwischen Naturschutz, Fischerei und Tourismus. Sturmfluten bedrohen das flache Land, weshalb Deiche, Buhnen und Halligen es seit Jahrhunderten sichern. Der steigende Meeresspiegel macht diesen Schutz zur offenen Zukunftsfrage.
Gezeiten (Tiden) sind der regelmäßige Wechsel zwischen Ebbe (ablaufendes Wasser) und Flut (auflaufendes Wasser), hauptsächlich verursacht durch die Anziehungskraft des Mondes.
An der Nordsee gibt es stärkere Gezeiten als an der Ostsee.
✓ Wahr
Die Nordsee hat deutliche Gezeiten mit einem Tidenhub von mehreren Metern. Die Ostsee ist fast ein Binnenmeer, daher sind die Gezeiten dort kaum spürbar.
Eine Forscherin gräbt bei Ebbe einen Quadratmeter Wattboden um. Was findet sie darin?
● Tausende Würmer, Schnecken und Muscheln
○ Nur nassen Schlick ohne Tiere
○ Ein paar Regenwürmer wie im Garten
Der Wattboden sieht leer aus, ist aber voller Leben: In einem Quadratmeter können Tausende Wattschnecken, Wattwürmer, Muscheln und kleine Krebse leben. Davon ernähren sich Millionen Zugvögel. Deshalb ist das Wattenmeer ein einzigartiger Lebensraum und UNESCO-Weltnaturerbe. Regenwürmer leben in Böden an Land – salziges Meerwasser vertragen sie nicht.
Wie nennt man die Küstenform, bei der das Meer Land abträgt?
○ Aufschüttungsküste
● Abtragsküste (Steilküste)
○ Flachküste
○ Mangrovenküste
An einer Abtragsküste (Steilküste) nagt die Brandung am Gestein und trägt es ab. Die Küste weicht dadurch landeinwärts zurück, z. B. an der Ostsee auf Rügen.