Belichtungsdreieck — die Kamera sieht anders
Exposure Triangle — The Camera Sees Differently
Die Kamera sieht nicht „das, was mein Auge sieht". Helligkeit ist kein einzelner Regler, sondern ein Dreieck aus Blende, Belichtungszeit und ISO — und jede Ecke verändert noch etwas anderes: die Blende die Schärfentiefe, die Zeit die Bewegungsunschärfe, die ISO das Rauschen. Wer ein Foto gestalten will, wählt bewusst, welche Ecke das Bildergebnis tragen soll. Jede volle Stufe verdoppelt oder halbiert das Licht, darum lässt sich eine Belichtung tauschen (f/8 bei 1/125 s = f/5,6 bei 1/250 s). Das Thema bereitet die bewusste Bildgestaltung der Ph2/Ph3-Stufen und das Verständnis von Bildentstehung in der Physik (Linse, Lochkamera) vor.
Vorrechnen (1)
Du fotografierst ein Porträt und willst den Hintergrund ganz unscharf. Welche Blende wählst du?
Eine Landschaft soll von der Blume im Vordergrund bis zu den Bergen scharf sein. Welche Blende wählst du?
Ein FuĂźball soll mitten im Flug gestochen scharf sein. Welche Belichtungszeit?
Ob ein Foto richtig hell wird, hängt nur von einer Einstellung ab — wie beim Helligkeitsregler am Handy.
Eine sehr hohe ISO macht das Bild heller, bringt aber körniges Bildrauschen.
Was verändert die Blende außer der Helligkeit?
Was verändert die Belichtungszeit außer der Helligkeit?
Was verändert die ISO außer der Helligkeit?
Ein Wasserfall soll weich wie Watte flieĂźen. Welche Belichtungszeit?
Du stellst von f/8 auf f/5,6. Wie viel Licht kommt jetzt in derselben Zeit an?
Deine Freundin steht vor einem hellen Fenster. Weil du ihr Gesicht gut siehst, zeigt es das Foto ohne Korrektur genauso.
Bei welcher Blende ist die Ă–ffnung des Objektivs am kleinsten?
Wie viel Licht ändert eine volle Stufe von Blende, Zeit oder ISO?
Richtig belichtet ist f/8 bei 1/125 s. Du willst f/5,6 für weniger Schärfentiefe. Welche Zeit hält die Helligkeit gleich?
In der Turnhalle ist es zu dunkel: Bei f/2,8 brauchst du 1/60 s, willst aber 1/250 s gegen Verwacklung. Was tust du mit der ISO?