Stoffwechselphysiologie

Metabolic Physiology

Biologie Klasse 11 19 Aufgaben
StoffwechselBiochemieEnzymeATPZellatmungKerncurriculum

Enzyme sind biologische Katalysatoren: Sie setzen die Aktivierungsenergie einer Reaktion herab und wirken nach dem SchlĂŒssel-Schloss-Prinzip nur auf passende Stoffe. Die Zelle gewinnt Energie schrittweise in Glykolyse, Citratzyklus und Atmungskette; das Endprodukt ist ATP als gemeinsame EnergiewĂ€hrung. Zellatmung ist damit keine „Verbrennung“ in einem Zug, sondern eine gesteuerte, schrittweise Energieumwandlung, in der Abbau (Katabolismus) und Aufbau (Anabolismus) zusammenhĂ€ngen. Weil Enzyme Proteine sind, baut dieses Kapitel auf der Proteinbiosynthese auf.

Leicht
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Was sind Enzyme?

  • ● Biokatalysatoren, die die Aktivierungsenergie einer Reaktion herabsetzen
  • ○ Energiespeicher in der Zelle
  • ○ Bausteine der Zellmembran
  • ○ Hormone, die StoffwechselvorgĂ€nge regulieren
Enzyme sind Proteine (selten RNA), die biochemische Reaktionen beschleunigen, indem sie die Aktivierungsenergie senken. Sie gehen unverÀndert aus der Reaktion hervor und wirken substrat- und wirkungsspezifisch.
LĂŒckentext #2 15s ▶ Testen

Das Modell, das die spezifische Passung zwischen Enzym und Substrat beschreibt, heißt ___-Prinzip.

✓ Antwort: SchlĂŒssel-Schloss
Das SchlĂŒssel-Schloss-Prinzip (Emil Fischer, 1894) erklĂ€rt die SubstratspezifitĂ€t: Das Substrat (SchlĂŒssel) passt genau in das aktive Zentrum des Enzyms (Schloss). Das modernere Induced-Fit-Modell berĂŒcksichtigt, dass sich das aktive Zentrum bei Substratbindung anpasst.
Wahr / Falsch #3 15s ▶ Testen

Enzyme werden bei einer Reaktion verbraucht und mĂŒssen anschließend neu synthetisiert werden.

✓ Falsch
Falsch. Enzyme sind Katalysatoren und gehen unverĂ€ndert aus der Reaktion hervor. Ein einzelnes EnzymmolekĂŒl kann Tausende von Reaktionen katalysieren. Deshalb wirken bereits geringe Enzymmengen sehr effektiv.
LĂŒckentext #4 15s ▶ Testen

Bei der Glykolyse wird ein MolekĂŒl Glucose in zwei MolekĂŒle ___ gespalten.

✓ Antwort: Pyruvat
Die Glykolyse (griech. 'Zuckerspaltung') findet im Cytoplasma statt und spaltet Glucose (C₆) in zwei Pyruvat-MolekĂŒle (C₃). Nettobilanz: 2 ATP und 2 NADH+Hâș pro Glucose. Glykolyse ist der Ă€lteste Stoffwechselweg und lĂ€uft anaerob ab.
Multiple Choice #5 20s ▶ Testen

Wo findet der Citratzyklus statt?

  • ● In der Matrix der Mitochondrien
  • ○ Im Cytoplasma
  • ○ An der Ă€ußeren Mitochondrienmembran
  • ○ Im Zellkern
Der Citratzyklus (auch Krebs-Zyklus) lĂ€uft in der Mitochondrienmatrix ab. Pro Durchlauf werden aus einem Acetyl-CoA: 2 CO₂, 3 NADH, 1 FADH₂ und 1 GTP (≈ ATP) gebildet. Pro Glucose durchlĂ€uft der Zyklus zweimal.
Wahr / Falsch #6 15s ▶ Testen

NADH und FADH₂ sind ReduktionsĂ€quivalente, die Elektronen zur Atmungskette transportieren.

