Stoffwechselphysiologie
Was sind Enzyme?
ErklÀrung: Enzyme sind Proteine (selten RNA), die biochemische Reaktionen beschleunigen, indem sie die Aktivierungsenergie senken. Sie gehen unverÀndert aus der Reaktion hervor und wirken substrat- und wirkungsspezifisch.
Das Modell, das die spezifische Passung zwischen Enzym und Substrat beschreibt, heiĂt ___-Prinzip.
ErklĂ€rung: Das SchlĂŒssel-Schloss-Prinzip (Emil Fischer, 1894) erklĂ€rt die SubstratspezifitĂ€t: Das Substrat (SchlĂŒssel) passt genau in das aktive Zentrum des Enzyms (Schloss). Das modernere Induced-Fit-Modell berĂŒcksichtigt, dass sich das aktive Zentrum bei Substratbindung anpasst.
Enzyme werden bei einer Reaktion verbraucht und mĂŒssen anschlieĂend neu synthetisiert werden.
ErklĂ€rung: Falsch. Enzyme sind Katalysatoren und gehen unverĂ€ndert aus der Reaktion hervor. Ein einzelnes EnzymmolekĂŒl kann Tausende von Reaktionen katalysieren. Deshalb wirken bereits geringe Enzymmengen sehr effektiv.
Was versteht man unter kompetitiver Hemmung eines Enzyms?
ErklÀrung: Bei kompetitiver Hemmung Àhnelt der Inhibitor dem Substrat strukturell und besetzt das aktive Zentrum. Die Hemmung kann durch Erhöhung der Substratkonzentration aufgehoben werden. Die maximale Reaktionsgeschwindigkeit (Vmax) bleibt erreichbar, Km steigt.
Ordne die Schritte der Zellatmung in der richtigen Reihenfolge.
ErklĂ€rung: Die Zellatmung verlĂ€uft in vier Hauptschritten: Glykolyse (Glucose â 2 Pyruvat), oxidative Decarboxylierung (Pyruvat â Acetyl-CoA), Citratzyklus (Acetyl-CoA â COâ + ReduktionsĂ€quivalente), Atmungskette + oxidative Phosphorylierung (NADH/FADHâ â ATP).
Bei der Glykolyse wird ein MolekĂŒl Glucose in zwei MolekĂŒle ___ gespalten.
ErklĂ€rung: Die Glykolyse (griech. 'Zuckerspaltung') findet im Cytoplasma statt und spaltet Glucose (Câ) in zwei Pyruvat-MolekĂŒle (Câ). Nettobilanz: 2 ATP und 2 NADH+Hâș pro Glucose. Glykolyse ist der Ă€lteste Stoffwechselweg und lĂ€uft anaerob ab.
Wie viele ATP-MolekĂŒle werden bei der vollstĂ€ndigen Oxidation eines Glucose-MolekĂŒls durch Zellatmung maximal gebildet?
ErklĂ€rung: Die theoretische Maximalausbeute betrĂ€gt ca. 38 ATP pro Glucose: 2 ATP (Glykolyse) + 2 ATP (Citratzyklus) + 34 ATP (Atmungskette aus 10 NADH und 2 FADHâ). In der Praxis sind es oft ca. 30â32 ATP wegen Transportverlusten.
Wo findet der Citratzyklus statt?
ErklĂ€rung: Der Citratzyklus (auch Krebs-Zyklus) lĂ€uft in der Mitochondrienmatrix ab. Pro Durchlauf werden aus einem Acetyl-CoA: 2 COâ, 3 NADH, 1 FADHâ und 1 GTP (â ATP) gebildet. Pro Glucose durchlĂ€uft der Zyklus zweimal.
NADH und FADHâ sind ReduktionsĂ€quivalente, die Elektronen zur Atmungskette transportieren.
ErklĂ€rung: Richtig. NADH+Hâș und FADHâ nehmen bei Redoxreaktionen in Glykolyse und Citratzyklus Wasserstoff (Elektronen + Protonen) auf und geben die Elektronen an die Atmungskette ab. Die freiwerdende Energie wird zum Aufbau eines Protonengradienten genutzt.
Ordne die Faktoren, die die EnzymaktivitĂ€t beeinflussen, nach ihrer Wirkungsart (physikalisch â chemisch â regulatorisch).
