Migration in Bayern — Ankommen seit 1685

Migration in Bavaria — arriving since 1685

Geschichte Klasse 11 12 Aufgaben
MigrationBayernLängsschnittQuellenkritik

Die Erlanger Neustadt mit ihren schnurgeraden Straßen wurde 1686 für französische Glaubensflüchtlinge gebaut — Migration ist in Bayern so alt wie die Neuzeit. Das Kind ordnet Wanderungen nach Motiv und Form (Glaubensflucht, Arbeitsmigration, Gewaltmigration, Flucht und Vertreibung, Anwerbung), wertet Briefe, Anwerbeverträge und Statistiken quellenkritisch aus und prüft an Vertriebenenstädten wie Waldkraiburg, unter welchen Bedingungen Integration gelingt. Es baut das Bild „Migration ist neu“ ab und verbindet Geschichte mit Humangeographie (Push/Pull) und PuG (Teilhabe).

Leicht
Wahr / Falsch #1 12s â–¶ Testen

Die „Gastarbeiter“ sollten nach dem Plan der Politik nur vorübergehend bleiben — viele blieben dauerhaft.

âś“ Wahr
Das Wort „Gast“ verrät den Plan. Familien zogen nach, Kinder wuchsen hier auf — der Plan und die Wirklichkeit gingen auseinander.
Multiple Choice #2 12s â–¶ Testen

Welche Gruppe kam vor allem zwischen 1945 und 1950 nach Bayern?

  • â—Ź Heimatvertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland
  • â—‹ Angeworbene Arbeitskräfte aus der TĂĽrkei
  • â—‹ Hugenotten aus Frankreich
Fast zwei Millionen Menschen — rund jeder fünfte Einwohner Bayerns um 1950.
Wahr / Falsch #3 10s â–¶ Testen

Migration ist eine Erscheinung erst des 20. Jahrhunderts.

âś“ Falsch
Menschen wandern, seit es Menschen gibt — in Bayern belegt seit Römern, Hugenotten und Exulanten.
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

Ein polnischer Jugendlicher wird 1942 nach Bayern verschleppt und muss auf einem Bauernhof arbeiten. Zu welcher Gruppe gehört er?

  • â—Ź Zwangsarbeiter
  • â—‹ Gastarbeiter
  • â—‹ Spätaussiedler
Im NS-Staat wurden Millionen Menschen aus besetzten Ländern zur Arbeit gezwungen — Gewaltmigration, keine freie Entscheidung.
LĂĽckentext #5 10s â–¶ Testen

Die Hugenotten flohen nach 1685 aus ___.

âś“ Antwort: Frankreich
Ludwig XIV. hob ihre Glaubensfreiheit auf — Bayreuth, Erlangen und Preußen gewannen Fachleute.
Mittel
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

1686 entsteht in Erlangen eine Neustadt fĂĽr GlaubensflĂĽchtlinge aus Frankreich. Wer sind sie?

  • â—Ź Hugenotten
  • â—‹ Salzburger Exulanten
  • â—‹ Heimatvertriebene
Nach dem Edikt von Fontainebleau (1685) flohen französische Protestanten. Der Markgraf von Brandenburg-Bayreuth nahm sie auf — als willkommene Handwerker.
Wahr / Falsch #2 12s â–¶ Testen

Die Salzburger Exulanten mussten 1731/32 ihre Heimat verlassen, weil sie evangelisch waren.

âś“ Wahr
Der Salzburger Erzbischof wies rund 20 000 Protestanten aus. Viele zogen durch fränkische und schwäbische Städte bis nach Ostpreußen.
Multiple Choice #3 18s â–¶ Testen

Ein Bauer aus Unterfranken wandert 1850 nach Amerika aus, weil Missernten ihn ruinieren und Land dort billig ist. Welche Form von Migration ist das?

  • â—Ź Wirtschaftlich motivierte Auswanderung
  • â—‹ Glaubensflucht
  • â—‹ Gewaltmigration
Not zu Hause (Push) und Chancen in der Ferne (Pull) wirken zusammen. Niemand zwingt ihn mit Gewalt, und es geht nicht um seinen Glauben.
Multiple Choice #4 12s â–¶ Testen

Mit welchem Land schloss die Bundesrepublik 1955 das erste Anwerbeabkommen?

  • â—Ź Italien
  • â—‹ TĂĽrkei
  • â—‹ Griechenland
Es folgten Spanien und Griechenland (1960), die Türkei (1961) und weitere Länder bis zum Anwerbestopp 1973.
Schwer
Multiple Choice #1 18s â–¶ Testen

Eine Auswanderin schreibt 1868 aus Ohio, wie gut es ihr geht. Was muss man bei der Auswertung bedenken?

  • â—Ź Briefe nach Hause beschönigen oft, etwa um Verwandte nachzuholen
  • â—‹ Der Brief ist objektiv, weil er aus der Zeit stammt
  • â—‹ Briefe einfacher Leute sind keine Quellen
Jede Quelle hat eine Absicht. Wer schrieb an wen, wozu? Erst diese Fragen machen aus dem Brief ein Indiz.
Multiple Choice #2 15s â–¶ Testen

Welche Gruppe kam ab den späten 1980er-Jahren aus Osteuropa und hatte deutsche Vorfahren?

  • â—Ź Spätaussiedler
  • â—‹ JĂĽdische KontingentflĂĽchtlinge
  • â—‹ Hugenotten
Kontingentflüchtlinge kamen ab 1991 ebenfalls aus der früheren Sowjetunion — aber als Juden, nicht über deutsche Abstammung.
Multiple Choice #3 18s â–¶ Testen

Welcher Befund spricht am stärksten dafür, dass die Integration der Vertriebenen in Bayern gelang?

  • â—Ź In Waldkraiburg und Geretsried grĂĽnden Vertriebene Betriebe und neue Städte
  • â—‹ 1950 leben noch viele Vertriebene in Lagern
  • â—‹ Die Zahl der Vertriebenen ist sehr hoch
Integration zeigt sich an Teilhabe — Arbeit, Wohnen, Mitgestalten. Eine hohe Zahl allein sagt darüber nichts.