✓ Wahr
Richtig. NADH+Hâș und FADH₂ nehmen bei Redoxreaktionen in Glykolyse und Citratzyklus Wasserstoff (Elektronen + Protonen) auf und geben die Elektronen an die Atmungskette ab. Die freiwerdende Energie wird zum Aufbau eines Protonengradienten genutzt.
Wahr / Falsch #7 15s ▶ Testen

Bei der MilchsÀuregÀrung im menschlichen Muskel wird Pyruvat zu Lactat reduziert.

✓ Wahr
Richtig. Bei intensiver Muskelarbeit und Sauerstoffmangel wird Pyruvat durch Lactatdehydrogenase zu Lactat (MilchsĂ€ure) reduziert. Dabei wird NADH zu NADâș reoxidiert, sodass die Glykolyse weiterlaufen kann. Die Energieausbeute ist gering (2 ATP pro Glucose).
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Bei welcher Temperatur (in °C) liegt das Temperaturoptimum der meisten menschlichen Enzyme?

✓ Antwort: 37
Die meisten menschlichen Enzyme haben ihr Temperaturoptimum bei ca. 37 °C (Körpertemperatur). Bei höheren Temperaturen denaturieren die Proteine, bei niedrigeren sinkt die Reaktionsgeschwindigkeit gemĂ€ĂŸ der RGT-Regel.
Sortieren #9 20s ▶ Testen

Ordne die EnergietrÀger nach ihrem Energiegehalt pro Gramm (aufsteigend).

✓ Antwort: Kohlenhydrate (ca. 17 kJ/g), Proteine (ca. 17 kJ/g), Fette (ca. 39 kJ/g)
Fette haben mit ca. 39 kJ/g den höchsten Energiegehalt, da sie stÀrker reduziert sind als Kohlenhydrate oder Proteine (je ca. 17 kJ/g). Deshalb sind Fette die effizientesten Energiespeicher des Körpers.
Zahleneingabe #10 15s ▶ Testen

Wie viele Kohlenstoffatome hat ein MolekĂŒl Pyruvat?

✓ Antwort: 3
Pyruvat (BrenztraubensĂ€ure, CH₃-CO-COO⁻) ist ein C₃-Körper. Es entsteht durch Spaltung der C₆-Glucose in der Glykolyse. Zwei Pyruvat-MolekĂŒle pro Glucose werden anschließend in den Mitochondrien weiter abgebaut.
Mittel
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

Was versteht man unter kompetitiver Hemmung eines Enzyms?

  • ● Ein Hemmstoff konkurriert mit dem Substrat um das aktive Zentrum
  • ○ Der Hemmstoff bindet an einer anderen Stelle und verĂ€ndert die Enzymstruktur
  • ○ Das Produkt der Reaktion hemmt das Enzym
  • ○ Das Enzym wird durch Temperaturerhöhung denaturiert
Bei kompetitiver Hemmung Àhnelt der Inhibitor dem Substrat strukturell und besetzt das aktive Zentrum. Die Hemmung kann durch Erhöhung der Substratkonzentration aufgehoben werden. Die maximale Reaktionsgeschwindigkeit (Vmax) bleibt erreichbar, Km steigt.
Sortieren #2 30s ▶ Testen

Ordne die Schritte der Zellatmung in der richtigen Reihenfolge.

✓ Antwort: Glykolyse (im Cytoplasma), Oxidative Decarboxylierung (Pyruvat → Acetyl-CoA), Citratzyklus (in der Mitochondrienmatrix), Atmungskette (an der inneren Mitochondrienmembran), ATP-Synthase produziert ATP
Die Zellatmung verlĂ€uft in vier Hauptschritten: Glykolyse (Glucose → 2 Pyruvat), oxidative Decarboxylierung (Pyruvat → Acetyl-CoA), Citratzyklus (Acetyl-CoA → CO₂ + ReduktionsĂ€quivalente), Atmungskette + oxidative Phosphorylierung (NADH/FADH₂ → ATP).
Zahleneingabe #3 20s ▶ Testen

Wie viele ATP-MolekĂŒle werden bei der vollstĂ€ndigen Oxidation eines Glucose-MolekĂŒls durch Zellatmung maximal gebildet?