ErklÀrung: EnzymaktivitÀt wird durch physikalische Faktoren (Temperatur: RGT-Regel, Denaturierung), chemische Faktoren (pH-Wert, Substratkonzentration) und regulatorische Mechanismen (kompetitive/allosterische Hemmung, Endprodukthemmung) beeinflusst.
Die chemiosmotische Hypothese von Peter Mitchell erklÀrt, wie die ATP-Synthase durch einen ___ angetrieben wird.
ErklĂ€rung: Die Atmungskette pumpt Protonen (Hâș) aus der Mitochondrienmatrix in den Intermembranraum. Der entstehende elektrochemische Protonengradient treibt die ATP-Synthase an, die wie eine molekulare Turbine ATP aus ADP + Pᔹ synthetisiert (chemiosmotische Kopplung).
Was passiert bei der alkoholischen GĂ€rung?
ErklĂ€rung: Alkoholische GĂ€rung (z. B. bei Hefepilzen) ist eine anaerobe Alternative zur Zellatmung: Pyruvat â Acetaldehyd + COâ â Ethanol. NADH wird dabei reoxidiert. Die Energieausbeute ist gering (nur 2 ATP aus der Glykolyse).
Bei der MilchsÀuregÀrung im menschlichen Muskel wird Pyruvat zu Lactat reduziert.
ErklĂ€rung: Richtig. Bei intensiver Muskelarbeit und Sauerstoffmangel wird Pyruvat durch Lactatdehydrogenase zu Lactat (MilchsĂ€ure) reduziert. Dabei wird NADH zu NADâș reoxidiert, sodass die Glykolyse weiterlaufen kann. Die Energieausbeute ist gering (2 ATP pro Glucose).
Bei welcher Temperatur (in °C) liegt das Temperaturoptimum der meisten menschlichen Enzyme?
ErklÀrung: Die meisten menschlichen Enzyme haben ihr Temperaturoptimum bei ca. 37 °C (Körpertemperatur). Bei höheren Temperaturen denaturieren die Proteine, bei niedrigeren sinkt die Reaktionsgeschwindigkeit gemÀà der RGT-Regel.
Die Substratkonzentration, bei der ein Enzym die halbmaximale Reaktionsgeschwindigkeit erreicht, heiĂt ___-Konstante (Km).
ErklĂ€rung: Die Michaelis-Menten-Konstante (Km) ist ein MaĂ fĂŒr die AffinitĂ€t eines Enzyms zu seinem Substrat: Je kleiner Km, desto höher die AffinitĂ€t. Bei [S] = Km erreicht das Enzym Vmax/2. Die Michaelis-Menten-Kinetik beschreibt die Beziehung zwischen Substratkonzentration und Reaktionsgeschwindigkeit.
Was versteht man unter allosterischer Regulation?
ErklĂ€rung: Allosterische Regulation erfolgt durch Bindung eines EffektormolekĂŒls an das allosterische Zentrum (griech. 'anderer Ort'). Dies verĂ€ndert die Konformation des aktiven Zentrums. Aktivatoren steigern, Inhibitoren senken die EnzymaktivitĂ€t.
Ordne die EnergietrÀger nach ihrem Energiegehalt pro Gramm (aufsteigend).
ErklÀrung: Fette haben mit ca. 39 kJ/g den höchsten Energiegehalt, da sie stÀrker reduziert sind als Kohlenhydrate oder Proteine (je ca. 17 kJ/g). Deshalb sind Fette die effizientesten Energiespeicher des Körpers.
Wie viele Kohlenstoffatome hat ein MolekĂŒl Pyruvat?
ErklĂ€rung: Pyruvat (BrenztraubensĂ€ure, CHâ-CO-COOâ») ist ein Câ-Körper. Es entsteht durch Spaltung der Câ-Glucose in der Glykolyse. Zwei Pyruvat-MolekĂŒle pro Glucose werden anschlieĂend in den Mitochondrien weiter abgebaut.
Die RGT-Regel besagt, dass sich die Reaktionsgeschwindigkeit bei einer Temperaturerhöhung um 10 °C etwa verdoppelt.
ErklĂ€rung: Richtig. Die Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel (Qââ-Regel) besagt, dass enzymatische Reaktionen bei einer Temperaturerhöhung um 10 °C etwa doppelt so schnell ablaufen. Dies gilt nur bis zum Temperaturoptimum; darĂŒber denaturiert das Enzym.