Familie in der Antike — oikos, familia und Familien heute

Family in antiquity — oikos, familia and families today

Geschichte Klasse 6 13 Aufgaben
AntikeAthenRomGesellschaftLängsschnittPräsentismus

Zur römischen familia gehörten nicht nur Eltern und Kinder, sondern auch die Sklaven — alle unter der Gewalt des pater familias, die selbst über erwachsene Söhne reichte. Das Kind vergleicht den athenischen oikos, die römische familia und Familien heute an Grabinschriften, Hausplänen und Gesetzen und übt dabei zwei Gegenbewegungen zur Gegenwartsfalle: nicht „wie bei uns, nur früher“ und nicht „damals liebte niemand seine Kinder“. Es knüpft an Polis und Republik an und bereitet die Ständegesellschaft (Jgst. 7) und die Frage nach Rollenbildern in PuG vor.

Leicht
Multiple Choice #1 12s â–¶ Testen

Wer gehörte zur familia eines reichen Römers?

  • â—Ź Ehefrau, Kinder und Sklaven
  • â—‹ Nur die Eltern und ihre Kinder
  • â—‹ Alle BĂĽrger seiner Stadt
Die familia war eine Haus- und Rechtsgemeinschaft. Auch die Sklaven gehörten dazu — die „Kleinfamilie“ von heute ist eine spätere Form.
Multiple Choice #2 12s â–¶ Testen

In welchem Alter wurden Mädchen in Athen meist verheiratet?

  • â—Ź Mit etwa 14 bis 15 Jahren
  • â—‹ Mit etwa 25 bis 30 Jahren
  • â—‹ Mit etwa 40 Jahren
Die Männer waren meist um die 30. Die Ehe schloss der Vater (kyrios) für die Tochter.
Wahr / Falsch #3 10s â–¶ Testen

Weil es in Athen eine Demokratie gab, hatten Frauen dort dieselben Rechte wie Männer.

âś“ Falsch
Die attische Demokratie war eine Demokratie der männlichen Bürger. Dasselbe Wort bedeutet damals etwas anderes als heute.
Multiple Choice #4 12s â–¶ Testen

Welche Familienform ist in Deutschland erst in jĂĽngster Zeit als Ehe anerkannt?

  • â—Ź Die Ehe zweier Frauen (seit 2017)
  • â—‹ Die Ehe zwischen Mann und Frau
  • â—‹ Die Familie mit GroĂźeltern im Haus
Auch Familie hat eine Geschichte: Rechte und Rollenbilder ändern sich — in der Antike wie heute.
Multiple Choice #5 12s â–¶ Testen

Zum oikos eines attischen Bauern gehören die Familie, die Sklaven und …

  • â—Ź Haus, Land und Vieh
  • â—‹ Der Rat der 500
  • â—‹ Das Dionysostheater
Der oikos war Haushalt und Betrieb zugleich — daher kommt unser Wort Ökonomie.
Multiple Choice #6 12s â–¶ Testen

Welche Zeitangabe passt zur BlĂĽtezeit Athens?

  • â—Ź 5. Jahrhundert v. Chr.
  • â—‹ 1. Jahrhundert n. Chr.
  • â—‹ 8. Jahrhundert n. Chr.
Die Zeit des Perikles — die 400er-Jahre vor Christus. Augustus lebte um Christi Geburt.
LĂĽckentext #7 10s â–¶ Testen

Das Familienoberhaupt in Rom hieĂź pater ___.

âś“ Antwort: familias
Pater familias — der Vater der Hausgemeinschaft.
Mittel
Wahr / Falsch #1 12s â–¶ Testen

Ein römischer pater familias hatte die rechtliche Gewalt auch über seine erwachsenen Söhne.

âś“ Wahr
Die väterliche Gewalt (patria potestas) endete erst mit dem Tod des Vaters — auch ein 40-jähriger Konsul konnte rechtlich noch unter ihr stehen.
Multiple Choice #2 15s â–¶ Testen

Eine athenische Bürgerin im 5. Jahrhundert v. Chr. — was durfte sie?

  • â—Ź Bei religiösen Festen wie den Panathenäen mitwirken
  • â—‹ In der Volksversammlung abstimmen
  • â—‹ Als Richterin ausgelost werden
Politische Rechte hatten nur männliche Bürger. Im Kult dagegen hatten Frauen feste und wichtige Rollen.
Wahr / Falsch #3 12s â–¶ Testen

Eine römische matrona ging mit ihrem Mann zu Gastmählern — anders als die meisten athenischen Bürgerinnen.

âś“ Wahr
Römische Ehefrauen waren in der Öffentlichkeit sichtbarer als athenische, die meist im Haus blieben. „Antike Frau“ ist darum keine einheitliche Rolle.
Multiple Choice #4 20s â–¶ Testen

Auf einem römischen Grabstein steht über eine Claudia: „Sie liebte ihren Mann, gebar zwei Söhne, hielt das Haus, spann Wolle.“ Was lässt sich daraus sicher schließen?

  • â—Ź Von einer guten Ehefrau erwartete man Haus und Wollarbeit
  • â—‹ Claudia hat diesen Text selbst ĂĽber sich geschrieben
  • â—‹ Alle Römerinnen lebten genau wie Claudia
Der Grabstein zeigt ein Ideal, das die Familie rĂĽhmen wollte. Verfasst haben ihn die Hinterbliebenen, und eine einzelne Quelle gilt nicht fĂĽr alle Frauen.
Wahr / Falsch #5 12s â–¶ Testen

Ein römischer Vater konnte ein neugeborenes Kind ablehnen und aussetzen lassen.

âś“ Wahr
Das erlaubte die väterliche Gewalt. Es zeigt eine fremde Rechtsordnung — nicht, dass Römer ihre Kinder nicht liebten; dazu braucht man weitere Quellen.
Schwer
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Ein Mitschüler sagt — „Die Römer liebten ihre Kinder nicht.“ Welche Antwort prüft das wie ein Historiker?

  • â—Ź Grabsteine und Briefe zeigen auch Trauer um Kinder — Quellen vergleichen
  • â—‹ Stimmt, frĂĽher liebte niemand seine Kinder
  • â—‹ Das kann man nicht wissen, also ist jede Meinung richtig
Ein Urteil ĂĽber die Vergangenheit braucht Belege. Viele Grabsteine fĂĽr kleine Kinder sprechen von groĂźer Trauer.