✓ Antwort: 38
Die theoretische Maximalausbeute betrĂ€gt ca. 38 ATP pro Glucose: 2 ATP (Glykolyse) + 2 ATP (Citratzyklus) + 34 ATP (Atmungskette aus 10 NADH und 2 FADH₂). In der Praxis sind es oft ca. 30–32 ATP wegen Transportverlusten.
Sortieren #4 25s ▶ Testen

Ordne die Faktoren, die die EnzymaktivitĂ€t beeinflussen, nach ihrer Wirkungsart (physikalisch → chemisch → regulatorisch).

✓ Antwort: Temperatur, pH-Wert, Substratkonzentration, Kompetitive Inhibitoren, Allosterische Regulation
EnzymaktivitÀt wird durch physikalische Faktoren (Temperatur: RGT-Regel, Denaturierung), chemische Faktoren (pH-Wert, Substratkonzentration) und regulatorische Mechanismen (kompetitive/allosterische Hemmung, Endprodukthemmung) beeinflusst.
LĂŒckentext #5 20s ▶ Testen

Die chemiosmotische Hypothese von Peter Mitchell erklÀrt, wie die ATP-Synthase durch einen ___ angetrieben wird.

✓ Antwort: Protonengradienten
Die Atmungskette pumpt Protonen (Hâș) aus der Mitochondrienmatrix in den Intermembranraum. Der entstehende elektrochemische Protonengradient treibt die ATP-Synthase an, die wie eine molekulare Turbine ATP aus ADP + Pᔹ synthetisiert (chemiosmotische Kopplung).
Multiple Choice #6 25s ▶ Testen

Was passiert bei der alkoholischen GĂ€rung?

  • ● Pyruvat wird unter anaeroben Bedingungen zu Ethanol und CO₂ umgewandelt
  • ○ Glucose wird vollstĂ€ndig zu CO₂ und H₂O oxidiert
  • ○ Fette werden in Glycerin und FettsĂ€uren gespalten
  • ○ AminosĂ€uren werden zu Harnstoff abgebaut
Alkoholische GĂ€rung (z. B. bei Hefepilzen) ist eine anaerobe Alternative zur Zellatmung: Pyruvat → Acetaldehyd + CO₂ → Ethanol. NADH wird dabei reoxidiert. Die Energieausbeute ist gering (nur 2 ATP aus der Glykolyse).
Multiple Choice #7 25s ▶ Testen

Was versteht man unter allosterischer Regulation?

  • ● Ein Effektor bindet an einer anderen Stelle als dem aktiven Zentrum und verĂ€ndert die Enzymkonformation
  • ○ Das Substrat bindet direkt an das aktive Zentrum
  • ○ Das Enzym wird durch TemperaturĂ€nderung reguliert
  • ○ Zwei Enzyme konkurrieren um dasselbe Substrat
Allosterische Regulation erfolgt durch Bindung eines EffektormolekĂŒls an das allosterische Zentrum (griech. 'anderer Ort'). Dies verĂ€ndert die Konformation des aktiven Zentrums. Aktivatoren steigern, Inhibitoren senken die EnzymaktivitĂ€t.
Wahr / Falsch #8 15s ▶ Testen

Die RGT-Regel besagt, dass sich die Reaktionsgeschwindigkeit bei einer Temperaturerhöhung um 10 °C etwa verdoppelt.

✓ Wahr
Richtig. Die Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel (Q₁₀-Regel) besagt, dass enzymatische Reaktionen bei einer Temperaturerhöhung um 10 °C etwa doppelt so schnell ablaufen. Dies gilt nur bis zum Temperaturoptimum; darĂŒber denaturiert das Enzym.
Schwer
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Die Substratkonzentration, bei der ein Enzym die halbmaximale Reaktionsgeschwindigkeit erreicht, heißt ___-Konstante (Km).

✓ Antwort: Michaelis-Menten
Die Michaelis-Menten-Konstante (Km) ist ein Maß fĂŒr die AffinitĂ€t eines Enzyms zu seinem Substrat: Je kleiner Km, desto höher die AffinitĂ€t. Bei [S] = Km erreicht das Enzym Vmax/2. Die Michaelis-Menten-Kinetik beschreibt die Beziehung zwischen Substratkonzentration und Reaktionsgeschwindigkeit.