Sucht und Abhängigkeit
Lena trinkt auf der Hochzeit ihrer Tante ein Glas Sekt und genieĂźt es. Welche Stufe ist das?
Erklärung: Genuss ist bewusst, selten und frei gewählt. Zur Gewöhnung wird es, wenn etwas regelmäßig dazugehört; abhängig ist, wer nicht mehr aufhören kann, obwohl er es will.
Tim braucht inzwischen jeden Morgen zwei Energydrinks statt einem, um wach zu werden. Welche Stufe ist das?
Erklärung: Regelmäßiger Konsum und eine steigende Menge für dieselbe Wirkung kennzeichnen die Gewöhnung. Noch kann Tim verzichten — aber der Weg zur Abhängigkeit hat begonnen.
Jonas wird gereizt und unruhig, sobald er sein Handy abgeben muss, vernachlässigt Freunde und Schule und schafft es trotz Vorsätzen nicht, weniger zu spielen. Welche Stufe ist das?
Erklärung: Kontrollverlust, Weitermachen trotz Schaden und Unruhe beim Verzicht sind Zeichen einer Abhängigkeit — auch ohne Stoff.
Welche dieser SĂĽchte ist nicht stoffgebunden?
Erklärung: Bei einer nicht stoffgebundenen Sucht wird kein Stoff aufgenommen — ein Verhalten selbst aktiviert das Belohnungssystem.
Nur verbotene Drogen können süchtig machen.
Erklärung: Alkohol und Nikotin sind legal und verursachen in Deutschland die meisten suchtbedingten Krankheits- und Todesfälle.
Die Weltgesundheitsorganisation fĂĽhrt Computerspielsucht als Krankheit.
Erklärung: Seit der ICD-11 (in Kraft seit 2022) steht die „Gaming Disorder" im Katalog der Krankheiten.
Welcher Botenstoff an den Synapsen des Belohnungssystems wird von allen Suchtmitteln verstärkt freigesetzt?
Erklärung: Dopamin im Belohnungssystem signalisiert „das war gut, wiederhole es". Suchtmittel treiben diese Ausschüttung weit über das natürliche Maß.
Ein Raucher braucht nach Monaten mehr Zigaretten fĂĽr dieselbe Wirkung. Wie heiĂźt das?
Erklärung: Die Nervenzellen passen sich an, etwa indem sie weniger Rezeptoren bilden. Dieselbe Menge wirkt schwächer — die Dosis steigt.
Ein Mensch hört nach Jahren täglichen Trinkens plötzlich mit Alkohol auf und zittert, schwitzt und schläft kaum. Wie heißt das?
Erklärung: Der Körper hat sich auf den Stoff eingestellt; fehlt er, gerät das Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Ein Alkoholentzug kann gefährlich sein und gehört unter ärztliche Begleitung.
Wer sĂĽchtig ist, hat einfach zu wenig Willenskraft.
Erklärung: Sucht verändert das Gehirn messbar — Belohnungssystem und Selbstkontrolle arbeiten anders. Deshalb ist sie eine behandelbare Krankheit und keine Charakterschwäche.
Mia ist nach einem Streit mit ihrer Freundin traurig. Welche Reaktion stärkt sie gegen Sucht?
Erklärung: Probleme zu lösen, statt Gefühle mit einem Stoff oder Verhalten zu betäuben, ist eine Lebenskompetenz. Sie schützt, weil sie die Lücke füllt, die ein Suchtmittel sonst füllen würde.
Welche Folge einer Sucht ist eine soziale Folge?
Erklärung: Sucht hat körperliche, psychische und soziale Folgen. Leberschaden und Zittern sind körperlich; Streit, Einsamkeit und Jobverlust sind sozial.
Je früher jemand regelmäßig Alkohol trinkt, desto ___ ist sein Risiko für eine spätere Abhängigkeit.
Erklärung: Das Gehirn reift bis Anfang zwanzig. Wer jung regelmäßig trinkt, prägt sein Belohnungssystem in dieser empfindlichen Phase.