Romanik und Gotik — dicke Mauern, Licht aus Glas

Romanesque and Gothic — Thick Walls, Light from Glass

Kunst Klasse 7 14 Aufgaben
KunstKunstgeschichteArchitekturFehlvorstellung

Die Kinder unterscheiden Romanik (ca. 1000–1250) und Gotik (ca. 1150–1500) an Kirchen, die sie besuchen können: Rundbogen, dicke Mauern und kleine Fenster im Speyerer Dom gegen Spitzbogen, Strebewerk und riesige Glasfenster in Chartres oder im Regensburger Dom. In Bildern lesen sie die Bedeutungsperspektive (Christus größer als die Apostel, Goldgrund statt Himmel) und die Ikonografie — Maria im blauen Mantel, Petrus mit dem Schlüssel. Abgebaut wird die Vorstellung, das Mittelalter habe „falsch" gemalt: Seine Bilder sollten Heiliges zeigen, nicht einen Blick aus dem Fenster. Das bereitet den Bruch der Renaissance vor, die das Bild zum Fenster macht, und die Statik der gotischen Kathedrale in der Architektur.

Leicht
Multiple Choice #1 12s ▶ Testen

Eine Kirche hat dicke Mauern, kleine Rundbogenfenster und ein Tonnengewölbe. Welcher Stil?

  • ● Romanik
  • ○ Gotik
  • ○ Barock
Rundbogen, schwere Mauern, wenig Licht: Romanik. Die Mauer trägt die ganze Last, darum darf sie kaum durchbrochen werden.
Multiple Choice #2 12s ▶ Testen

Eine Kirche hat Spitzbogen, außen Strebebogen und Wände, die fast nur aus bunten Glasfenstern bestehen. Welcher Stil?

  • ● Gotik
  • ○ Romanik
  • ○ Antike
Das Gewicht wird über Rippen, Pfeiler und Strebebogen abgeleitet, die Wand trägt nicht mehr — Platz für riesige Fenster. Das ist Gotik.
Multiple Choice #3 12s ▶ Testen

Auf einem Altarbild um 1200 ist Christus doppelt so groß wie die Apostel neben ihm. Warum?

  • ● Er ist die wichtigste Figur
  • ○ Er steht näher am Betrachter
  • ○ Der Maler hat sich vermessen
Bedeutungsperspektive: Die Größe zeigt den Rang. Nähe und Ferne spielen im mittelalterlichen Bild keine Rolle — das ändert erst die Renaissance.
Multiple Choice #4 12s ▶ Testen

Eine Frau mit blauem Mantel hält ein Kind auf dem Schoß. Wen stellt das mittelalterliche Bild dar?

  • ● Maria mit dem Jesuskind
  • ○ eine Königin mit ihrem Sohn
  • ○ eine Bäuerin
Der blaue Mantel ist Marias Farbe — gemalt mit Ultramarin, dem teuersten Pigment des Mittelalters, aus dem Halbedelstein Lapislazuli.
Karteikarte #5 8s ▶ Testen

Welche Bogenform haben die Fenster des romanischen Speyerer Doms?

✓ Antwort: der Rundbogen
Karteikarte #6 8s ▶ Testen

Mit welcher Bogenform überwölbten gotische Baumeister schmale, hohe Öffnungen?

✓ Antwort: der Spitzbogen
Mittel
Multiple Choice #1 12s ▶ Testen

Welcher dieser Bauten ist romanisch?

  • ● der Dom zu Speyer
  • ○ die Kathedrale von Chartres
  • ○ der Kölner Dom
Der Speyerer Dom (geweiht 1061) ist eine der größten romanischen Kirchen. Chartres und Köln sind gotische Kathedralen.
Wahr / Falsch #2 12s ▶ Testen

Der goldene Hintergrund vieler mittelalterlicher Bilder soll den Abendhimmel darstellen.

✓ Falsch
Der Goldgrund ist kein Himmel, sondern ein Raum außerhalb der Zeit — das Göttliche, Kostbare. Er zeigt bewusst keinen Ort, den man besuchen könnte.
Multiple Choice #3 12s ▶ Testen

Ein Heiliger hält einen großen Schlüssel. Wer ist das?

  • ● Petrus
  • ○ Paulus
  • ○ Johannes
Der Schlüssel ist das Attribut des Petrus (Schlüssel zum Himmelreich). Paulus trägt ein Schwert, Johannes der Evangelist einen Adler oder Kelch. Solche Zeichen lassen auch Leseunkundige jede Figur erkennen.
Wahr / Falsch #4 15s ▶ Testen

Weil mittelalterliche Bilder keinen tiefen Raum zeigen, konnten die Maler damals noch nicht genau beobachten.

✓ Falsch
Buchmaler zeichneten Tiere, Pflanzen und Werkzeuge sehr genau. Der flache Raum ist Absicht: Das Bild zeigt Heiliges und seine Rangordnung, nicht einen Blick aus dem Fenster.
Karteikarte #5 12s ▶ Testen

Welche Kirche bei Paris gilt als Geburtsort der Gotik (um 1144)?

✓ Antwort: Saint-Denis
Karteikarte #6 12s ▶ Testen

Wie heißt das Lesen von Figuren an festen Zeichen wie Farbe und Attribut?

✓ Antwort: Ikonografie
Karteikarte #7 12s ▶ Testen

Wie heißt die Regel, nach der wichtige Figuren größer gemalt werden als unwichtige?

✓ Antwort: Bedeutungsperspektive
Schwer
Multiple Choice #1 15s ▶ Testen

Abt Suger ließ ab 1140 den Chor von Saint-Denis mit großen Glasfenstern bauen. Was wollte er im Kirchenraum erreichen?

  • ● farbiges Licht als Bild für Gottes Gegenwart
  • ○ eine kühlere Kirche im Sommer
  • ○ billigeres Baumaterial als Stein
Für Suger war Licht ein Zeichen Gottes. Der Chor von Saint-Denis gilt als Geburtsort der Gotik; Glas war teurer als Stein.