Die Weimarer Republik (1918–1933)

Weimar Republic

Geschichte Klasse 9 15 Aufgaben
Weimarer RepublikDemokratieVerfassungKrisenjahreKerncurriculum

Die Weimarer Republik war die erste deutsche Demokratie — getragen von Volkssouveränität und Grundrechten, aber mit einem Konstruktionsrisiko: Artikel 48 erlaubte dem Reichspräsidenten Notverordnungen am Parlament vorbei. Von Beginn an belastet durch den Versailler Vertrag, überstand sie die Krisenjahre bis 1923 mit Putschen und Hyperinflation und erlebte danach eine nur trügerische Stabilisierung. Ihr Scheitern war weder von Anfang an beschlossen noch rückwärts zwangsläufig — Belastungen und Leistungen stehen nebeneinander.

Leicht
Multiple Choice #1 25s â–¶ Testen

Warum wird die erste deutsche Demokratie 'Weimarer Republik' genannt?

  • â—‹ Weil der Präsident in Weimar wohnte.
  • â—Ź Weil die verfassunggebende Nationalversammlung 1919 in Weimar tagte und dort die Verfassung verabschiedete.
  • â—‹ Weil Weimar die Hauptstadt Deutschlands wurde.
  • â—‹ Weil Goethe aus Weimar stammte.
Die Nationalversammlung traf sich im Februar 1919 in Weimar — nicht in Berlin, wo es zu unsicher war wegen der revolutionären Unruhen. In Weimar wurde die demokratische Verfassung beschlossen, daher der Name.
Wahr / Falsch #2 20s â–¶ Testen

Die Weimarer Republik war von Anfang an eine stabile Demokratie mit breiter UnterstĂĽtzung.

âś“ Falsch
Falsch! Die Weimarer Republik war von Beginn an belastet: Die 'Dolchstoßlegende', der Versailler Vertrag, antidemokratische Kräfte von rechts (Kapp-Putsch 1920) und links (Spartakusaufstand 1919), eine fehlende demokratische Tradition und wirtschaftliche Krisen schwächten sie.
LĂĽckentext #3 20s â–¶ Testen

Das Jahr ___ gilt als Krisenjahr der Weimarer Republik: Hyperinflation, Ruhrbesetzung und Hitler-Putsch in MĂĽnchen.

âś“ Antwort: 1923
1923 Krisenjahr ist ein Grundlegendes Datum. Frankreich besetzte das Ruhrgebiet (wegen ausbleibender Reparationen), die Inflation wurde zur Hyperinflation (1 Dollar = 4,2 Billionen Mark), und Hitler versuchte in MĂĽnchen einen Putsch (9. November 1923), der scheiterte.
Wahr / Falsch #4 25s â–¶ Testen

Die Jahre 1924–1929 werden als 'Goldene Zwanziger' bezeichnet, weil die Weimarer Republik sich in dieser Zeit stabilisierte.

âś“ Wahr
Richtig! Nach der Währungsreform und dem Dawes-Plan (Reparationsregelung) folgte eine Phase relativer Stabilität: wirtschaftlicher Aufschwung, kulturelle Blüte (Film, Theater, Bauhaus, Jazz), außenpolitische Entspannung (Stresemann, Locarno-Verträge, Völkerbund-Beitritt 1926).
LĂĽckentext #5 20s â–¶ Testen

Die Weimarer Reichsverfassung garantierte erstmals in Deutschland das allgemeine Wahlrecht für Männer und ___.

âś“ Antwort: Frauen
Die Weimarer Verfassung führte das Frauenwahlrecht ein — zum ersten Mal in der deutschen Geschichte durften Frauen bei den Wahlen zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 abstimmen. Das war ein demokratischer Meilenstein.
Mittel
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Eine Schwäche der Weimarer Verfassung war der Artikel 48, der dem Reichspräsidenten erlaubte, per ___ ohne Zustimmung des Parlaments zu regieren.

âś“ Antwort: Notverordnung
Artikel 48 gab dem Reichspräsidenten weitreichende Notstandsbefugnisse. In den letzten Jahren der Republik regierte Reichspräsident Hindenburg fast nur noch per Notverordnung — das Parlament wurde umgangen und die Demokratie ausgehöhlt.
Multiple Choice #2 30s â–¶ Testen

Was versteht man unter den 'Belastungsfaktoren' der Weimarer Republik?

  • â—‹ Nur wirtschaftliche Probleme
  • â—Ź Antidemokratisches Denken, Versailler Vertrag, politische Gewalt, wirtschaftliche Krisen, schwache Verfassungsposition des Parlaments
  • â—‹ Nur das Wetter
  • â—‹ Nur auĂźenpolitische Probleme
Die Weimarer Republik wurde von vielen Seiten belastet: Rechte und Linke lehnten die Demokratie ab, der Versailler Vertrag nährte Revanchismus, politische Morde (Erzberger, Rathenau) zeigten die Gewaltbereitschaft, und die Justiz war oft auf dem rechten Auge blind.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Was war die Folge der Hyperinflation 1923 für die deutsche Bevölkerung?

