ElektronegativitÀt und PolaritÀt von Bindungen
Was beschreibt die ElektronegativitÀt (EN) eines Atoms?
ErklĂ€rung: EN ist eine relative GröĂe (Skala nach Pauling von ~0,8 bis 4,0). Hohe EN bedeutet: starkes Anziehen der Bindungselektronen. Spitzenreiter ist Fluor (4,0). Im Periodensystem nimmt die EN von links nach rechts und von unten nach oben zu.
Das Element mit der höchsten ElektronegativitÀt ist ___.
ErklĂ€rung: Fluor (F) hat den Pauling-Wert 4,0. Danach folgen Sauerstoff (3,5) und Stickstoff/Chlor (3,0). Diese vier Elemente sind die "EN-Top-4" und tauchen immer wieder als polarisierende Bindungspartner auf â etwa in HF, HâO, NHâ, HCl.
Wie Àndert sich die ElektronegativitÀt im Periodensystem?
ErklĂ€rung: Innerhalb einer Periode wĂ€chst die Kernladungszahl bei gleicher Schalenanzahl â der Kern zieht stĂ€rker. Innerhalb einer Gruppe kommen Schalen dazu, die AuĂenelektronen sind weiter weg und schlechter gebunden. Spitzenwerte daher rechts oben (Fluor), Tiefstwerte links unten (Caesium, Francium).
Welche Bindung ist polar?
ErklĂ€rung: In HâCl betrĂ€gt die EN-Differenz ÎEN â 3,0 â 2,1 = 0,9. Das gemeinsame Elektronenpaar verschiebt sich Richtung Chlor. Es entstehen Teilladungen: Clâ»^ÎŽ (negativ) und Hâș^ÎŽ (positiv). In gleichartigen Bindungen wie HâH ist ÎEN = 0 â die Bindung ist unpolar.
Bei einer polaren Atombindung markiert man die unsymmetrische Ladungsverteilung mit ___ (griech. Buchstabe + und â).
ErklĂ€rung: Notiert wird das mit ÎŽâș und ÎŽâ» ĂŒber den Atomen, etwa: H^ÎŽâș â Cl^ÎŽâ». "Teil" deutet an, dass die Verschiebung kleiner ist als bei einer vollstĂ€ndigen Ionenbildung â eine GröĂenordnung, nicht eine ganze Elektronenladung.
Wann nennt man ein MolekĂŒl als Ganzes polar?
ErklĂ€rung: Beispiel COâ â beide C=O-Bindungen sind polar, aber das MolekĂŒl ist linear, sodass sich die Dipolmomente vektoriell auslöschen. COâ ist daher unpolar. HâO dagegen ist gewinkelt; die OâH-Dipolmomente addieren sich zu einem starken Gesamtdipol â Wasser ist ein typisches polares MolekĂŒl.
HâO ist ein polares MolekĂŒl, COâ dagegen nicht â obwohl beide polare Bindungen enthalten.
ErklĂ€rung: Richtig. Entscheidend ist die Geometrie. HâO ist gewinkelt (~104,5°), seine Dipolmomente zeigen alle ungefĂ€hr in die gleiche Richtung â Gesamtdipol. COâ ist linear, die beiden gleichgroĂen Dipolmomente zeigen genau in entgegengesetzte Richtungen â sie heben sich auf.
Bei welcher EN-Differenz spricht man von einer ĂŒberwiegend ionischen Bindung?
ErklĂ€rung: Daumenregel: ÎEN < 0,5 unpolare Atombindung; 0,5 †ÎEN < 1,7 polare Atombindung; ÎEN â„ 1,7 ionische Bindung. NaCl hat ÎEN = 3,0 â 0,9 = 2,1 â ionisch. Die ĂbergĂ€nge sind flieĂend; "polar" und "ionisch" sind die Endpunkte einer Skala.
ElektronegativitÀten: H 2,2 · C 2,6 · O 3,4 · F 4,0. Welche dieser Bindungen ist am stÀrksten polar?
ErklĂ€rung: Wie polar eine Bindung ist, hĂ€ngt von der Differenz der ElektronegativitĂ€ten ab, nicht vom elektronegativsten Atom allein. OâH: ÎEN = 3,4 â 2,2 = 1,2 (stark polar). CâH: ÎEN = 0,4 (fast unpolar). FâF: Fluor ist zwar das elektronegativste Element, aber beide Atome ziehen gleich stark â ÎEN = 0, die Bindung ist unpolar.