Die europäische Integration war die Antwort auf zwei Weltkriege: Wer Kohle und Stahl — die Rohstoffe des Krieges — gemeinsam verwaltet, kann schwer noch gegeneinander rüsten. Aus der Montanunion 1951 folgten die Römischen Verträge, der Binnenmarkt, Maastricht mit dem Euro und die Osterweiterung. Das Prinzip heißt Frieden durch Verflechtung. Seine Bedeutung misst sich an der vorangegangenen Kriegserfahrung — ohne dass Krisen wie Brexit und Reformstau ausgeblendet werden.
Was war das ursprüngliche Ziel der europäischen Integration nach dem Zweiten Weltkrieg?
○ Eine europäische Armee aufzubauen
â—Ź Durch wirtschaftliche Verflechtung einen dauerhaften Frieden in Europa zu sichern
○ Die Kolonialmächte zu stärken
â—‹ Eine gemeinsame Sprache einzufĂĽhren
Die Grundidee: Wenn Staaten wirtschaftlich voneinander abhängig sind, wird ein Krieg unwahrscheinlich. Die Montanunion (EGKS, 1951) legte den Grundstein, indem sie die Kohle- und Stahlproduktion gemeinsam verwaltete.
In welchem Jahr wurde die Europäische Union (EU) gegründet?
â—‹ 1957
â—‹ 1989
â—Ź 1992
â—‹ 2002
Der Vertrag von Maastricht (1992) begründete die Europäische Union und führte die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Unionsbürgerschaft ein. Er legte auch den Grundstein für den Euro.
Der Brexit war der erste Fall, dass ein Mitgliedstaat die EU verlieĂź.
âś“ Wahr
Richtig. 2016 stimmten die Briten per Referendum für den Austritt. Am 31. Januar 2020 verließ das Vereinigte Königreich offiziell die EU — ein historischer Einschnitt.
Das Schengener Abkommen ermöglichte die Abschaffung der ___kontrollen zwischen den teilnehmenden Staaten.
âś“ Antwort: Grenz
Das Schengener Abkommen (1985/1990) schuf den Schengen-Raum: freies Reisen ohne Passkontrollen an den Binnengrenzen. Heute gehören 29 Staaten zum Schengen-Raum.
● Der Beitritt mittel- und osteuropäischer Staaten nach dem Ende des Kalten Krieges
â—‹ Die GrĂĽndung der EU im Osten Europas
â—‹ Der Beitritt der TĂĽrkei
2004 traten 10 Staaten bei (u. a. Polen, Ungarn, Tschechien, Baltische Staaten), 2007 Rumänien und Bulgarien, 2013 Kroatien. Die Osterweiterung war eine historische Chance, Europa nach der Teilung wieder zu vereinen.
Der Vertrag von ___ (2009) reformierte die EU-Institutionen und stärkte die Rolle des Europäischen Parlaments.
âś“ Antwort: Lissabon
Der Vertrag von Lissabon (2007 unterzeichnet, 2009 in Kraft) ersetzte den gescheiterten EU-Verfassungsentwurf. Er schuf den Posten des ständigen Ratspräsidenten und des Hohen Vertreters für Außenpolitik.
Welche Institution der EU wird direkt von den Bürgern gewählt?
○ Die Europäische Kommission
● Das Europäische Parlament
○ Der Europäische Rat
○ Der Europäische Gerichtshof
Das Europäische Parlament ist das einzige direkt gewählte EU-Organ. Seit 1979 finden alle fünf Jahre Europawahlen statt. Es hat Mitentscheidungsrechte bei Gesetzgebung und Haushalt.
● Der Vorschlag, die französische und deutsche Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen Behörde zu unterstellen
â—‹ Ein VerteidigungsbĂĽndnis
â—‹ Ein Marshallplan fĂĽr Osteuropa
Robert Schuman (französischer Außenminister) schlug 1950 vor, Kohle und Stahl gemeinsam zu verwalten — die Schlüsselindustrien für Kriegsführung. Daraus entstand 1951 die EGKS (Montanunion).
Welche Grundfreiheiten garantiert der EU-Binnenmarkt?
â—‹ Nur Freiheit des Warenverkehrs
â—Ź Freier Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital
â—‹ Nur Reisefreiheit
â—‹ Freiheit der Religion und Presse
Die vier Grundfreiheiten des Binnenmarkts: freier Warenverkehr, PersonenfreizĂĽgigkeit, Dienstleistungsfreiheit und freier Kapitalverkehr. Sie bilden das wirtschaftliche Fundament der EU.
Zwei EU-Staaten streiten ĂĽber die Fangmengen fĂĽr Fisch in der Nordsee. Wie wird dieser Streit heute ausgetragen?
○ Mit Zöllen auf die Waren des anderen
â—Ź In Verhandlungen im EU-Ministerrat
â—‹ Mit Kriegsschiffen vor der KĂĽste
Die EU-Staaten legen Fangmengen jedes Jahr gemeinsam im Rat fest. Weil sie wirtschaftlich und politisch eng verflochten sind, tragen sie Konflikte in Verhandlungen und vor Gerichten aus – Zölle untereinander verbietet der Binnenmarkt, und ein Krieg zwischen Mitgliedstaaten ist undenkbar geworden. Nach Jahrhunderten europäischer Kriege nennt man die EU deshalb ein Friedensprojekt; 2012 erhielt sie den Friedensnobelpreis.