Verwitterung und Sedimentgestein
Weathering and Sedimentary Rock
An der Erdoberfläche zerlegen Wasser, Frost, Wind und Temperaturwechsel bestehendes Gestein in kleine Bruchstücke — das ist die Verwitterung (Zerfall an Ort und Stelle). Erst wenn Wasser oder Wind die Bruchstücke forttragen, spricht man von Erosion (Abtragung und Transport) — die beiden werden oft verwechselt. Die Teilchen lagern sich, meist in Wasser, in Schichten ab (Sedimentation). Über lange Zeit werden sie zusammengepresst und verkittet — das ist die Diagenese, aus losem Sand wird fester Sandstein. Kalkstein entsteht oft aus Schalen und Skeletten. Schichtung und Fossilien sind die Fingerabdrücke dieser Familie.
Können & Üben
Gesteine, Hitze, Druck — der Kreislauf auf dem Tisch
workshop60 min · once
klassenraum
Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – Erklären; die Kinder bauen den Gesteinskreislauf mit den eigenen Händen nach. Die Begleitperson führt jeden Hitzeschritt selbst aus und achtet auf Sicherheit. Station 1 — Verwitterung im Glas. Ein paar Zuckerwürfel (oder Kreidestücke) in das Glas geben. Vermuten: Was passiert, wenn wir kräftig schütteln? Eine Minute schütteln, dann anschauen: Die Ecken sind abgerundet, am Boden liegt Staub. Erklären: Das Aneinanderreiben hat die Stücke zerlegt — das ist Verwitterung. Wichtig der Sprachunterschied: Verwitterung ist der Zerfall; würde Wasser den Staub forttragen, wäre das Erosion. Beide nicht verwechseln. Station 2 — Sortieren nach Familie. Die Gesteinsproben in der Mitte ausbreiten. Vermuten: Welche gehören zusammen? Achtung — nicht nach Farbe oder Gewicht sortieren, sondern nach Entstehungsspuren: Kristalle (Magmatit: Granit, Basalt), Schichten oder Fossilien (Sedimentit: Sandstein, Kalkstein), Bänder (Metamorphit: Marmor, Schiefer). Mit der Lupe nach diesen Spuren suchen. Erklären: Die Familie verrät sich durch die Entstehung, nicht durch das Aussehen. Station 3 — Der Wachsmalstift-Kreislauf (Herzstück). Mehrere Stifte zu Spänen raspeln = Sediment. Die Späne in Schichten in die Alufolie legen und fest mit dem Löffel pressen: lose Späne werden zu einem bunten, geschichteten Block — das ist „Sedimentgestein". Vermuten: Was passiert bei mehr Druck und etwas Wärme? Den Block kräftig pressen und nur leicht erwärmen (nicht schmelzen!): die Farben verschmieren zu Bändern, der Block bleibt fest — das ist „Metamorphit". Wichtig: Es ist NICHT geschmolzen. Dann schmilzt die Begleitperson ein Stück vollständig auf der Folie und lässt es abkühlen: glatt und glänzend = „Magmatit". So durchlaufen die Kinder alle drei Familien an einem Material. Abschluss — kein fester Anfang. Den neuen „Magmatit"-Klumpen wieder zu Spänen raspeln und zurück nach Station 3 geben. Vermuten: Geht das? Ja — der Kreislauf beginnt von vorn, an einer beliebigen Stelle. So widerlegen die Kinder mit eigenen Händen gleich zwei Irrtümer: dass Gestein sich nie verändere und dass der Kreislauf einen festen Anfang und nur einen Weg habe. Zum Schluss an die Tafel ein Netz aus drei Familien mit Pfeilen in beide Richtungen und Abkürzungen zeichnen lassen — keinen einzelnen Ring.
guide
4–16
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Welcher Vorgang ist Erosion?
In welcher Reihenfolge entsteht aus Felsen ein Sedimentgestein?
Loser Sand allein ist schon ein Sedimentgestein.
Fossilien findet man fast nur in Sedimentgesteinen.
Wie tief unter der Erde verwandelt sich Sand meist in festen Sandstein?
Ein Schüler sagt: „Boden ist einfach Gestein, das langsam hart geworden ist.“ Was stimmt daran nicht?