Verhalten – genetisch bedingt und erlernt

Behavior – Innate and Learned

Biologie Klasse 8 15 Aufgaben
VerhaltensbiologieVerhaltenLernen

Verhalten entsteht immer aus dem Zusammenwirken innerer Anlagen (Erbe, Reifung) und äußerer Reize — es ist weder rein angeboren noch rein erlernt. Angeborenes Verhalten läuft ohne Übung ab (etwa ein Reflex), erlerntes wird durch Erfahrung erworben: klassisch durch Kopplung zweier Reize (Pawlow), operant durch Belohnung und Bestrafung. Der Mensch hat dabei eine besonders große Lernfähigkeit. Die Entweder-oder-Frage „angeboren ODER erlernt“ geht am Kern vorbei: fast jedes Verhalten trägt beide Anteile.

Leicht
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Was versteht man unter einem angeborenen (genetisch bedingten) Verhalten?

  • â—Ź Ein Verhalten, das ohne vorheriges Lernen bei allen Individuen einer Art gleich auftritt.
  • â—‹ Ein Verhalten, das durch Beobachtung anderer Tiere erlernt wird.
  • â—‹ Ein Verhalten, das nur bei Haustieren vorkommt.
  • â—‹ Ein Verhalten, das sich im Laufe eines Lebens nie verändert.
Angeborenes Verhalten (z. B. Saugreflex beim Neugeborenen, Beutefangverhalten bei Fröschen) ist genetisch festgelegt und tritt ohne Übung oder Erfahrung artspezifisch auf. Es wird auch als Instinktverhalten bezeichnet.
Multiple Choice #2 20s â–¶ Testen

Ein Stichling-Männchen greift im Frühjahr sogar eine grobe Holzattrappe an — Hauptsache, sie hat einen roten Bauch. Was ist hier der Schlüsselreiz?

  • â—Ź die rote Bauchfarbe
  • â—‹ die Größe der Attrappe
  • â—‹ das Wasser im Aquarium
Ein Schlüsselreiz ist ein einfaches Merkmal, das angeborenes Verhalten automatisch auslöst. Tinbergen zeigte, dass schon ein rot gefärbtes Stück Holz genügt.
Multiple Choice #3 15s â–¶ Testen

Welcher Forscher ist bekannt fĂĽr seine Experimente zur klassischen Konditionierung mit Hunden?

  • â—Ź Iwan Pawlow
  • â—‹ Konrad Lorenz
  • â—‹ Charles Darwin
  • â—‹ Burrhus F. Skinner
Iwan Pawlow entdeckte die klassische Konditionierung in seinen Experimenten mit Hunden: Ein Glockenton (neutraler Reiz) wurde wiederholt mit Futter gekoppelt. Später löste der Glockenton allein Speichelfluss aus.
LĂĽckentext #4 12s â–¶ Testen

Die ___ Konditionierung nach Skinner funktioniert ĂĽber Belohnung und Bestrafung.

âś“ Antwort: operante
Die operante (instrumentelle) Konditionierung nach B. F. Skinner basiert darauf, dass Verhalten durch seine Konsequenzen geformt wird: Belohnung verstärkt Verhalten, Bestrafung schwächt es ab.
Mittel
LĂĽckentext #1 15s â–¶ Testen

Bei einem Attrappenversuch wird untersucht, welcher ___ ein bestimmtes angeborenes Verhalten auslöst.

âś“ Antwort: SchlĂĽsselreiz
Attrappenversuche verwenden vereinfachte Nachbildungen (Attrappen), um herauszufinden, welcher spezifische Reiz ein Verhalten auslöst. So konnte Tinbergen zeigen, dass der rote Punkt am Möwenschnabel den Bettelreflex der Küken auslöst.
Multiple Choice #2 25s â–¶ Testen

Was passiert bei der klassischen Konditionierung?

  • â—Ź Ein neutraler Reiz wird durch wiederholte Kopplung mit einem unkonditionierten Reiz zum Auslöser einer Reaktion.
  • â—‹ Ein Tier lernt durch Belohnung ein neues Verhalten.
  • â—‹ Ein Jungtier wird auf das erste bewegte Objekt geprägt.
  • â—‹ Ein Verhalten wird durch Bestrafung unterdrĂĽckt.
Bei der klassischen Konditionierung (Pawlow) wird ein neutraler Reiz (z. B. Glockenton) wiederholt mit einem unkonditionierten Reiz (Futter) gekoppelt. Nach mehreren Wiederholungen löst der Glockenton allein die Reaktion (Speichelfluss) aus.
Wahr / Falsch #3 15s â–¶ Testen

Bei der operanten Konditionierung lernt ein Tier durch die Konsequenzen seines Verhaltens.

âś“ Wahr
Richtig! Bei der operanten Konditionierung (Skinner) wird ein Verhalten durch seine Folgen verstärkt oder abgeschwächt. Belohnung (positive Verstärkung) macht ein Verhalten wahrscheinlicher, Bestrafung macht es unwahrscheinlicher.
Multiple Choice #4 25s â–¶ Testen

Was ist Prägung?

