Höhlenbilder und Ägypten — Bilder mit Regeln

Cave Paintings and Egypt — Pictures with Rules

Kunst Klasse 5 14 Aufgaben
KunstKunstgeschichteFehlvorstellung

Die Kinder vergleichen die ältesten Bilder der Menschheit — Tiere an Höhlendecken wie in Lascaux (vor rund 17 000 Jahren) und Altamira — mit ägyptischen Grab- und Tempelbildern. Sie entdecken, dass die Ägypter jeden Körperteil von seiner kennzeichnendsten Seite zeigen: Kopf und Beine im Profil, Auge und Schultern von vorn (die „Aspektive" nach Brunner-Traut), wichtige Personen größer als Diener (Bedeutungsgröße). So wird die Fehlvorstellung „die konnten noch nicht richtig zeichnen" abgebaut: Die Bilder folgen festen Regeln, weil sie für die Ewigkeit eindeutig sein sollten. Der Vergleich bereitet die Bedeutungsperspektive der Romanik und die Zentralperspektive der Renaissance vor — zwei andere Antworten auf dieselbe Frage, wie man Welt auf eine Fläche bringt.

Leicht
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Welche Figur ist nach ägyptischer Regel gemalt?

  • â—Ź Kopf im Profil, Auge von vorn, Schultern von vorn, Beine im Profil
  • â—‹ Kopf, Schultern und Beine alle im Profil, Auge im Profil
  • â—‹ Kopf, Schultern und Beine alle von vorn
Jeder Körperteil wird von der Seite gezeigt, an der man ihn am besten erkennt: das Auge von vorn, die Nase im Profil, die Schultern in voller Breite. Man nennt das Aspektive — eine Regel, kein Fehler.
Wahr / Falsch #2 15s â–¶ Testen

Ein ägyptisches Wandbild zeigt einen Schreiber mit Auge von vorn und Gesicht im Profil. Der Maler konnte also noch nicht richtig zeichnen.

âś“ Falsch
Dieselben Werkstätten schufen Tierfiguren und Statuen von großer Naturtreue. Die Mischansicht ist Absicht: Das Bild sollte jeden Teil eindeutig und vollständig zeigen, weil es für das Leben nach dem Tod gedacht war.
Multiple Choice #3 12s â–¶ Testen

Auf einem Tempelrelief stehen ein Pharao, ein Schreiber und ein Diener nebeneinander. Wer ist am größten dargestellt?

  • â—Ź der Pharao
  • â—‹ der Diener, weil er vorne steht
  • â—‹ alle gleich groĂź
Die Größe zeigt den Rang, nicht die Entfernung: Bedeutungsgröße. Wer wichtiger ist, wird größer gemalt — auch wenn alle in einer Reihe stehen.
Multiple Choice #4 12s â–¶ Testen

Welches Motiv findet man an den Wänden von Lascaux am häufigsten?

  • â—Ź Pferde, Wisente und Hirsche
  • â—‹ Häuser und Felder
  • â—‹ Könige mit Kronen
Die Höhlenbilder zeigen vor allem große Tiere der Eiszeit. Menschen erscheinen selten, Häuser und Herrscher gar nicht — beides gab es in dieser Jäger-und-Sammler-Zeit noch nicht.
Multiple Choice #5 12s â–¶ Testen

Woraus mischten die Höhlenmaler ihr Rot und Gelb?

  • â—Ź aus Ocker, also farbiger Erde
  • â—‹ aus Tubenfarbe
  • â—‹ aus Buntstiften
Rot und Gelb kamen aus eisenhaltiger Erde (Ocker), Schwarz aus Holzkohle oder Manganerz. Gemahlen und mit Wasser oder Fett vermischt, entstand Farbe, die 17 000 Jahre hält.
Karteikarte #6 12s â–¶ Testen

Was zeigt in ägyptischen Bildern die Größe einer Figur an?

âś“ Antwort: ihren Rang
Bedeutungsgröße: der Pharao am größten, Diener klein. Dieselbe Regel kehrt in der Romanik wieder (Christus größer als die Apostel).
Karteikarte #7 10s â–¶ Testen

Welche farbige Erde lieferte das Rot und Gelb der Höhlenbilder?

âś“ Antwort: Ocker
Mittel
Multiple Choice #1 12s â–¶ Testen

Wie alt sind die Bilder in der Höhle von Lascaux ungefähr?

  • â—Ź etwa 17 000 Jahre
  • â—‹ etwa 1 700 Jahre
  • â—‹ etwa 170 Jahre
Die Malereien entstanden in der letzten Eiszeit, vor rund 17 000 Jahren — viel älter als die Pyramiden (rund 4 500 Jahre).
Wahr / Falsch #2 12s â–¶ Testen

Die Pyramiden von Gizeh sind älter als die Bilder von Lascaux.

âś“ Falsch
Lascaux: rund 17 000 Jahre. Gizeh: rund 4 500 Jahre. Zwischen den Höhlenbildern und den Pyramiden liegen mehr als zehntausend Jahre.
Multiple Choice #3 20s â–¶ Testen

Ein ägyptischer Maler malt einen Teich mit Bäumen ringsum. Wie sieht das Bild aus?

  • â—Ź Der Teich von oben als Rechteck, die Bäume von der Seite, rundherum umgeklappt
  • â—‹ Der Teich als schmales Oval, die hinteren Bäume kleiner
  • â—‹ Nur die vorderen Bäume, der Teich ist verdeckt
Das berühmte Teichbild aus dem Grab des Nebamun zeigt genau das: Jeder Gegenstand in seiner klarsten Ansicht. Ein kleiner werdender Hintergrund (Perspektive) wäre für die Ägypter unklar gewesen.
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

In Altamira malten die KĂĽnstler einen Wisent genau ĂĽber eine Beule in der Felsdecke. Was erreichten sie damit?

  • â—Ź Der Bauch des Tieres wölbt sich wirklich nach vorn
  • â—‹ Die Farbe trocknet schneller
  • â—‹ Das Bild bleibt im Dunkeln unsichtbar
Die Maler nutzten Wölbungen des Felsens für den Körper der Tiere. Im flackernden Fackellicht scheinen sie sich zu bewegen — ein Zeichen für genaues Beobachten und Planen.
LĂĽckentext #5 12s â–¶ Testen

Die ägyptische Darstellung, die jeden Körperteil von seiner kennzeichnendsten Seite zeigt, heißt ___ .

âś“ Antwort: Aspektive
Der Begriff stammt von der Ägyptologin Emma Brunner-Traut. Er setzt die ägyptische Regel bewusst neben die spätere Perspektive.
Karteikarte #6 12s â–¶ Testen

Welche spanische Höhle mit Wisent-Bildern entdeckte 1879 ein achtjähriges Mädchen?

âś“ Antwort: Altamira
María Sanz de Sautuola sah die Bilder an der Decke, während ihr Vater den Boden nach Werkzeugen absuchte.
Karteikarte #7 20s â–¶ Testen

Warum malten ägyptische Maler Figuren in Mischansicht statt so, wie das Auge sie sieht?

✓ Antwort: Weil das Bild jeden Teil vollständig und eindeutig zeigen sollte — für die Ewigkeit, nicht für einen Blickpunkt.