Sucht und Abhängigkeit

Addiction and Dependence

Biologie Klasse 8 13 Aufgaben
BiologieGesundheitNeurobiologieSucht

Die Kinder ordnen kurze Fallgeschichten den Stufen Genuss, Gewöhnung, Missbrauch und Abhängigkeit zu und unterscheiden stoffgebundene Süchte (Alkohol, Nikotin) von nicht stoffgebundenen (Computerspiel, Glücksspiel), die die WHO seit der ICD-11 ebenfalls als Krankheit führt. Am Belohnungssystem erklären sie, warum Toleranz entsteht — die Synapsen passen sich an, für dieselbe Wirkung braucht es mehr — und warum ein Entzug körperlich spürbar ist (Nestler 2005). Damit fällt die Vorstellung, Sucht sei bloße Willensschwäche und nur verbotene Drogen machten abhängig. Den Abschluss bilden Lebenskompetenzen nach dem Life-Skills- Ansatz (Botvin & Griffin 2004): Stress, Streit und Langeweile anders lösen als mit einem Stoff oder einem Bildschirm. Das Thema knüpft an Stress und Gesundheit an und kehrt in der Neurobiologie der Oberstufe wieder.

Leicht
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Lena trinkt auf der Hochzeit ihrer Tante ein Glas Sekt und genieĂźt es. Welche Stufe ist das?

  • â—Ź Genuss
  • â—‹ Gewöhnung
  • â—‹ Abhängigkeit
Genuss ist bewusst, selten und frei gewählt. Zur Gewöhnung wird es, wenn etwas regelmäßig dazugehört; abhängig ist, wer nicht mehr aufhören kann, obwohl er es will.
Multiple Choice #2 10s â–¶ Testen

Welche dieser SĂĽchte ist nicht stoffgebunden?

  • â—Ź Computerspielsucht
  • â—‹ Alkoholsucht
  • â—‹ Nikotinsucht
Bei einer nicht stoffgebundenen Sucht wird kein Stoff aufgenommen — ein Verhalten selbst aktiviert das Belohnungssystem.
Wahr / Falsch #3 10s â–¶ Testen

Nur verbotene Drogen können süchtig machen.

âś“ Falsch
Alkohol und Nikotin sind legal und verursachen in Deutschland die meisten suchtbedingten Krankheits- und Todesfälle.
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

Mia ist nach einem Streit mit ihrer Freundin traurig. Welche Reaktion stärkt sie gegen Sucht?

  • â—Ź Sie spricht den Streit am nächsten Tag direkt an
  • â—‹ Sie spielt bis spät in die Nacht, um nicht daran zu denken
  • â—‹ Sie isst eine ganze Tafel Schokolade gegen das GefĂĽhl
Probleme zu lösen, statt Gefühle mit einem Stoff oder Verhalten zu betäuben, ist eine Lebenskompetenz. Sie schützt, weil sie die Lücke füllt, die ein Suchtmittel sonst füllen würde.
Multiple Choice #5 12s â–¶ Testen

Welche Folge einer Sucht ist eine soziale Folge?

  • â—Ź Freundschaften zerbrechen
  • â—‹ die Leber wird geschädigt
  • â—‹ die Hände zittern
Sucht hat körperliche, psychische und soziale Folgen. Leberschaden und Zittern sind körperlich; Streit, Einsamkeit und Jobverlust sind sozial.
LĂĽckentext #6 10s â–¶ Testen

Je früher jemand regelmäßig Alkohol trinkt, desto ___ ist sein Risiko für eine spätere Abhängigkeit.

✓ Antwort: höher
Das Gehirn reift bis Anfang zwanzig. Wer jung regelmäßig trinkt, prägt sein Belohnungssystem in dieser empfindlichen Phase.
Mittel
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Tim braucht inzwischen jeden Morgen zwei Energydrinks statt einem, um wach zu werden. Welche Stufe ist das?

  • â—Ź Gewöhnung
  • â—‹ Genuss
  • â—‹ Abhängigkeit
Regelmäßiger Konsum und eine steigende Menge für dieselbe Wirkung kennzeichnen die Gewöhnung. Noch kann Tim verzichten — aber der Weg zur Abhängigkeit hat begonnen.
Multiple Choice #2 20s â–¶ Testen

Jonas wird gereizt und unruhig, sobald er sein Handy abgeben muss, vernachlässigt Freunde und Schule und schafft es trotz Vorsätzen nicht, weniger zu spielen. Welche Stufe ist das?

  • â—Ź Abhängigkeit
  • â—‹ Genuss
  • â—‹ Gewöhnung
Kontrollverlust, Weitermachen trotz Schaden und Unruhe beim Verzicht sind Zeichen einer Abhängigkeit — auch ohne Stoff.
Wahr / Falsch #3 10s â–¶ Testen

Die Weltgesundheitsorganisation fĂĽhrt Computerspielsucht als Krankheit.

âś“ Wahr
Seit der ICD-11 (in Kraft seit 2022) steht die „Gaming Disorder" im Katalog der Krankheiten.
Multiple Choice #4 12s â–¶ Testen

Welcher Botenstoff an den Synapsen des Belohnungssystems wird von allen Suchtmitteln verstärkt freigesetzt?

  • â—Ź Dopamin
  • â—‹ Insulin
  • â—‹ Adrenalin
Dopamin im Belohnungssystem signalisiert „das war gut, wiederhole es". Suchtmittel treiben diese Ausschüttung weit über das natürliche Maß.
Multiple Choice #5 12s â–¶ Testen

Ein Raucher braucht nach Monaten mehr Zigaretten fĂĽr dieselbe Wirkung. Wie heiĂźt das?

  • â—Ź Toleranz
  • â—‹ Entzug
  • â—‹ RĂĽckfall
Die Nervenzellen passen sich an, etwa indem sie weniger Rezeptoren bilden. Dieselbe Menge wirkt schwächer — die Dosis steigt.
Multiple Choice #6 15s â–¶ Testen

Ein Mensch hört nach Jahren täglichen Trinkens plötzlich mit Alkohol auf und zittert, schwitzt und schläft kaum. Wie heißt das?

  • â—Ź Entzugserscheinungen
  • â—‹ Toleranz
  • â—‹ Genuss
Der Körper hat sich auf den Stoff eingestellt; fehlt er, gerät das Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Ein Alkoholentzug kann gefährlich sein und gehört unter ärztliche Begleitung.
Wahr / Falsch #7 12s â–¶ Testen

Wer sĂĽchtig ist, hat einfach zu wenig Willenskraft.

âś“ Falsch
Sucht verändert das Gehirn messbar — Belohnungssystem und Selbstkontrolle arbeiten anders. Deshalb ist sie eine behandelbare Krankheit und keine Charakterschwäche.