Sehen und Proportion

Seeing and proportion

Kunst Klasse 2 10 Aufgaben
KunstZeichnenBeobachtungVerkörpertes Können

Das zeichnen, was man sieht, nicht was man weiß: Die Kinder vergleichen Größen, peilen mit dem ausgestreckten Bleistift und übertragen Verhältnisse. Sie lernen gemessene Proportionen, die das Wissen verfälscht — die Augen liegen auf halber Kopfhöhe, nicht oben (Carbon & Wirth 2014; Ostrofsky et al. 2016: fast alle Anfänger setzen sie zu hoch); der verdeckte Tassenhenkel wird nicht gezeichnet (intellektueller Realismus, Freeman & Janikoun 1972). Nach Cohen & Bennett (1997) ist Fehlwahrnehmung, nicht die Hand, die Hauptursache ungenauen Zeichnens. Das bereitet das Beobachtungszeichnen mit Tonwert und das Zeichnen nach dem Leben vor.

Können & Üben

Sehen und Proportion

Zeichnet aus dem Gedächtnis (Symbole) statt nach dem Modell.

Vergleicht Größen und überträgt grobe Verhältnisse korrekt.

Misst und überträgt Proportionen verlässlich; zeichnet, was zu sehen ist.

Skizzenbuch — täglich zeichnen

solo

15 min · daily

atelier, zuhause

Jeden Tag eine Seite: erst ein paar Linien- und Grundform-Übungen zum Warmwerden, dann ein Gegenstand aus der Umgebung nach Beobachtung gezeichnet. Größen vergleichen, nicht aus dem Gedächtnis zeichnen. Kilometer sammeln — jede Skizze zählt, auch die misslungene.

Leicht
Multiple Choice #1 12s â–¶ Testen

Wo liegen die Augen in einem Erwachsenengesicht von vorn?

  • â—Ź auf halber Höhe zwischen Scheitel und Kinn
  • â—‹ im oberen Viertel des Kopfes
  • â—‹ im unteren Drittel des Kopfes
Messen zeigt: Die Augen sitzen in der Mitte des Kopfes. Fast alle Anfänger setzen sie zu hoch, weil sie an die Stirn als „klein" denken und die Haare nicht mitzählen.
Wahr / Falsch #2 12s â–¶ Testen

Die Augen liegen weit oben im Kopf, weil ĂĽber ihnen nur noch die Stirn kommt.

âś“ Falsch
Stirn und Schädel bis zum Scheitel sind genauso hoch wie das Gesicht von den Augen bis zum Kinn. Das Wissen „da ist nur Stirn" verfälscht den Blick.
Multiple Choice #3 12s â–¶ Testen

Eine Tasse steht so, dass ihr Henkel hinten verdeckt ist. Was zeichnest du, wenn du zeichnest, was du siehst?

  • â—Ź die Tasse ohne Henkel
  • â—‹ die Tasse mit Henkel an der Seite
  • â—‹ nur den Henkel
Viele zeichnen den Henkel trotzdem, weil sie wissen, dass er da ist. Beobachtungszeichnen heiĂźt: nur, was von hier aus sichtbar ist.
Karteikarte #4 8s â–¶ Testen

Wo liegen die Augen, gemessen von Scheitel bis Kinn?

âś“ Antwort: in der Mitte
Mittel
Multiple Choice #1 12s â–¶ Testen

Wie groß ist der Abstand zwischen den beiden Augen ungefähr?

  • â—Ź etwa eine Augenbreite
  • â—‹ etwa eine halbe Augenbreite
  • â—‹ etwa drei Augenbreiten
Zwischen die Augen passt ungefähr ein weiteres Auge. Die Kopfbreite misst etwa fünf Augenbreiten.
Multiple Choice #2 12s â–¶ Testen

Wie viele Kopfhöhen misst ein erwachsener Mensch ungefähr?

  • â—Ź etwa 7 bis 8
  • â—‹ etwa 4
  • â—‹ etwa 12
Erwachsene sind etwa siebeneinhalb Köpfe hoch. Ein Kleinkind nur etwa vier — darum wirken Köpfe auf Babyfotos so groß.
Multiple Choice #3 12s â–¶ Testen

Wie viele Kopfhöhen misst ein einjähriges Kind ungefähr?

  • â—Ź etwa 4
  • â—‹ etwa 8
  • â—‹ etwa 2
Der Kopf wächst nach der Geburt weniger als der Körper. Ein Kleinkind ist etwa vier Köpfe hoch, ein Erwachsener etwa siebeneinhalb.
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

Du hältst den Bleistift mit ausgestrecktem Arm vor einen Tisch und schiebst den Daumen auf dem Stift. Was misst du so?

  • â—Ź wie groĂź der Tisch im Verhältnis zu anderen Dingen erscheint
  • â—‹ wie schwer der Tisch ist
  • â—‹ aus welchem Holz der Tisch ist
Bleistift-Peilen misst scheinbare Längen und Verhältnisse. Der Arm muss gestreckt bleiben, damit der Abstand zum Auge gleich ist.
Multiple Choice #5 12s â–¶ Testen

Auf welcher Höhe liegen die Ohren im Profil?

  • â—Ź zwischen Augenbraue und Nasenunterkante
  • â—‹ oben am Scheitel
  • â—‹ auf Höhe des Kinns
Die Ohren reichen ungefähr von der Höhe der Augenbrauen bis zur Nasenunterkante.
Wahr / Falsch #6 12s â–¶ Testen

Eine Vorlage auf den Kopf gestellt abzuzeichnen kann helfen, genauer zu zeichnen.

âś“ Wahr
Umgedreht erkennt man den Gegenstand schlechter und zeichnet eher Linien und Winkel, wie sie wirklich sind — eine Übung aus Betty Edwards' „Drawing on the Right Side of the Brain" (1979).