Entscheiden nach Protokoll
Lea entscheidet ĂĽber ihren Praktikumsplatz. Bei welchem Ablauf prĂĽfen die Kriterien die Wahl wirklich?
Erklärung: Kriterien, die erst nach den Optionen entstehen, passt man unbemerkt an die Lieblingsoption an — sie werden zur Begründung für das, was man ohnehin wollte. Vorher aufgeschrieben halten sie stand.
Nils steht vor der Wahl „Kurs A oder Kurs B". Was verlangt das Protokoll zusätzlich?
Erklärung: Entweder-oder-Fragen sind meistens zu eng gestellt. Die dritte Option ist erstaunlich oft die, die gewählt wird.
Was fragt eine Prämortem-Runde?
Erklärung: Die Prämortem setzt das Scheitern als gegeben und lässt nach Gründen suchen. Das findet Risiken, die eine offene Frage übersieht.
Eine Entscheidung, die schlecht ausgegangen ist, war eine schlechte Entscheidung.
Erklärung: Nicht unbedingt — bei Unsicherheit kann eine gute Entscheidung schlecht ausgehen und umgekehrt. Deshalb wird der Weg dorthin bewertet, nicht nur das Ergebnis.
Ein halbes Jahr nach der Wahl von Kurs B ist Mia unzufrieden. Mit welchem Protokolleintrag kann sie jetzt prĂĽfen, welche Annahme falsch war?
Erklärung: Nur die notierte Begründung zeigt die Annahme von damals, die man jetzt prüfen kann. Ohne sie erinnert man sich hinterher an eine Begründung, die zum Ausgang passt.
Was fragt die 10/10/10-Regel?
Erklärung: Drei Zeithorizonte trennen kurzfristiges Unbehagen von langfristiger Bedeutung — sie fallen oft weit auseinander.
Bei welcher Entscheidung lohnt sich ein schriftliches Protokoll?
Erklärung: Aufwand lohnt sich, wo eine Entscheidung schwer rückgängig zu machen ist und lange wirkt. Alltagsfragen entscheidet man schnell.
Kriterien zu gewichten heiĂźt, ihnen unterschiedliche Bedeutung zu geben.
Erklärung: Ja — ohne Gewichtung zählt „gute Erreichbarkeit" genauso viel wie „ich will das wirklich machen", und das stimmt fast nie.
Mia will abschätzen, ob ein Projekt in einem Halbjahr machbar ist. Was macht sie zuerst?
Erklärung: Eine Überschlagsrechnung zeigt in fünf Minuten, ob etwas um eine Größenordnung daneben liegt. Genauigkeit lohnt sich erst danach.
Ben merkt beim Protokoll, dass ihm eine Option auf allen Kriterien schlechter erscheint. Was ist der nächste Schritt?
Erklärung: Wenn eine Option auf allem verliert, ist meistens die Kriterienliste unvollständig. Gewichte nachträglich zu drehen ist genau das, was das Protokoll verhindern soll.
Wann wird eine Entscheidung nach Protokoll noch einmal angeschaut?
Erklärung: Ein fester Prüftermin trennt das Nachjustieren vom täglichen Zweifeln — und verhindert, dass man an einer Entscheidung festhält, deren Annahmen nicht mehr stimmen.
Ein Protokoll nimmt einem die Entscheidung ab.
Erklärung: Nein — es macht die Entscheidung nachvollziehbar und schützt vor den bekanntesten Fehlern. Wählen muss man weiterhin selbst.