Warum man sich bei der Zeit verschätzt
Die letzten drei Referate haben Nils je 4 Stunden gekostet. Für das nächste schätzt er 2. Was ist die bessere Zahl?
Erklärung: Die eigenen früheren Fälle sind die verlässlichste Quelle. Das Gefühl, es diesmal schneller zu schaffen, hatte er beim letzten Mal auch.
Die letzten Referate haben Ella, Ali und Finn je 5 Stunden gekostet. Wer verschätzt sich beim nächsten am wahrscheinlichsten wieder?
Erklärung: Der Planungsfehler ist kein Motivationsproblem — „großzügiger“ bleibt eine Vorstellung, und der Fehler bleibt mit ihr. Er verschwindet nur, wenn man mit gemessenen Zahlen rechnet.
Wer eine Aufgabe schon oft gemacht hat, schätzt ihre Dauer richtig ein.
Erklärung: Nein — Erfahrung hilft erstaunlich wenig. Auch geübte Menschen unterschätzen ihre eigenen Aufgaben, fremde dagegen oft ziemlich genau.
Mia soll die Dauer einer Aufgabe für Ben schätzen und für sich selbst. Wo liegt sie meistens näher dran?
Erklärung: Für andere sieht man den ganzen Ablauf mit Störungen, für sich selbst nur den Plan. Deshalb lohnt es sich, jemanden schätzen zu lassen.
Welcher Aufschlag auf eine Schätzung ist am brauchbarsten?
Erklärung: Ein fester Aufschlag ist überprüfbar und lässt sich nach ein paar Wochen nachjustieren. Ein gefühlter Aufschlag ist wieder eine Schätzung.
Was gehört in die Schätzung für ein Referat, wird aber fast immer vergessen?
Erklärung: Geschätzt wird meistens nur der Kern. Die Arbeit drumherum ist real und macht oft die Hälfte aus.
Es ist sinnvoll, zwei Zahlen zu notieren — eine für den normalen und eine für den schlechten Fall.
Erklärung: Ja. Mit zwei Zahlen sieht man sofort, ob eine Woche auch dann noch trägt, wenn etwas schiefgeht.
Jonas plant 6 Stunden fĂĽr ein Projekt und braucht 11. Was ist die nĂĽtzlichste Reaktion?
Erklärung: Jede Abweichung ist Material für die nächste Schätzung — aber nur, wenn sie notiert wird.
Eine Gruppenarbeit mit vier Leuten dauert im Vergleich zur Einzelarbeit meistens …
Erklärung: Abstimmen, warten und Zusammenfügen kosten Zeit, die in keiner Einzelschätzung steckt. Deshalb wird bei Gruppen besonders stark unterschätzt.
Was ist die „Außensicht" auf eine Aufgabe?
Erklärung: Die Außensicht fragt nach der Statistik ähnlicher Fälle statt nach dem Ablauf im Kopf. Genau das ist das wirksamste Gegenmittel.
Sich zu verschätzen ist ein Zeichen dafür, dass man schlecht organisiert ist.
Erklärung: Nein — das machen fast alle Menschen, auch sehr organisierte. Der Unterschied liegt darin, ob man mit dem Fehler rechnet.
Ein Vortrag ist in zwei Wochen fällig. Wie legt Lea die Abgabe für sich selbst fest?
Erklärung: Eine eigene frühere Frist fängt genau den Fehler ab, der ohnehin passieren wird — ohne dass der echte Termin platzt.