Ladung und Influenz
Charge and Influence
Es gibt zwei Ladungsarten; gleichnamige stoĂen sich ab, ungleichnamige ziehen sich an. âGeladen" heiĂt Ăberschuss einer Ladungsart â Elektronenmangel oder -ĂŒberschuss â, und jede Ladung ist ein Vielfaches der Elementarladung e als kleinster Portion. Ladung wird dynamisch ĂŒber Q = I·Ît gemessen, denn Strom ist bewegte Ladung. Influenz (Ladungstrennung im Leiter) ist von Polarisation (Ausrichten von Dipolen im Isolator) zu unterscheiden â sichtbar am Elektroskop und am abgelenkten Wasserstrahl. TrĂ€gt Feldbegriff, FeldstĂ€rkemessung und den Cavendish-Influenzversuch.
Können & Ăben
Elektrostatik-Werkstatt â Ladung sichtbar machen
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physiksaal
Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten â Beobachten â ErklĂ€ren; die Lernenden arbeiten in Kleingruppen und rotieren nach etwa 20 Minuten. An jeder Station wird die Vermutung vor dem Ausprobieren notiert. Station 1 â ReibungselektrizitĂ€t und Influenz (Elektroskop). Vermuten: Was zeigt das Elektroskop, wenn der geriebene PVC-Stab den Teller nur ohne BerĂŒhrung erreicht â und was, wenn er ihn berĂŒhrt? Beobachten: Schon in TellernĂ€he schlĂ€gt der Zeiger aus und geht beim Entfernen zurĂŒck; nach BerĂŒhrung bleibt der Ausschlag. Mit Glas- und PVC-Stab zeigen sich zwei Ladungsarten (AbstoĂung/Anziehung drehbar gelagerter StĂ€be). ErklĂ€ren: Ohne BerĂŒhrung verschiebt der Stab nur Ladungen im Leiter â Influenz; mit BerĂŒhrung wird Ladung ĂŒbertragen. Modellgrenze: Der Zeiger zeigt Ladungstrennung an, nicht das Vorzeichen der Ladung. Station 2 â Wasserstrahl und Konfetti (Polarisation). Vermuten: Lenkt der geriebene Stab einen dĂŒnnen Wasserstrahl ab, obwohl Wasser neutral ist? Beobachten: Der Strahl biegt sich deutlich zum Stab hin; trockene Papierschnipsel springen an den Stab und teils wieder ab. ErklĂ€ren: WassermolekĂŒle sind Dipole und richten sich im Feld aus â Polarisation; die Anziehung wirkt auf den nĂ€heren, ungleichnamigen Pol stĂ€rker. Modellgrenze: Die Ablenkung beweist Dipole, misst aber keine FeldstĂ€rke. Station 3 â Feldlinienbilder (GrieĂkörner am Projektor). Vermuten: Wie ordnen sich GrieĂkörner in Rizinusöl zwischen Spitze und Platte, zwischen zwei Punktladungen, zwischen zwei Platten? Skizze vorab! Beobachten: Die Körnchen richten sich zu Ketten aus â radial um die Spitze, gebogen zwischen ungleichnamigen Elektroden, parallel zwischen den Platten. ErklĂ€ren: Die Ketten folgen der Kraftrichtung auf Probeladungen; dichte Linien bedeuten starkes Feld, Feldlinien starten und enden senkrecht auf den LeiteroberflĂ€chen und schneiden sich nie. Modellgrenze: Feldlinien sind ein Zeichenmodell â das Feld existiert auch zwischen den Linien. Sicherheitshinweis: Bandgenerator vor dem Umbauen mit dem Entladestab erden; Funken sind harmlos, aber schreckhaft. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Gewitter-Artikel in der App â dort werden dieselbe Ladungstrennung und derselbe Funke zum Blitz hochskaliert. Station 4 â Löffel-Versuch (Kraft pro Ladung). Vermuten: Halbiert sich die Kraft auf den Ladungslöffel im Plattenfeld, wenn man seine Ladung durch BerĂŒhren mit dem identischen zweiten Löffel halbiert? Beobachten: Der Lichtzeiger-Ausschlag des MessverstĂ€rkers geht bei q, q/2, q/4 jeweils auf die HĂ€lfte zurĂŒck. ErklĂ€ren: F/q ist an einem Feldpunkt konstant â genau diese GröĂe definiert die elektrische FeldstĂ€rke E. Sicherheitshinweis: Hochspannung! Nur die strombegrenzte Quelle verwenden, Umbauten nur spannungsfrei, Platten nach dem Versuch entladen. Abschluss in der Runde: Welche Station zeigt Ladungstrennung, welche Ausrichtung, welche misst das Feld? Der Bogen von "es knistert" zur messbaren GröĂe E = F/q wird gemeinsam formuliert.
