Verhalten – genetisch bedingt und erlernt
Was versteht man unter einem angeborenen (genetisch bedingten) Verhalten?
Erklärung: Angeborenes Verhalten (z. B. Saugreflex beim Neugeborenen, Beutefangverhalten bei Fröschen) ist genetisch festgelegt und tritt ohne Übung oder Erfahrung artspezifisch auf. Es wird auch als Instinktverhalten bezeichnet.
Ein Stichling-Männchen greift im Frühjahr sogar eine grobe Holzattrappe an — Hauptsache, sie hat einen roten Bauch. Was ist hier der Schlüsselreiz?
Erklärung: Ein Schlüsselreiz ist ein einfaches Merkmal, das angeborenes Verhalten automatisch auslöst. Tinbergen zeigte, dass schon ein rot gefärbtes Stück Holz genügt.
Bei einem Attrappenversuch wird untersucht, welcher ___ ein bestimmtes angeborenes Verhalten auslöst.
Erklärung: Attrappenversuche verwenden vereinfachte Nachbildungen (Attrappen), um herauszufinden, welcher spezifische Reiz ein Verhalten auslöst. So konnte Tinbergen zeigen, dass der rote Punkt am Möwenschnabel den Bettelreflex der Küken auslöst.
Was passiert bei der klassischen Konditionierung?
Erklärung: Bei der klassischen Konditionierung (Pawlow) wird ein neutraler Reiz (z. B. Glockenton) wiederholt mit einem unkonditionierten Reiz (Futter) gekoppelt. Nach mehreren Wiederholungen löst der Glockenton allein die Reaktion (Speichelfluss) aus.
Welcher Forscher ist bekannt fĂĽr seine Experimente zur klassischen Konditionierung mit Hunden?
Erklärung: Iwan Pawlow entdeckte die klassische Konditionierung in seinen Experimenten mit Hunden: Ein Glockenton (neutraler Reiz) wurde wiederholt mit Futter gekoppelt. Später löste der Glockenton allein Speichelfluss aus.
Bei der operanten Konditionierung lernt ein Tier durch die Konsequenzen seines Verhaltens.
Erklärung: Richtig! Bei der operanten Konditionierung (Skinner) wird ein Verhalten durch seine Folgen verstärkt oder abgeschwächt. Belohnung (positive Verstärkung) macht ein Verhalten wahrscheinlicher, Bestrafung macht es unwahrscheinlicher.
Was ist Prägung?
Erklärung: Prägung (z. B. Nachfolgeprägung bei Graugänsen, Konrad Lorenz) findet in einer kritischen/sensiblen Phase kurz nach der Geburt statt, ist irreversibel und artspezifisch. Das Jungtier bindet sich an das erste bewegte Objekt.
Kaspar-Hauser-Experimente dienen dazu, den Anteil von ___ Verhalten und erlerntem Verhalten zu unterscheiden.
Erklärung: Bei Kaspar-Hauser-Experimenten (Isolationsexperimenten) werden Tiere ohne Kontakt zu Artgenossen aufgezogen. Verhaltensweisen, die sie trotzdem zeigen, sind angeboren. Fehlende Verhaltensweisen müssen normalerweise erlernt werden.
Ein Hund wedelt aufgeregt mit dem Schwanz, wenn sein Besitzer den Futternapf nimmt. Um welche Form der Konditionierung handelt es sich?
Erklärung: Der Hund hat gelernt, den Futternapf (ursprünglich neutraler Reiz) mit Futter (unkonditionierter Reiz) zu verbinden. Der Napf allein löst nun die Erwartungsreaktion (Schwanzwedeln, Speichelfluss) aus – klassische Konditionierung.
Menschen können im Gegensatz zu anderen Tieren durch Einsicht und abstraktes Denken lernen.
Erklärung: Richtig! Menschen verfügen über höhere Lernleistungen wie Einsichtslernen, abstraktes Denken und sprachbasiertes Lernen. Diese gehen über einfache Konditionierung hinaus und ermöglichen komplexes Problemlösen und Wissensweitergabe.
Welches Beispiel zeigt operante Konditionierung?
Erklärung: Operant heißt, die Folge hängt vom eigenen Verhalten ab (Belohnung verstärkt es). Beim Hund wird ein neutraler Reiz mit Futter verknüpft (klassisch), das Küken zeigt Prägung.
Eine Ratte drückt einen Hebel und erhält Futter. Sie drückt den Hebel daraufhin immer häufiger. Was liegt hier vor?
Erklärung: Die Ratte lernt, dass ihr Verhalten (Hebel drücken) eine angenehme Konsequenz hat (Futter). Diese positive Verstärkung macht das Verhalten wahrscheinlicher – ein Grundprinzip der operanten Konditionierung (Skinner-Box).
Die ___ Konditionierung nach Skinner funktioniert ĂĽber Belohnung und Bestrafung.
Erklärung: Die operante (instrumentelle) Konditionierung nach B. F. Skinner basiert darauf, dass Verhalten durch seine Konsequenzen geformt wird: Belohnung verstärkt Verhalten, Bestrafung schwächt es ab.
Prägung ist ein reversibler Lernvorgang, der jederzeit rückgängig gemacht werden kann.
Erklärung: Falsch! Prägung ist irreversibel – sie kann nicht rückgängig gemacht werden. Sie findet nur in einer begrenzten sensiblen Phase statt. Zum Beispiel folgen Gänseküken nach der Nachfolgeprägung dauerhaft dem geprägten Objekt.
Warum verwendet man Attrappen in der Verhaltensforschung?
Erklärung: Attrappen sind vereinfachte Modelle, bei denen einzelne Merkmale systematisch verändert werden. So kann man herausfinden, welches spezifische Merkmal (Schlüsselreiz) das Verhalten auslöst – z. B. Farbe, Form oder Bewegungsmuster.