  • â—‹ Alle wurden reich.
  • â—Ź Das Geld verlor seinen Wert — Ersparnisse wurden vernichtet, das Vertrauen in den Staat erschĂĽttert.
  • â—‹ Die Preise sanken.
  • â—‹ Es gab keine Auswirkungen.
Die Hyperinflation zerstörte die Ersparnisse des Mittelstands: Ein Brot kostete Milliarden Mark, Löhne wurden täglich ausgezahlt und sofort ausgegeben. Die Währungsreform (Rentenmark) stabilisierte die Lage, aber das Vertrauen vieler Bürger in die Demokratie war erschüttert.
Multiple Choice #4 30s â–¶ Testen

Welche Rolle spielte Bayern besonders in den Krisenjahren der Weimarer Republik?

  • â—‹ Bayern war politisch unbedeutend.
  • â—Ź Bayern war ein Sammelbecken rechtsextremer Kräfte; dort fand 1923 Hitlers gescheiterter Putschversuch statt.
  • â—‹ Bayern war das stabilste Bundesland.
  • â—‹ Bayern wollte sich Ă–sterreich anschlieĂźen.
Nach 1918 wurde Bayern zur 'Ordnungszelle' der Rechten: Rechtsextreme, Freikorps und Wehrverbände fanden dort Zuflucht. Am 8./9. November 1923 versuchte Hitler in München den 'Marsch auf Berlin' — der Putsch scheiterte, machte Hitler aber landesweit bekannt.
Multiple Choice #5 30s â–¶ Testen

Was trug zur vorĂĽbergehenden Stabilisierung der Weimarer Republik in den mittleren 1920er-Jahren bei?

  • â—‹ Nur militärische Stärke
  • â—Ź Die Währungsreform (Rentenmark), der Dawes-Plan, die Locarno-Verträge und die AuĂźenpolitik Stresemanns
  • â—‹ Die Abschaffung des Parlaments
  • â—‹ Die RĂĽckkehr des Kaisers
Gustav Stresemann als Kanzler (1923) und Außenminister (1923–1929) stabilisierte die Republik: Währungsreform, Verständigungspolitik mit Frankreich (Locarno 1925), Beitritt zum Völkerbund (1926), Regelung der Reparationszahlungen (Dawes-Plan).
LĂĽckentext #6 20s â–¶ Testen

Der Außenminister ___ erhielt 1926 den Friedensnobelpreis für seine Verständigungspolitik mit Frankreich.

âś“ Antwort: Stresemann
Gustav Stresemann (DVP) war die zentrale politische Figur der stabilen Phase. Als Kanzler (1923) beendete er die Inflation, als Außenminister (1923–1929) erreichte er die Locarno-Verträge und Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund. Sein früher Tod 1929 war ein schwerer Verlust.
Multiple Choice #7 25s â–¶ Testen

Welche Quellenarten sind besonders wichtig fĂĽr die Analyse der Weimarer Republik?

  • â—‹ Nur GeschichtsbĂĽcher
  • â—Ź Wahlplakate, Karikaturen, Statistiken, Verfassungstexte, Zeitungsartikel
  • â—‹ Nur Fotos
  • â—‹ Nur Reden
Der Lehrplan verlangt die Arbeit mit vielfältigen Quellen: Wahlplakate zeigen politische Propaganda, Karikaturen kommentieren satirisch, Statistiken belegen wirtschaftliche Entwicklungen, Verfassungstexte und Zeitungsartikel dokumentieren politische Debatten. Quellenkritik ist dabei zentral.
Wahr / Falsch #8 25s â–¶ Testen

Der Versailler Vertrag wurde von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung als gerecht empfunden.

âś“ Falsch
Falsch! Der Vertrag wurde in Deutschland quer durch alle politischen Lager als 'Schanddiktat' abgelehnt: Die Alleinschuld-Klausel, die Reparationsforderungen und die Gebietsabtretungen empörten die Bevölkerung. Die Rechtsextremen machten die 'Novemberverbrecher' (die Demokraten, die den Vertrag unterzeichneten) dafür verantwortlich.
Schwer
Multiple Choice #1 30s â–¶ Testen

Welche Frage stellt der Lehrplan zur Weimarer Republik zur Diskussion?

  • â—‹ Ob die Weimarer Republik zu lang dauerte
  • â—Ź Ob die Weimarer Republik 'zum Scheitern verurteilt' war oder ob es Alternativen gegeben hätte
  • â—‹ Ob die Verfassung perfekt war
  • â—‹ Ob Deutschland eine Monarchie hätte bleiben sollen
Diese Frage ist zentral: Waren die Belastungsfaktoren so schwer, dass die Demokratie zwangsläufig scheitern musste? Oder gab es Momente, in denen ein anderer Verlauf möglich gewesen wäre? Die multikausale Erklärung des Scheiterns ist eine Kernkompetenz.
Multiple Choice #2 30s â–¶ Testen

Warum war die Justiz der Weimarer Republik ein Belastungsfaktor?

  • â—‹ Die Richter waren zu streng.
  • â—Ź Viele Richter waren konservativ und monarchistisch, urteilten milde gegenĂĽber rechten Gewalttätern und hart gegenĂĽber linken.
  • â—‹ Es gab keine Gerichte.
  • â—‹ Die Justiz war perfekt unparteiisch.
Die Justiz war 'auf dem rechten Auge blind': Rechte Mörder (z. B. die Mörder Erzbergers und Rathenaus) erhielten milde Strafen, während linke Vergehen hart bestraft wurden. Hitler erhielt für den Putschversuch 1923 nur die Mindeststrafe und wurde vorzeitig entlassen.