  • â—Ź Ein irreversibler Lernvorgang in einer sensiblen Phase, bei dem z. B. Jungtiere auf das erste bewegte Objekt fixiert werden.
  • â—‹ Ein Verhalten, das durch Belohnung verstärkt wird.
  • â—‹ Ein angeborenes Verhalten, das bei allen Tieren gleich abläuft.
  • â—‹ Ein Verhalten, das nur beim Menschen vorkommt.
Prägung (z. B. Nachfolgeprägung bei Graugänsen, Konrad Lorenz) findet in einer kritischen/sensiblen Phase kurz nach der Geburt statt, ist irreversibel und artspezifisch. Das Jungtier bindet sich an das erste bewegte Objekt.
LĂĽckentext #5 20s â–¶ Testen

Kaspar-Hauser-Experimente dienen dazu, den Anteil von ___ Verhalten und erlerntem Verhalten zu unterscheiden.

âś“ Antwort: angeborenem
Bei Kaspar-Hauser-Experimenten (Isolationsexperimenten) werden Tiere ohne Kontakt zu Artgenossen aufgezogen. Verhaltensweisen, die sie trotzdem zeigen, sind angeboren. Fehlende Verhaltensweisen mĂĽssen normalerweise erlernt werden.
Multiple Choice #6 25s â–¶ Testen

Ein Hund wedelt aufgeregt mit dem Schwanz, wenn sein Besitzer den Futternapf nimmt. Um welche Form der Konditionierung handelt es sich?

  • â—Ź Klassische Konditionierung – der Anblick des Futternapfes wurde mit Futter verknĂĽpft.
  • â—‹ Operante Konditionierung – der Hund wurde fĂĽr das Schwanzwedeln belohnt.
  • â—‹ Prägung – der Hund wurde als Welpe auf den Napf geprägt.
  • â—‹ Angeborenes Verhalten – alle Hunde wedeln bei Näpfen.
Der Hund hat gelernt, den Futternapf (ursprünglich neutraler Reiz) mit Futter (unkonditionierter Reiz) zu verbinden. Der Napf allein löst nun die Erwartungsreaktion (Schwanzwedeln, Speichelfluss) aus – klassische Konditionierung.
Wahr / Falsch #7 15s â–¶ Testen

Menschen können im Gegensatz zu anderen Tieren durch Einsicht und abstraktes Denken lernen.

âś“ Wahr
Richtig! Menschen verfügen über höhere Lernleistungen wie Einsichtslernen, abstraktes Denken und sprachbasiertes Lernen. Diese gehen über einfache Konditionierung hinaus und ermöglichen komplexes Problemlösen und Wissensweitergabe.
Multiple Choice #8 20s â–¶ Testen

Eine Ratte drückt einen Hebel und erhält Futter. Sie drückt den Hebel daraufhin immer häufiger. Was liegt hier vor?

  • â—Ź Operante Konditionierung mit positiver Verstärkung
  • â—‹ Klassische Konditionierung
  • â—‹ Prägung
  • â—‹ Angeborenes Verhalten
Die Ratte lernt, dass ihr Verhalten (Hebel drücken) eine angenehme Konsequenz hat (Futter). Diese positive Verstärkung macht das Verhalten wahrscheinlicher – ein Grundprinzip der operanten Konditionierung (Skinner-Box).
Wahr / Falsch #9 12s â–¶ Testen

Prägung ist ein reversibler Lernvorgang, der jederzeit rückgängig gemacht werden kann.

âś“ Falsch
Falsch! Prägung ist irreversibel – sie kann nicht rückgängig gemacht werden. Sie findet nur in einer begrenzten sensiblen Phase statt. Zum Beispiel folgen Gänseküken nach der Nachfolgeprägung dauerhaft dem geprägten Objekt.
Schwer
Multiple Choice #1 25s â–¶ Testen

Welches Beispiel zeigt operante Konditionierung?

  • â—Ź Eine Ratte drĂĽckt öfter einen Hebel, weil danach Futter kommt
  • â—‹ Ein Hund speichelt schon beim Klang der Futterglocke
  • â—‹ Ein KĂĽken folgt dem ersten bewegten Gegenstand nach dem SchlĂĽpfen
Operant heißt, die Folge hängt vom eigenen Verhalten ab (Belohnung verstärkt es). Beim Hund wird ein neutraler Reiz mit Futter verknüpft (klassisch), das Küken zeigt Prägung.
Multiple Choice #2 25s â–¶ Testen

Warum verwendet man Attrappen in der Verhaltensforschung?

  • â—Ź Um gezielt einzelne Merkmale zu verändern und so den auslösenden SchlĂĽsselreiz zu identifizieren.
  • â—‹ Um Tiere an Menschen zu gewöhnen.
  • â—‹ Um die Lernfähigkeit von Tieren zu testen.
  • â—‹ Um angeborenes Verhalten zu verändern.
Attrappen sind vereinfachte Modelle, bei denen einzelne Merkmale systematisch verändert werden. So kann man herausfinden, welches spezifische Merkmal (Schlüsselreiz) das Verhalten auslöst – z. B. Farbe, Form oder Bewegungsmuster.