physik-experimente-lead
4â16
Alles beginnt mit einem Versuch, den du in einer Minute selbst
machen kannst: Reibe einen Kunststoffstab an Wolle und halte ihn
ĂŒber Papierschnipsel. Sie springen hoch. Glas- und KunststoffstĂ€be,
drehbar gelagert, verraten mehr: Zwei geriebene GlasstĂ€be stoĂen
einander ab, Glas- und Kunststoffstab ziehen sich an. Es gibt also
zwei Arten von Ladung â
âGeladen" heiĂt dabei nie, dass Ladung aus dem Nichts entsteht:
Ein Körper hat zu viele Elektronen (negativ) oder zu wenige
(positiv). Die kleinste frei vorkommende Portion ist die
Elementarladung
Zum Nachweis dient das Elektroskop: ein Metallkopf auf einem Stab, an dem ein drehbarer Zeiger hĂ€ngt. BerĂŒhrst du den Kopf mit einem geladenen Stab, verteilt sich die Ladung ĂŒber Stab und Zeiger â gleichnamig geladen stoĂen sie sich ab, der Zeiger schlĂ€gt aus.
Jetzt die entscheidende Frage. Sage voraus: Was zeigt das Elektroskop, wenn der geladene Stab dem Kopf nur nahekommt â ohne jede BerĂŒhrung?
Der Zeiger schlĂ€gt aus, obwohl keine Ladung ĂŒbertragen
wurde. Der negative Stab drĂŒckt die frei beweglichen
Elektronen im Metall von sich weg: Am Kopf sammelt sich die
entgegengesetzte (positive) Ladung, unten an Stab und Zeiger die
gleichnamige (negative) â und die stöĂt sich ab wie zuvor. Diese
rÀumliche Ladungstrennung in einem Leiter unter dem
Einfluss eines geladenen Körpers heiĂt
Und in einem Nichtleiter, in dem keine Elektronen frei wandern können â passiert da nichts? Halte den geriebenen Stab an einen dĂŒnnen Wasserstrahl:
Der Strahl knickt zum Stab hin. Im WassermolekĂŒl ist die Ladung
von Natur aus ungleich verteilt â die Sauerstoffseite leicht
negativ, die Wasserstoffseite leicht positiv. Solche
Dipole kann das Feld des Stabes nicht verschieben, aber
ausrichten: Die positiven Seiten drehen sich zum
negativen Stab, und netto wird der Strahl angezogen. Dieses
Ausrichten von Dipolen im Isolator heiĂt
Merke die Unterscheidung, sie trÀgt das ganze Kapitel:
Materialien (1)
Physische Manipulativa, die dieses Konzept konkret verankern â optional, gebrĂŒckt zum Symbol.
- Elektroskop prop
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Ein geriebener Glasstab und ein geriebener Kunststoffstab ziehen sich gegenseitig an. Zwei geriebene KunststoffstĂ€be stoĂen sich ab. Was folgt daraus?
Was bedeutet es, dass ein Körper elektrisch neutral ist?
Am Ausschlag eines Elektroskops kann man ablesen, ob der untersuchte Körper positiv oder negativ geladen ist.
Der Wasserstrahl wird nur von einem negativ geladenen Stab abgelenkt â ein positiv geladener Stab stöĂt ihn ab.
Worin unterscheiden sich Influenz und Polarisation?
Rund 6,25·10Âčâž Elementarladungen ergeben zusammen die Ladung 1 C.
Die StromstĂ€rke gibt an, wie viel Ladung pro Sekunde durch den Querschnitt eines Leiters flieĂt.
Ein positiv geladener Körper hat einen Ăberschuss an positiver Ladung, weil ihm Teilchen fehlen. Diese Teilchen heiĂen ___.
Ein Körper trĂ€gt die Ladung Q = 4,8·10â»Âčâč C. Aus wie vielen Elementarladungen besteht diese Ladung? (e = 1,6·10â»Âčâč C)
Durch einen Leiter flieĂt 40 s lang der Strom I = 0,5 A. Berechne die transportierte Ladung. (Antwort in C)
Beim Entladen eines Körpers flieĂt in 60 s die Ladung Q = 12 C gleichmĂ€Ăig ab. Berechne die StromstĂ€rke. (Antwort in A)
Die rÀumliche Ladungstrennung in einem leitenden Körper durch einen genÀherten geladenen Körper bezeichnet man als elektrische ___.
Eine Glimmlampenschaltung registriert 2 Minuten lang einen mittleren Strom von 50 mA. Berechne die geflossene Ladung. (Antwort in C)
Ein geladener Kunststoffstab wird einem Elektroskop genĂ€hert, ohne es zu berĂŒhren. Der Zeiger schlĂ€gt aus. ErklĂ€re die Beobachtung.
Ein geladener Kunststoffstab lenkt einen dĂŒnnen Wasserstrahl ab. Warum wirkt eine Kraft auf das ungeladene Wasser?
Ein Kunststoffstab trĂ€gt nach dem Reiben die Ladung Q = â8·10â»âč C. Wie viele Elektronen hat er beim Reiben aufgenommen? (e = 1,6·10â»Âčâč C; Antwort in Milliarden)