Nach dem dritten Durchlesen kommt einem alles bekannt vor — und genau dieses Gefühl täuscht (Bjork, Dunlosky & Kornell 2013). Ob man etwas kann, zeigt erst der Selbsttest: abdecken, sagen, Kreuz bei allem, was nicht kommt. Danach wählt man den Weg, der zum Ziel passt: abfragen und verteilt üben für Fakten (Dunlosky et al. 2013), jemandem erklären für Zusammenhänge, Fehleraufgaben nachrechnen für Rechenwege — und prüft am Ende, ob das Ziel erreicht ist (LehrplanPLUS D3/4 1.4). Kinder erkennen, wer seine Lücken findet, wählen den passenden Lernweg und übertragen einen Trick auf ein neues Fach. Ziel: die Kalibrierung in Stufe Mk1 und das eigene Abfragen in Ab2 (case.lernen-und-denken.wie-man-sich-etwas-merkt).
Ziel von Sara: „Bis Freitag lese ich diesen Absatz ohne Stolpern vor.“ Am Freitag stolpert sie noch zweimal beim langen Wort „Schmetterling“. Sara hat das Ziel erreicht.
âś“ Falsch
Zweimal gestolpert heißt: noch nicht ganz. Jetzt weiß Sara genau, was sie nächste Woche übt — das eine lange Wort.
Lina will verstehen, warum es Tag und Nacht gibt. Welcher Lernweg passt zu Linas Ziel?
○ Den Satz „Die Erde dreht sich“ zehnmal aufsagen.
â—‹ Den Text im Buch gelb anmalen.
â—Ź Mit Taschenlampe und Ball ihrem Bruder zeigen, wie es Tag und Nacht wird, und merken, wo sie stockt.
Wer einen Zusammenhang verstehen will, muss ihn erklären können. Wo Lina beim Zeigen stockt, ist ihre Lücke. Aufsagen und Anmalen prüfen das nicht.
Yusuf hat Englischwörter mit Karteikarten gelernt: vorne die Frage, hinten die Antwort. Wo hilft derselbe Trick auch?
â—‹ Eine eigene Geschichte ausdenken.
● Die Namen der Knochen im Körper für HSU lernen.
â—‹ Ein Bild fĂĽr den Kunstunterricht malen.
Karteikarten helfen bei allem, was man sich als Frage und Antwort merken kann — egal in welchem Fach. Eine Geschichte oder ein Bild muss man selbst erfinden, nicht abrufen.