Romanik und Gotik — dicke Mauern, Licht aus Glas
Romanesque and Gothic — Thick Walls, Light from Glass
Die Kinder unterscheiden Romanik (ca. 1000–1250) und Gotik (ca. 1150–1500) an Kirchen, die sie besuchen können: Rundbogen, dicke Mauern und kleine Fenster im Speyerer Dom gegen Spitzbogen, Strebewerk und riesige Glasfenster in Chartres oder im Regensburger Dom. In Bildern lesen sie die Bedeutungsperspektive (Christus größer als die Apostel, Goldgrund statt Himmel) und die Ikonografie — Maria im blauen Mantel, Petrus mit dem Schlüssel. Abgebaut wird die Vorstellung, das Mittelalter habe „falsch" gemalt: Seine Bilder sollten Heiliges zeigen, nicht einen Blick aus dem Fenster. Das bereitet den Bruch der Renaissance vor, die das Bild zum Fenster macht, und die Statik der gotischen Kathedrale in der Architektur.
Eine Kirche hat dicke Mauern, kleine Rundbogenfenster und ein Tonnengewölbe. Welcher Stil?
Eine Kirche hat Spitzbogen, außen Strebebogen und Wände, die fast nur aus bunten Glasfenstern bestehen. Welcher Stil?
Auf einem Altarbild um 1200 ist Christus doppelt so groß wie die Apostel neben ihm. Warum?
Eine Frau mit blauem Mantel hält ein Kind auf dem Schoß. Wen stellt das mittelalterliche Bild dar?
Welche Bogenform haben die Fenster des romanischen Speyerer Doms?
Mit welcher Bogenform überwölbten gotische Baumeister schmale, hohe Öffnungen?
Welcher dieser Bauten ist romanisch?
Der goldene Hintergrund vieler mittelalterlicher Bilder soll den Abendhimmel darstellen.
Ein Heiliger hält einen großen Schlüssel. Wer ist das?
Weil mittelalterliche Bilder keinen tiefen Raum zeigen, konnten die Maler damals noch nicht genau beobachten.
Welche Kirche bei Paris gilt als Geburtsort der Gotik (um 1144)?
Wie heißt das Lesen von Figuren an festen Zeichen wie Farbe und Attribut?
Wie heißt die Regel, nach der wichtige Figuren größer gemalt werden als unwichtige?
Abt Suger ließ ab 1140 den Chor von Saint-Denis mit großen Glasfenstern bauen. Was wollte er im Kirchenraum erreichen?