Wasser in der Stadt — die zwei Netze

Water in the City — the Two Networks

Geographie Klasse 5
WasserInfrastrukturStadtHumangeographie

Wasser wird in der Stadt nicht verbraucht, sondern benutzt und zurückgegeben — das ist die Einsicht, die dieser Knoten zusammenbaut. Unter jeder Straße liegen zwei Netze. Das erste bringt Münchner Trinkwasser im natürlichen Gefälle aus dem geschützten Voralpenland zum Hahn; das zweite sammelt das benutzte Wasser in der Kanalisation, reinigt es im Klärwerk und gibt es der Isar zurück. Der Knoten räumt mit dem Irrtum auf, benutztes Wasser sei „weg" — und bereitet die Wasserfragen der Oberstufe vor (Ressourcen, Nachhaltigkeit, Wasserkonflikte), die ohne das Leihen-und-Zurückgeben-Modell nicht verständlich sind.

Können & Üben

Zwei Netze auf dem Tisch — das Stadtwasser-Modell

workshop

60 min · once

klassenraum

Drei Stationen nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – Erklären; die Kinder bauen beide Wassernetze der Stadt im Kleinen nach. Alles läuft mit klarem und absichtlich verschmutztem Wasser — die Begleitperson wacht darüber, dass nichts davon getrunken wird. Station 1 — das erste Netz, ganz ohne Pumpe. Den Eimer („Hochbehälter") auf den Bücherstapel stellen, Schlauch anschließen, unten die Becher-„Häuser" verteilen. Vermuten: Fließt das Wasser bis in einen Becher, der auf einem kleineren Bücherstapel steht — also in den „vierten Stock"? Ausprobieren: Es fließt, solange der Becher tiefer steht als der Wasserspiegel im Eimer. Einen Becher höher als den Eimer stellen: nichts kommt an. Erklären: Genau so versorgt München seine Häuser — das Quellgebiet im Mangfalltal liegt rund 100 Meter höher als die Stadt, deshalb braucht der Weg keine Pumpen. Station 2 — das zweite Netz und das Klärwerk. Aus den „Häusern" kommt jetzt Schmutzwasser: Wasser mit Erde, Papierschnipseln, Konfetti und einem Spritzer Öl anrühren. Vermuten: Wenn wir das durch Sieb und Filter gießen — was bleibt wo hängen? Dann in Stufen gießen: erst durch das grobe Sieb (der Rechen fängt Schnipsel und Konfetti), dann durch den Kaffeefilter ins erste Glas (der Sand bleibt zurück), absetzen lassen, vorsichtig ins zweite Glas umgießen. Beobachten: Das Wasser wird von Stufe zu Stufe klarer — aber das Öl schwimmt oben und ein Grauschleier bleibt. Erklären: Im echten Klärwerk übernehmen danach Milliarden Bakterien den gelösten Schmutz. Und klar heißt nicht trinkbar — deshalb fließt Klärwerkswasser in den Fluss, nie zurück in den Wasserhahn. Station 3 — der Fluss und die nächste Stadt (Herzstück). Die Rinne mit fließendem Wasser ist die Isar, zwei Becherstationen daran sind „München" (oben) und „die nächste Stadt" (unten). Vermuten: Was kommt unten an, wenn München sein benutztes Wasser einfach hineinkippt? Erst gefärbtes Schmutzwasser ungereinigt eingießen — unten kommt die Farbe an; die nächste Stadt bekommt Münchens Dreck. Dann dasselbe Wasser erst durch die Klärwerk-Stufen von Station 2 schicken und wieder eingießen — unten bleibt das Wasser fast klar. Erklären: Die Stadt verbraucht das Wasser nicht, sie benutzt es und gibt es zurück; das Klärwerk schützt die Nachbarn flussabwärts. Abschluss — der Störfall. Vermuten: Was passiert bei einem Gewitter? Mit der Gießkanne „Starkregen" auf Station 2 geben, viel und schnell: Sieb und Filter laufen über, ein Teil schwappt an allen Stufen vorbei in die Rinne. Erklären: Genau das ist der Mischwasserüberlauf — der Grund, warum die Stadt nach starken Gewittern vom Baden in der Isar abrät. Zum Schluss an die Tafel den ganzen Kreis zeichnen lassen — Grundwasser, Hahn, Abfluss, Klärwerk, Fluss, Regen, Grundwasser — und die Kurzformel daneben schreiben, mit der alles begann — benutzt, nicht verbraucht.

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